Retsch Arzberg

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Retsch Arzberg ist eine Marke des deutschen Porzellanherstellers Retsch AG Household World mit Sitz in Arzberg.

Porzellanfabrik Retsch & Cie.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Retsch & Cie. wurde 1885 von Maurermeister Bernhardt Retsch (1842–1896), Textilfabrikant Gustav Heinrich Müller und Likörfabrikant Christoph Seifert in Wunsiedel gegründet. Unternehmensziel war die Ausbeutung der örtlichen Kalksteinvorkommen und der Bau einer Mineralmühle. Im Laufe des Jahres 1891 wurde eine Porzellanfabrik errichtet, noch im Dezember verließ die erste Weißware den Grobbrandofen. Dekorierung und Glattbrand erfolgten anfangs noch im nahen Arzberg. Doch schon 1892 entstanden eine eigene Porzellanmalerei und ein Glattbrandofen.

Hergestellt wurde Zier- und Luxusporzellan. 1896 krönte eine Silbermedaille auf der Landesgewerbeausstellung Nürnberg die Bemühungen des jungen Unternehmens. Zu diesem Zeitpunkt hatte es über 200 Mitarbeiter.

Vor dem Ersten Weltkrieg verfügte die Fabrik über sieben Rundöfen. Das Fabrikgelände war schrittweise ausgeweitet worden und bot 370 Arbeitsplätze. Etwa 80 Prozent der Erzeugnisse wurden exportiert, v. a. in die USA. Retsch & Cie. litt wie andere deutsche Unternehmen unter den Kriegsfolgen und der Weltwirtschaftskrise, konnte den Betrieb jedoch aufrechterhalten. 1940 wendete ein Einspruch der Stadt Wunsiedel die Zwangsschließung wegen nichtkriegswichtiger Produktion ab.

Die Produktion wurde 1953 auf Tunnelöfen umgestellt. Bis 1958 setzte sich die Modernisierung fort mit Trockenschränken, Halbautomaten für die Becher- und Untertassenproduktion, einer Massemühle und einer Flüssiggasanlage. 1969 wechselte die Rechtsform von der OHG zur KG. Zum 100–jährigen Bestehen 1991 beschäftigte die Porzellanfabrik etwa 320 Mitarbeiter. Die Produktpalette beinhaltete weiterhin Kaffee-, Tafel-, Tee- und Mokkaservice sowie Geschenkartikel.

Retsch AG Household World[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2003 erfolgte die Übernahme des Unternehmens durch die GPK-Gruppe. Heute haben Verwaltung und Vertrieb ihren Sitz in Arzberg, Lager und Lagerverkauf liegen in Bindlach. Hergestellt wird hauptsächlich Haushaltsporzellan, rund 6 Millionen Teile pro Jahr. Etwa zwei Drittel davon werden auf dem deutschen Markt verkauft, ein Drittel wird exportiert, vor allem in EU-Länder. Beschäftigt werden rund 120 Mitarbeiter.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beatrix Münzer-Glas: GründerFamilien - FamilienGründungen. Ein Beitrag zur Geschichte der Porzellanindustrie Nordost-Bayerns (Schriften und Kataloge des Deutschen Porzellanmuseums 75), Hohenberg an der Eger 2002. ISBN 3-927793-74-4. S. 111–140.
  • Ludwig Danckert: Handbuch des Europäischen Porzellans, Prestel, München 1992, ISBN 3-7913-1173-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]