Renolit

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RENOLIT SE

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Rechtsform SE
Gründung 1946 als Renolit-Werke GmbH
Sitz Worms, Rheinland-Pfalz, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Michael Kundel[1]
Mitarbeiterzahl 4.700[2]
Umsatz 1 Mrd. Euro[2]
Branche Chemieindustrie
Website renolit.com
Stand: 28. Dezember 2018

Renolit ist ein international tätiges Familienunternehmen im Bereich Chemieindustrie mit Sitz in Worms.

Unternehmensentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. Mai 1946 wurde Renolit von Jakob Müller in Worms gegründet. Die „Renolit-Werke-Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ produzierte mit damals sieben Beschäftigten PVC-Platten aus IGELIT, als Ersatz für das in der Nachkriegszeit knappe Leder. Es ließ sich zu allerhand anderen Utensilien verarbeiten – von Bodenplatten bis zum Regenmantel. Eigene finanzielle Stärke ermöglichten Investitionen wie 1950 den ersten Kalander für eine kontinuierliche Fertigung. Damit begann die Herstellung von Kunststofffolien für Möbelpolster und Büromittel für die boomende Möbelindustrie. Es entstand eine eigene Vertriebsgesellschaft.

Im Jahr 1954 zahlte Jakob Müller die CHAG aus, legte zwei Jahre später den Grundstein für den Stammsitz in Worms und wagte mit Geschäften in Holland und einem Werk in Spanien früh den Schritt ins Ausland.

Ab 1964 bot die Renolit Haus GmbH Fertighäuser und ein größeres Produktportfolio an.

Selbstklebende Folien etwa für Taxis oder Polizeifahrzeuge kamen in den 1970ern ins Renolit Portfolio und ab 1981 Folien für Fensterprofile. Diese ließen sich erstmals beliebig einfärben und bescherten dem Unternehmen die Weltmarktführung in diesem Produktsegment. Mit thermisch verformbaren Möbelfolien kam Ende des Jahrzehnts ein Design-Produkt hinzu. In den Jahren von 1960 bis 2000 wurden weitere weltweite Niederlassungen gegründet und erworben.

Kurz vor der Jahrtausendwende beschleunigte sich die internationale Ausrichtung des Familienunternehmens. Zum größten Schritt entschloss sich die Geschäftsführung 2006 mit der Übernahme der Industriefoliensparte des belgischen Chemiekonzerns Solvay für 330 Millionen Euro. Dazu gehörten 19 Standorte in Europa und Nordamerika sowie Joint Ventures in China und Brasilien. Im selben Jahr fand auch die Akquisition eines Folienunternehmens in China statt. In den Jahren 2008 und 2009 expandierte Renolit nach Russland, in die Ukraine und nach Indien. 2010 wurde der italienische Folienhersteller Eurogloss von Renolit übernommen und in die neu gegründet Gesellschaft Renolit Milano S.r.l. integriert. Ein Jahr später folgte die Expansion in die Türkei und die Umwandlung von einer AG in eine SE (Europäische Gesellschaft, Societas Europaea). Die Übernahme der „Medical Film Division“ von AUSTAR PMC in China und dessen Integration in den Geschäftsbereich Renolit Medical fanden 2012 statt. 2018 wurde der Produktionsstandort Renolit Chile SpA in Valparaiso eröffnet.

Die Renolit Gruppe wurde zum Weltunternehmen mit über 4.700 Beschäftigten. Davon sind mehr als 1.000 am Hauptsitz in Worms und rund 2.090 in ganz Deutschland beschäftigt. Das Unternehmen ist auf vier Kontinenten, in 20 verschiedenen Ländern mit mehr als 30 Produktionsstätten und Vertriebsgesellschaften tätig. Die Wirtschaftswoche zählt sie zu den 20 Hidden Champions in Deutschland.

Der Name Renolit ist eine Zusammensetzung aus „RENO“, einem lederähnlichen Stoff, und „LIT“, das sich von IGELIT ableitet.

Leistungsprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renolit Spezialfolien finden Anwendung in allen Industrien, Branchen und Technologien: Über oder unter Wasser, auf Fahrzeugen, in Swimmingpools und auf Fassaden. Produkte von Renolit werden auf Oberflächen angebracht, dichten ab und schützen. Die Geschäftsbereiche von Renolit bieten ein breites Portfolio von Folien und Oberflächen bis hin zu Design- oder Dichtungselementen für fast alle industriellen Anwendungsbereiche.

Unternehmensführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand besteht aus vier Mitgliedern:[3]

  • Michael Kundel (Vorstandsvorsitzender seit 2. April 2008)
  • Sven Behrendt
  • Karsten Jaenicke
  • Thomas Sampers

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum. In: renolit.com. Abgerufen am 16. Mai 2018.
  2. a b Über RENOLIT. In: renolit.com. Abgerufen am 28. Dezember 2018.
  3. renolit.com: Impressum. Abgerufen am 16. Juli 2020.