Rossotrudnitschestwo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Rossotrudnitschestwo
Россотрудничество
Rechtsform Regierungsagentur
Gründung 1925
Sitz Moskau
Ursprung Russland
Aktionsraum Weltweit
Schwerpunkt Internationale Zusammenarbeit
Methode Kulturaustausch
Website http://rs.gov.ru/

Die Rossotrudnitschestwo (russisch Россотрудничество) ist die Föderalagentur für Angelegenheiten der GUS, für Fragen der im Ausland lebenden Mitbürger und für internationale humanitäre Zusammenarbeit im Außenministerium der Russischen Föderation. Sie hat die Aufgabe, die Kenntnis der russischen Sprache im Ausland zu fördern, die internationale kulturelle Zusammenarbeit zu pflegen und ein umfassendes, aktuelles Russlandbild zu vermitteln. Zudem soll sie im sogenannten „näheren Ausland“, das heißt in den ehemaligen Sowjetrepubliken, die Interessen der russischen Regierung vertreten.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Föderalagentur für Angelegenheiten der GUS, für Fragen der im Ausland lebenden Mitbürger und für internationale humanitäre Zusammenarbeit (Rossotrudnitschestwo) soll durch ein weltweites Netzwerk von staatlichen Russischen Zentren in vielen Ländern die russische Sprache und die kulturelle Zusammenarbeit fördern. Gleichzeitig ist Rossotrudnitschestwo der russische Ansprechpartner für die unabhängigen nationalen Freundschaftsgesellschaften in diesen Ländern.

Seit 2008 soll Rossotrudnitschestwo offensiv die Interessen Moskaus im Ausland vertreten, insbesondere in den ehemaligen Sowjetrepubliken, damit nähern sich die Ziele von Rossotrudnitschestwo jenen der international politisch einflussreichen US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID).

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Agentur ist derzeit mit 74 Russischen Zentren in Europa, Amerika, Asien und Afrika vertreten. Darunter das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin und das Russische Kulturinstitut in Wien.[1]

Bildungsangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Schwerpunkt der Russischen Zentren ist die Förderung der russischen Sprache in der Diaspora, welche die Durchführung von Sprachkursen und -prüfungen, die Erarbeitung von Lehrmaterialien sowie die Fortbildung von Russischlehrern umfasst.

Kulturelle Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere zentrale Aufgabe der Russischen Zentren ist die kulturelle Zusammenarbeit mit anderen Staaten etwa auf den Gebieten Literatur, Musik, Theater, Film, Tanz, Ausstellungen und Übersetzung. Hierzu organisieren die Russischen Zentren in Kooperation mit Partnern in den Gastländern Programme zu kulturellen und gesellschaftlichen Themen und liefern Beiträge zu Festivals. Bei den Projekten an den Auslandsinstituten wirken Autoren, Musiker, Künstler aus Russland mit und fördern den kulturellen Dialog der Russischen Föderation mit der Welt.

Vermittlung eines Russlandbildes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drittes Hauptziel der Russischen Zentren ist die Vermittlung eines umfassenden, aktuellen Russlandbildes, unter anderem durch Russische Bibliotheken sowie vielfältige Print-, Audio- und Video-Publikationen.

In den Russischen Bibliotheken finden Schüler, Studenten, Wissenschaftler und Lehrkräfte ebenso wie russische Landsleute in der Diaspora russischsprachige Bücher, Hörbücher und Zeitschriften.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Niederlassungen in verschiedenen Gebieten Russlands wie Sankt Petersburg, Wolgograd, Nowgorod, Omsk, Irkutsk, Nowosibirsk, Chabarowsk, Krasnodar und Woronesch hat Rossarubeschzentr weltweit verteilt viele Russische Zentren.

Rossotrudnitschestwo hat seit 1994 den Status einer Regierungsagentur.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Föderalagentur für Angelegenheiten der GUS, für Fragen der im Ausland lebenden Mitbürger und für internationale humanitäre Zusammenarbeit (Rossotrudnitschestwo) wurde durch den Ukas № 1315 des Präsidenten vom 6. September 2008 gegründet. [2] Sie übernahm die Tätigkeiten des Russischen Zentrums für internationale, wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit (Rossarubeschzentr) und früherer Organisationen, deren Geschichte bis 1925 zurück reicht. [3]

Namensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rossotrudnitschestwo hat eine wechselhafte Geschichte, die in mehreren Namenswechseln sichtbar wird:

  • 1925 Allunions-Gesellschaft für kulturelle Beziehungen mit dem Ausland (VOKS)
  • 1958 Verband der sowjetischen Gesellschaften für Freundschaft und kulturelle Beziehungen mit den Völkern anderer Länder (SSOD) / Союз советских обществ дружбы с народами зарубежных стран (ССОД)
  • 1992 Russische Agentur für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (RAMS) / Российской ассоциации международного сотрудничества (РАМС)
  • 1994 Russisches Zentrum für internationale, wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit (Rossarubeschzentr) / (Росзарубежцентр)
  • 2008 Föderalagentur für Angelegenheiten der GUS, für Fragen der im Ausland lebenden Mitbürger und für internationale humanitäre Zusammenarbeit (Rossotrudnitschestwo) / Федеральное агентство по делам Содружества Независимых Государств, соотечественников, проживающих за рубежом, и по международному гуманитарному сотрудничеству (Россотрудничество)

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Dezember 2017 ist Eleonora Walentinowna Mitrofanowa Leiterin von Rossotrudnitschestwo.

Unter den bisherigen Leitern waren:

Internationale Freundschaftsgesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den 61 Freundschaftsgesellschaften gehören:

Vergleichbare Institute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vergleichbare Institutionen der deutschsprachigen Länder sind:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. О Россотрудничестве (Über Rossotrudnichestvo). Abgerufen am 26. April 2018 (russisch).
  2. Kommersant Meldung von RIA Novosti, 20. Oktober 2008
  3. Gesellschaft Schweiz-Russland, Dossier