Richard Weize

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Richard Weize (* 4. August 1945 in Bad Gandersheim, Deutschland) ist Gründer des Musiklabels Bear Family Records und Autor.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weize wuchs in Bad Gandersheim auf. Hier betreibt seine Familie seit 1845 eine Buchbinderei, sowie eine Buch- und Schreibwarenhandlung. Seine Begeisterung für Pop-Musik entwickelte sich mit dem Auftauchen der ersten angloamerikanischen Singles auf dem bundesdeutschen Markt. Der AFN, Elvis und die Stars im Hamburger Star Club taten ein Übriges. Bereits 1960 wurde Weize zum Pionier, er importierte kaum erhältliche Country- und Rock 'n' Roll-Alben aus den USA und verkaufte sie – mit einem kleinen Aufschlag – an Freunde und Bekannte. Es war nicht nur der Beginn seiner eigenen Plattensammlung, damit legte er auch den Grundstein für sein Label Bear Family Records.

Nach dem Schulabschluss 1960 begann er erst einmal eine Ausbildung in einer Eisengießerei, zwei Jahre später sattelte er zum Dekorateur um und endete dann Mitte 1966 im Job eines Weinverkäufers. Die Weinfirma schickt ihn 1967 nach England, wo er die kommenden fünf Jahre lebte. Die Musik war in den Hintergrund getreten, erst das Wembley-Country-Music-Festival 1968 ließ seine Sammelleidenschaft aufleben. Zurück in Deutschland versuchte sich Weize aber erst einmal als Vertreter für Drucksachen verkaufte. Eine Notlösung, denn er war auf der Suche nach einer richtigen Aufgabe.

1971 hatte er bereits – zusammen mit einem Partner – das Label Folk Variety gegründet, das er aber nebenbei betrieb. Als sich sein Kompagnon nach einigen Jahren politisch in Bremen zu engagieren begann, war aber auch damit Schluss. Seine Vertretertätigkeit gab Weize Ende 1974 auf, und gründete 1975 Bear Family Records gegründet und wollte sich nun ganz dieser Aufgabe widmen. Hauptgeschäftsgebiet war der Verkauf importierter Platten.

Bear Family Records[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1972 erscheinen die ersten Eigenproduktionen von Bill Clifton und Carl T. Sprague auf Folk Variety Records, später dann auf Bear Family Records. Weize hatte die beiden Musiker zu Neuaufnahmen überreden können. Die ersten „Kataloge“ des Labels wurden von Weize noch auf der Schreibmaschine getippt, doch schon bald musste er Mitarbeiter einstellen, die ihn bei der Arbeit halfen. Bear Family war nicht mehr nur eine reine Mailorder-Firma, durch Weizes Arbeit hatte sich das Label zum weltweiten Label für Wiederveröffentlichungen gewandelt. Im Laufe der Jahre hatte Richard Weize Weggefährten gefunden – andere Produzenten, Autoren, Musiker, Musik-Liebhaber, die ihn z. T. bis heute begleiten (z. B. Jürgen Brückner (†), John Cowley, Hank Davis, Colin Escott, Bill Geerhart, Martin Hawkins, Hugo Keesing, Michael Kleff, Volker Kühn (†), Rainer E. Lotz, Bernd Matheja, Ted Olson, Tony Russell, Dr. Jürgen Schebera um nur einige zu nennen). So öffneten letztlich auch die „großen Labels“ der Bear Family ihre Archive.

Weitere Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben diesen Aktivitäten ist Richard Weize im Vorstand vom Klaus Kuhnke Archiv. 2002 gründete er außerdem das kleine „… and more bears“ Label. Dieses Label war dazu gedacht, sich auch im Download-Bereich zu etablieren. Im Laufe der Jahre hatte Weize Rechte an Titeln erworben, die er auf verschiedenen Plattformen ihrer Bedeutung entsprechend präsentieren wollte und will. Das Gleiche gilt für das „Richard Weize Archives Label (RWA)“, das erst 2016 gegründet wurde. Einige CDs und LPs sind mittlerweile aus dem Fundus seines Archivs dort erschienen. Seine Branchenkenntnisse brachte er auch in Buchveröffentlichungen ein: als Herausgeber der „1000 Nadelstiche (Amerikaner & Briten singing deutsch 1955-1975)“, „Creole Music of the French West Indies - a discography 1900 - 1959“ und Co-Autor des „LONDON-Label-Lexikons“ und Mitarbeiter von „Die TELDEC-Story“. Für Bear Family Records stellt er noch sporadisch Projekte zusammen.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Richard Weize hat fünf Kinder aus seinen ersten zwei Ehen mit Helga und Petra Weize: Ricky (* 1964), Rene (* 1965), Tobias (* 1972), Sarah (* 1974) und Philipp (* 1979). Seit 1994 lebt Weize mit seiner dritten Frau Birgit im Teufelsmoor in der Nähe von Bremen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anerkennung für Bear-Family-Produkt blieb nicht auf die USA beschränkt. Die deutsche Musikindustrie würdigte Richard Weizes Lebenswerk 2009 mit einem „Echo“. Neben dem „Deutschen Schallplatten Preis“ erhielt er u. a. den „W.C. Handy Award“, den „Blues Music Award“, und war "Grammy"-nominiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]