Ricardo Piglia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ricardo Piglia (2011)

Ricardo Piglia (* 24. November 1941 in Adrogué (Provinz Buenos Aires); † 6. Januar 2017 in Buenos Aires[1]) war ein argentinischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ricardo Piglia stammte aus einer aus Italien einwanderten Familie.[2] Als 16-jähriger begann er, ein als Lebenswerk angelegtes Tagebuch zu führen, das bis zu seinem Tode auf 327 Hefte anwuchs.[3] Er studierte u. a. Geschichte an der Universidad Nacional de La Plata. Sein Promotionsstudium musste er ohne Abschluss abbrechen, als sich General Juan Carlos Onganía 1966 an die Macht geputscht hatte. Er bekam eine Anstellung im Verlag Tiempo Contemporáneo und fungierte zwischen 1971 und 1975 als Herausgeber der Zeitschriften Literatura y Sociedad und Los Libros. Neben seiner Funktion als Herausgeber – unter anderem der Serie Negra, in der Übersetzungen der Kriminalromane Dashiell Hammetts, Raymond Chandlers, David Goodis' oder Horace McCoys erschienen, – machte er sich in dieser Zeit auch einen Namen als Literaturkritiker.

Piglia lebte ab 1986 überwiegend in den USA, lehrte an der Harvard-Universität und war emeritierter Professor für spanische und portugiesische Kultur und Sprache an der Universität Princeton. Im Dezember 2011 kehrte er nach Buenos Aires zurück. Seine Jahrzehnte in den USA empfand er nicht als Exil, sondern – in seinen Worten – als „Existenz zwischen Gehen und Bleiben“.[3]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Respiración artificial, 1980.
  • La ciudad ausente, 1992.
  • Plata quemada. Novela. 1997.
  • Blanco nocturno, 2010.
  • El camino de Ida, 2013.

Erzählungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nombre falso, 1975.
    • darin: Falscher Name – Hommage an Roberto Arlt, dt. von Sabine Giersberg. Wagenbach, Berlin 2003, ISBN 3-8031-3184-7.
  • Jaulario, 1967.
  • Prisión perpetua, 1988.
  • Cuentos morales, 1995.
  • El pianista, 2003.

Drehbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Essays[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Crítica y ficción, 1986.
  • Formas breves, 1999.
  • Diccionario de la novela de Macedonio Fernández, 2000.
  • El último lector, 2005.
  • Teoría del complot, 2007.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ricardo Piglia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Falleció Ricardo Piglia auf InfoRegión.com.ar vom 6. Januar 2017
  2. Volker Breidecker: In Borges’ Hand. Der argentinische Autor Ricardo Piglia ist tot. In: Süddeutsche Zeitung vom 9. Januar 2016, S. 11.
  3. a b Paul Ingendaay: Mensch aus Wörtern. Zum Tode des argentinischen Schriftstellers Ricardo Piglia. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Januar 2017, S. 9.