Roth an der Saale

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Roth an der Saale
Koordinaten: 50° 17′ 13″ N, 10° 6′ 14″ O
Höhe: 220 m ü. NN
Fläche: 1,78 km²
Einwohner: 351 (30. Jun. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1971
Eingemeindet nach: Steinach an der Saale
Postleitzahl: 97708
Vorwahl: 09708
Roth an der Saale (Bayern)
Roth an der Saale

Lage von Roth an der Saale in Bayern

Roth an der Saale (amtlich: Roth a.d.Saale) ist ein Ortsteil des Marktes Bad Bocklet. Es liegt an der Fränkischen Saale, zwischen Bad Kissingen und Bad Neustadt a. d. Saale in Bayern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roth befindet sich nordöstlich von Bad Bocklet am linken Ufer der Fränkischen Saale, am Fuße des 406 m hohen Quästenbergs mit der Ruine Steineck. Der Ort ist südwestwärts über eine Stahlbetonbrücke mit Steinach und nordostwärts mit Nickersfelden verbunden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roth wurde erstmals 1240 als Rode urkundlich erwähnt. Die Besitzrechte lagen zunächst beim Würzburger Bischof, der den Ort 1474 an die Forstmeister von Rothenkolben verkaufte, die Landeshoheit aber beibehielt. 1611 wurde Roth von der Pest heimgesucht und durch den folgenden Dreißigjährigen Krieg nahezu entvölkert. Nach der Säkularisation gehörte das Dorf ab 1815 endgültig zum Königreich Bayern. 1814 wurde auch der Weinbau im Ort aufgegeben. 1838 wurde ein eiserner Steg über die Fränkische Saale nach Steinach errichtet. 1882 wurde im Ort die Freiwillige Feuerwehr Roth gegründet. Der Plan einer Saale-Eisenbahn von Bad Kissingen nach Bad Neustadt über Roth wurde nie verwirklicht, so dass Roth weiterhin überwiegend landwirtschaftlich geprägt blieb. Auch der Bau der Ruppelmühle am Ende des 19. Jahrhunderts diente neben der Stromerzeugung vor allem der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Im Jahr 1910 lebten in Roth 175 Einwohner. 1920 erhielt der Ort elektrisches Licht. Die Saalebrücke wurde 1945 zerstört und erst 1966 wieder aufgebaut. Am 1. April 1971 wurde Roth in den Markt Steinach an der Saale eingemeindet.[1] Diese wiederum kam im Zuge der Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978 zu Bad Bocklet.[2] Die Infrastruktur des wachsenden Ortes wurde unterdessen weiter ausgebaut. 1972 wurden die Straßen ausgebessert und das Wohngebiet am Quästenberg erschlossen, 1974 ein Fernsehfüllsender installiert und 1977 die Straße nach Reichenbach neu gebaut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt ist vor allem die Ruppelmühle, die in einem Backsteinbau aus dem Jahre 1900 untergebracht ist und die durch zwei Turbinen 90 kW Strom, hauptsächlich für den angeschlossenen Müllereibetrieb produziert, wo ca. 20 Tonnen Getreide pro Tag gemahlen werden.

Roth hat keine eigene Kirche; Pfarrgemeinde für den Ort ist Steinach. In der Ortsmitte befindet sich eine kleine Parkanlage. Am Ortsrand hat sich ein Bildstock aus dem Jahr 1661 erhalten.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft des Ortes wird vor allem durch die Landwirtschaft und kleine Dienstleistungsbetriebe geprägt. Es besteht eine Busanbindung nach Bad Bocklet und Münnerstadt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Wabra: Führer durch die Kissinger Rhön, Landeskundliche Schriftenreihe für das nördliche Unterfranken, Heft 10, herausgegeben vom Landkreis Bad Kissingen und dem Bezirksheimatpfleger vo Unterfranken, Bad Kissingen, 1968, 243–245

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 427.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 738.