Roßhaupten (Röfingen)

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Roßhaupten
Gemeinde Röfingen
Wappen von Roßhaupten
Koordinaten: 48° 25′ 50″ N, 10° 28′ 10″ O
Höhe: 511 m ü. NHN
Fläche: 1,67 km²[1]
Einwohner: 394[2]
Bevölkerungsdichte: 236 Einwohner/km²
Postleitzahl: 89365
Vorwahl: 08222

Roßhaupten ist einer der beiden Gemeindeteile von Röfingen und eine Gemarkung im schwäbischen Landkreis Günzburg.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchdorf in Gestalt eines Straßendorfes liegt am westlichen Rand der Holzwinkel genannten Landschaft, die den nördlichen Teil des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder bildet, knapp zwei Kilometer östlich von Röfingen an der Staatsstraße 2510. Im Westen hat sich der Ort in die Gemarkung Röfingen ausgedehnt.

Die Gemarkung liegt im Nordosten des Gemeindegebiets. Auf der Gemarkung liegt nur der Ort Roßhaupten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie die östlichen Nachbarorte Landensberg und Glöttweng war Roßhaupten ursprünglich eine Rodungssiedlung.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bestand in Roßhaupten eine Poststation am Niederländischen Postkurs von Brüssel über Augsburg nach Innsbruck und Italien, die seit 1523 belegt ist.[3] Der Brüsseler Generalpostmeister Franz II. von Taxis übereignete diese Poststation 1543 mitsamt dem Postamt Augsburg zum Nießbrauch an Seraphin I. von Taxis.[4] Die Poststation Roßhaupten wurde jedoch bereits 1549 unter dem Generalpostmeister Leonhard I. von Taxis in das benachbarte Scheppach verlagert, was aus Prozessakten des Jahres 1568 hervorgeht.[5]

Herrschaftsgeschichtlich war Roßhaupten bis 1805 eng mit dem Nachbardorf Röfingen verbunden. Genauso wie dieses gehörte es zur vorderösterreichischen Markgrafschaft Burgau.

Seitdem der Ort zum Königreich Bayern gehörte, war Roßhaupten, eine eigenständige Gemeinde. Sie hatte 1961 eine Fläche von 166,87 Hektar und 330 Einwohner in 69 Wohngebäuden.[1] Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde sie 1972 nach Röfingen eingemeindet.[6] Seinen höchsten Einwohnerstand hatte Roßhaupten im Jahr 1946 mit 442 Einwohnern.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Leonhard
  • Katholische Filialkirche St. Leonhard, gotisch, Ausbau 1680; mit Ausstattung

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Roßhaupten

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungefähr 300 m nördlich des Ortes an der Grenze zur Gemeinde Haldenwang verläuft entlang eines Feldweges die Trasse der ehemaligen Römerstraße Augsburg-Günzburg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Roßhaupten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 945 (Digitalisat).
  2. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 405 (Digitalisat).
  3. Joseph Rübsam: Zur Geschichte der ältesten Posten in Tirol und den angrenzenden Ländern, in: L’Union Postale (UP) 12, Dezember 1891, S. 199.
  4. Martin Dallmeier: Quellen zur Geschichte des europäischen Postwesens 1501–1806, Teil II, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz 1977, S. 13.
  5. Martin Dallmeier: Quellen zur Geschichte des europäischen Postwesens 1501–1806, Teil II, S. 22–23.
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 126, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnote 25).
  7. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 227, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).