Residentur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die Residenturen der Geheimdienste. Für den geschichtlichen Begriff aus der Zeit der Kolonialisierung siehe Residentur (Kolonialgeschichte).

Im Jargon der Nachrichtendienste bezeichnet man eine Vertretung oder einen Stützpunkt eines solchen Dienstes im Ausland als Residentur.

Es wird unterschieden zwischen legalen und illegalen Residenturen.

Legale Residentur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine legale Residentur ist ein mehr oder weniger erkennbarer, gegebenenfalls gar in eine offizielle Vertretung eines Landes (Botschaft oder Konsulat) integrierter Stützpunkt des Geheimdienstes (z.B. in befreundeten Ländern).

Davon zu unterscheiden ist eine legal abgedeckte Residentur, bei der die Nachrichtendienst-Mitarbeiter - oft als Gruppe/Organisationseinheit - legal und mit offizieller Erlaubnis auf dem Boden des fremden Staates arbeiten, aber ihr Auftrag bzw. ihre eigentliche Tätigkeit legendiert ist, d.h. der Mitarbeiter zur Abdeckung eine offizielle Tätigkeit z.B. als Diplomat, Außenhändler oder Journalist ausübt. Es hat sich eingebürgert, nur den Leiter der Residentur als Residenten zu bezeichnen, dem die anderen Mitarbeiter unterstellt sind. Die Verbindung zwischen Zentrale und Residentur läuft ausschließlich über den Tisch des Residenten.

Illegale Residentur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine illegale Residentur ist eine getarnte und nach Möglichkeit vor den Behörden des "Gastlandes" geheim gehaltene Residentur.

Zwischen diesen Typen von Residenturen gibt es fließende Übergänge: Da eine nachrichtendienstliche Tätigkeit für fremde Staaten in den allermeisten Ländern verboten ist, liegt es oft an politischen Entscheidungen, wie mit den Residenturen und deren Personal (den Residenten) verfahren wird.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wohl meisten Residenturen weltweit befinden sich in den Botschaften der jeweiligen Staaten; dies ist die typische Vorgehensweise. Die Residenten haben diplomatische Akkreditierungen und genießen mitunter Immunität. In den Jahresberichten des Verfassungsschutzes wird z.B. häufig auf die Residenturen der diversen Dienste Nordkoreas und der VR China in deren Berliner Botschaften hingewiesen.

Daneben dienen häufig Handelsmissionen, Konsulate oder Kultur- bzw. Sprachinstitute als Residenturen.

Residenten der Vereinigten Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den diplomatischen Vertretungen der USA wird der örtliche Resident der CIA Chief of Station (COS) genannt. Er ist der federführende Repräsentant für alle US-Nachrichtendienste am jeweiligen Standort.