Roland D.II

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L.F.G. Roland D.II „Haifisch“
Am Flugplatze (BildID 15531513).jpgRoland D.II „Haifisch“ der Jasta 25, Flugplatz Canatlarzi in Mazedonien 1917
Typ: Jagdflugzeug
Entwurfsland: Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich
Hersteller:

Luftfahrzeug-Gesellschaft m.b.H. (Roland) in Charlottenburg

Indienststellung: Anfang 1917
Produktionszeit: Herbst 1916
Stückzahl: ca. 300

Die Roland D.II war ein deutsches Jagdflugzeug im Ersten Weltkrieg.

Entwicklung und Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die D.II war die Weiterentwicklung von den Ingenieuren Tantzen und Hoffmann der Luftfahrzeug-Gesellschaft m.b.H. (Roland) in Stadt Charlottenburg konstruierten Roland D.I. Wegen ihrer aerodynamischen Formgebung erhielten diese Jagdflugzeuge die Bezeichnung Haifisch.

Der Erstflug der Roland D.II fand im Oktober 1916 statt.

Die Flugzeuge wurden mit

  • Mercedes D.III-Motor als Roland D.II
  • und mit Opel Argus As.III-Motor als Roland D.IIa

geliefert.

Da die Produktionsstätte der L.F.G. in Adlershof durch einen Brand zerstört worden war, griff man auf die Pfalz Flugzeugwerke in Speyer zurück, die unter Leitung des Konstrukteurs Roever die Lizenzfertigung übernahmen. Nach Wiederaufnahme der Fertigung in Charlottenburg produzierte Roland zusammen mit seinem Lizenzhersteller etwa 300 Flugzeuge für die deutschen Luftstreitkräfte.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die stärker bewaffnete und motorisierte Roland D.II war zwar ein Fortschritt gegenüber der nur mit einem MG ausgerüsteten D.I, stand aber im Schatten der erfolgreichen Albatros-Jagdflugzeuge, weshalb sie an weniger umkämpften Gebieten der Westfront sowie an der Ostfront und in Mazedonien eingesetzt wurde. Da die Maschinengewehre vorn im Rumpf eingebaut waren, hatte der Pilot im Gefecht Schwierigkeiten, Ladehemmungen zu beseitigen. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse nach vorn/unten und der schwergängigen Steuerung war das Flugzeug bei den Piloten nicht sehr beliebt.[1]

Neben der königlich-bulgarischen Fliegertruppe setzten folgende Verbände der deutschen Luftstreitkräfte Roland D.II/D.IIa ein:

  • Jasta 15
  • Jasta 25
  • Jasta 27
  • Jasta 31
  • Jasta 32
  • Fl. Abt. 21
  • Fl. Abt. 220
  • FEA 9

Weiterentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Kaiserliche Marine baute L.F.G. eine Roland D.II mit Doppelschwimmern zum Wasserflugzeug um, das unter der Bezeichnung L.F.G. Roland WD am 29. Juni 1917 seinen Erstflug absolvierte.

Nachfolgemodell der D.II und letzte Version der „Haifisch“-Serie war die L.F.G. Roland D.III.

Technische Daten[2][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Roland D.II Roland D.IIa Roland WD
Stückzahl 50 (LFG) + 100 (Pfalz) 50 (LFG) + 100 (Pfalz) 1
Besatzung 1
Länge 6,93 m 9,90 m
Spannweite 8,94 m 10,10 m
Spannweite (untere Tragfläche) 8,50 m
Höhe 3,11 m 2,95 m 3,20 m
Flügelfläche 22,8 m² 22,0 m² 29,9 m²
Leermasse 715 kg 635 kg
Startmasse 925 kg 868 kg 1148 kg
wassergekühlter Sechszylinder-Reihenmotor Mercedes D III; 160 PS (118 kW) Argus As.III; 180 PS (132 kW) Mercedes D.III; 160 PS (118 kW)
Höchstgeschwindigkeit 169 km/h 181 km/h[3] 118 km/h
Steigzeit auf 3000 m 14 min
Steigzeit auf 4000 m 23 min
Steigzeit auf 5000 m 27 min 20 min
Dienstgipfelhöhe 5200 m[4] 5800 m
Reichweite 300 km
Flugdauer
Bewaffnung zwei MG 08/15 zwei MG

Die Roland D.II im Leistungsvergleich (ca. Frühjahr 1917)

Name Motorleistung Höchstgeschwindigkeit Startmasse Anzahl MG Gipfelhöhe
Roland D.II 160 PS 169 km/h 925 kg 2 5200 m
Roland D.IIa 180 PS 181 km/h 845 kg 2 5800 m
Roland D.I 160 PS 165 km/h 932 kg 1 5000 m
Sopwith Pup 100 PS 171 km/h 556 kg 1 5600 m
Nieuport 17 110 PS 164 km/h 560 kg 1 5350 m
SPAD S.VII 180 PS 180 km/h 755 kg 1 5485 m
Albatros D.III 160 PS 165 km/h 888 kg 2 5500 m

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter L. Gray, Owen Thetford: German Aircraft of the First World War. Putnam, London 1962, (3rd Edition, reprinted: ebenda 1987, ISBN 0-85177-809-7).
  • Peter M Grosz: LFG Roland D.II. Albatros Productions Ltd., Hertfordshire 1994, ISBN 0-948414-62-6, (Windsock Datafile 47).
  • Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. Lohse-Eissing, Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8.
  • Lamberton/Cheesman/Russell: Fighter Aircraft of the 1914–1918. War Harleyford Publ. Ltd., Letchworth 1964, Seite 150/151, ISBN 0-8306-8350-X
  • Kenneth Munson: Kampfflugzeuge 1914–1919. Orell Füssli Verlag, Zürich 1968, S. 116

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. AERO Heft 101, S. 2826
  2. vgl. Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. Lohse-Eissing, Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8, S. 139
  3. Typenblatt. Auf www.luftfahrtmuseum.com. Aufgerufen 16. Februar 2013.
  4. vgl. Roland D.II Auf www.century-of-flight.net (englisch). Aufgerufen am 16. Februar 2013.
 Commons: LFG Roland D.II – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien