Fränkische Saale

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Nebenfluss des Mains bei Gemünden, andere Flüsse mit demselben Grundwort im Namen führt Saale (Begriffsklärung) auf, darunter den in Oberfranken entspringenden Elbe-Nebenfluss Saale.
Fränkische Saale
Karte Fränkische Saale.png
Daten
Gewässerkennzahl DE: 244
Lage Unterfranken, Bayern (Deutschland)
Flusssystem Rhein
Abfluss über Main → Rhein → Nordsee
Quelle im Grabfeld nahe Bad Königshofen
50° 17′ 57″ N, 10° 35′ 40″ O
Quellhöhe 313 m ü. NN
Mündung bei Gemünden in den MainKoordinaten: 50° 3′ 21″ N, 9° 41′ 6″ O
50° 3′ 21″ N, 9° 41′ 6″ O
Mündungshöhe 154 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied 159 m
Länge 140 km[2] 
152,8 km[3] mit Milz als Oberlauf
Einzugsgebiet 2766,45 km²[4]
Abfluss am Pegel Wolfsmünster[5]
AEo: 2120,89 km²
Lage: 6,9 km oberhalb der Mündung
NNQ (1954)
MNQ 1950–2007
MQ 1950–2007
Mq 1950–2007
MHQ 1950–2007
HHQ (2003)
500 l/s
4,14 m³/s
16,6 m³/s
7,8 l/(s km²)
137 m³/s
440 m³/s
Abfluss[6] an der Mündung
AEo: 2763,82 km²
MQ
Mq
24,2 m³/s
8,8 l/(s km²)
Linke Nebenflüsse Barget, Lauer
(für diese/weitere siehe #Nebenflüsse)
Rechte Nebenflüsse Milz, Streu, Brend, Premich, Thulba, Schondra, Sinn
(für diese/weitere siehe #Nebenflüsse)
Mittelstädte Bad Kissingen
Kleinstädte Bad Königshofen, Bad Neustadt, Hammelburg, Gemünden
Schiffbar nur in Bad Kissingen
Fränkische Saale mit Schloss Saaleck bei Hammelburg

Fränkische Saale mit Schloss Saaleck bei Hammelburg

Die nördliche Quelle der Fränkischen Saale bei Alsleben
Bronzetafel an der Quellfassung des nördlichen Quellbachs
Saalequelle bei Obereßfeld
Die Fränkische Saale bei Morlesau

Die Fränkische Saale ist ein rund 140 km[7] langer, nordöstlicher und rechter Nebenfluss des Mains im bayerischen Unterfranken. Sie entsteht im Grabfeld nahe Bad Königshofen aus zwei Quellbächen und mündet bei Gemünden in den Main (FS-km 211,0).

Ersterwähnung und Namensdeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde die Fränkische Saale im Jahr 777 unter den Namen „Sala“ und „Salu“ in einem Fuldaer Urkundenbuch erwähnt. Diese Begriffe mit der allgemeinen Bedeutung als fließendes Gewässer lassen sich schon bei dem griechischen Geografen Strabon (etwa 63 v. Chr. bis 23 n. Chr.) belegen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellbäche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fränkische Saale entsteht im Grabfeld östlich bzw. südöstlich von Bad Königshofen aus zwei Quellbächen:

  • Ihr nördlicher Quellbach entspringt im Saalbrunnen, 1,7 Kilometer östlich von Alsleben, einem Ortsteil von Trappstadt, an der Straße nach Gompertshausen unterhalb des 390 Meter ü. NN hohen Kapellenbergs auf 313 Meter ü. NN. Die erste Quellfassung aus Sandstein der 1940er Jahre wurde 1973 umgestaltet und erhielt 1985 ihr heutiges repräsentatives Aussehen. Eine Bronzetafel von Erich Husemann aus Trappstadt weist seit 1987 auf die Bedeutung der Fränkischen Saale hin.
  • Wenige Kilometer südlich, nahe der Heckenmühle bei Obereßfeld, Gemeinde Sulzdorf an der Lederhecke, entspringt der südliche Quellbach dem Salzloch. Er trägt bis zum Zusammenfluss mit dem nördlichen Quellbach bei Bad Königshofen-Untereßfeld auch die Namen Saalegraben und Dagigbach.

Verlauf und Mündung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Zusammenfluss der beiden Quellbäche unweit südöstlich von Bad Königshofen fließt die Fränkische Saale zumeist in südwestlicher Richtung entlang des Südostrands der Rhön, unter anderem über Bad Neustadt, Bad Bocklet, Bad Kissingen, Hammelburg und Gräfendorf, wo ihr von rechts die Schondra und bei Gemünden als größter Nebenfluss die Sinn zufließt. Unmittelbar nach Durchfließen von Gemünden erreicht sie, von Nordosten kommend, mit einer mittleren Wasserführung von rund 24 m³/s[6] den Main. Sie ist dessen größter rechter Nebenfluss.

Nebenflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graphische Übersichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Flusssystem der Fränkischen Saale wird insbesondere von acht Haupt-Nebenflüssen geprägt, von denen nur einer von links einmündet.[7]

Nach Länge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Milz (Fluss) Streu (Fränkische Saale) Brend (Fluss) Lauer (Fluss) Premich (Fluss) Thulba Schondra (Fluss) Sinn (Fluss)
Nach Einzugsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Milz (Fluss) Streu (Fränkische Saale) Brend (Fluss) Lauer (Fluss) Premich (Fluss) Thulba Schondra (Fluss) Sinn (Fluss) Einzugsgebiet

Tabellarische Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Nebenflüsse der Fränkischen Saale haben ein Einzugsgebiet von mindestens 10 km²:

Name Seite Länge

[km][7]
EZG

[km²][7]
Abfluss
(MQ)
[l/s][8]
Mündung

[auf FS-km][9][7]
Mündungsort GKZ
Saalgraben[10] links 003,90 015,20 005,90 Bad Königshofen-Untereßfeld 244-111?
Weißbach rechts 10,76 026,26 009,77 Bad Königshofen 244-112
Haubach rechts 10,14 029,41 015,24 Großeibstadt 244-114
Barget links 09,38 025,10 019,67 Kleineibstadt 244-116
Albach links 07,26 017,40 020,25 unterhalb Kleineibstadts 244-118
Milz rechts 36,44 186,07 1090
(158,17 km²)
023,63 Saal an der Saale 244-12
Dippbach rechts 06,90 015,21 031,91 oberhalb Hollstadts 244-196
Streu rechts 41,86 447,86 3690
(434,68 km²)
038,23 Heustreu 244-2
Brend rechts 29,72 140,07 1580
(111,11 km²)
042,75 Bad Neustadt 244-32
Lauer links 33,24 298,49 1610
(258,65 km²)
047,56 Niederlauer 244-4
Premich rechts 18,37 093,88 058,97 zwischen Steinach und Roth an der Saale 244-52
Aschach rechts 12,32 039,98 068,06 Aschach 244-532
Nüdlinger Bach links 06,13 025,97 075,56 Bad Kissingen-Hausen 244-534
Lollbach links 07,06 026,35 084,23 westlich KG-Arnshausens 244-536
Sulzbach[10] links 003,20 015,20 088,80 Euerdorf 244-39?
Thulba rechts 32,11 139,88 0806
(77,98 km²)
111,94 Hammelburg 244-54
Klingenbach rechts 06,19 019,62 115,69 Hammelburg-Diebach 244-592
Waizenbach rechts 07,08 023,47 127,72 oberhalb Gräfendorfs 244-594
Schondra rechts 31,30 164,27 128,75 Gräfendorf 244-6
Sinn rechts 69,38 622,57 5910
(463,63 km²)
139,29 Gemünden am Main 244-8

Eine umfassendere Aufstellung, die auch kleine Zuflüsse enthält, findet sich in der Liste von Zuflüssen der Fränkischen Saale.

Mündung der Sinn in die Fränkische Saale

Hydrologischer Hauptstrang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fränkische Saale ist an ihrem Oberlauf in hydrologischer Sicht nicht der Hauptstrang des nach ihr benannten Flusssystems. Am Zufluss der Milz auf dem Oberlauf bei Saal an der Saale übertrifft diese nach zwei der drei üblichen Kriterien, nämlich Abfluss und Einzugsgebiet, den Lauf der Fränkischen Saale bis dorthin, der jedoch merklich länger ist.

Dieselbe Situation tritt weiter abwärts noch einmal am Zufluss der Streu bei Heustreu auf, die ebenfalls mehr Wasser aus einem größeren Einzugsgebiet heranführt als die Fränkische Saale bis dorthin – und überdies sogar auch noch länger ist, jedenfalls wenn man die Fränkische Saale nicht, nach dem Vorgenannten „korrigierend“, am Milzursprung beginnen lässt.

Sehr kurz vor der Mündung in Gemünden am Main läuft mit der Sinn ein weiterer bedeutender Nebenfluss zu, der zwar nunmehr sowohl wasserärmer, eingebietsärmer und auch kürzer ist als die Saale bis hierher, jedoch ihren Durchfluss um wohl über 40 % erhöht.[11]

Eine Landkarte von 1621 sah die Streu – mit der Beschriftung Straÿ Flu (‚Streu-Fluss‘) bis nach Gemünden – noch als Hauptstrang des Flusssystems an.[12]

Näheres zeigt die folgende Tabelle. Die Pegel stehen jedoch alle merklich oberhalb der relevanten Zusammenflüsse, weshalb sie jeweils nur einen Teil des Abflusses des relevanten Einzugsgebiets erfassen. Insbesondere hat der Pegel an der Fränkischen Saale oberhalb der Streu nur etwa 55 % des Teileinzugsgebietes bis zum Streu-Zufluss im Rücken, jener der Sinn nur rund drei Viertel ihres Einzugsgebiets.

Name Länge


[km][7]
Länge mit
längstem
Oberlauf
[km][7]
EZG
vor Pegel

[km²][7]
Abfluss (MQ)
am Pegel

[l/s][8]
EZG


[km²][7]
Abfluss (MQ);
Ges.-EZG
[13][14]
[l/s][8]
GKZ
Fränkische Saale oberhalb Milz 023,63 023,63 0075,94 00.411 0182,49 ~00.000 244-11
Milz 036,44 036,44 0158,17 01.090 0186,07 ~00.000 244-12
Fränkische Saale oberhalb Streu[15] 038,23 051,04 0234,11 01.501 0424,34 ~00.000 244-1
Streu 041,86 041,86 0434,68 03.690 0447,86 ~00.000 244-2
Fränkische Saale oberhalb Sinn 139,29 139,29 2120,89 16.300 2143,67 ~16.500 244-[1…7]
Sinn 069,38 000,00 0463,63 05.910 0622,57 ~07.055 244-8

Flusssystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städte und Gemeinden an der Fränkischen Saale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden liegen an der Fränkischen Saale:

Hydrologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochwasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders betroffen von regelmäßigen Überschwemmungen der saalenahen Ortskerne sind Bad Kissingen, Westheim, Diebach, Gräfendorf, Wolfsmünster und Gemünden, wie die Hochwassermarken an historischen Gebäuden bezeugen. Bad Kissingen erlebt nicht selten Überschwemmungen mehrmals in einem Jahr. Jedoch sind im historischen Stadtkern Flutschutzmaßnahmen durch den Bau von Wehren und Schutzplanken durchgeführt worden.

Pegelmessungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pegelmessungen finden in Bad Königshofen, Bad Neustadt/Salz, Bad Kissingen (Pegel Prinzregentenbau, Pegel Golfplatz) und Wolfsmünster statt. Die Messstände werden durch das Wasserwirtschaftsamt Schweinfurt veröffentlicht.

Natur und Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fränkische Saale wurde jahrhundertelang von Menschen im Interesse einer intensiveren Nutzung des Saaletals umgestaltet. Der Flusslauf wurde begradigt, indem Mäanderbögen durchstochen wurden. Die Breite des Flusses wurde auf weiten Strecken vereinheitlicht. Auwälder wurden gerodet und die Ufer befestigt, Wassermühlen, kleine Wasserkraftwerke und Stauwehre wurden errichtet, ehemalige Überschwemmungszonen bebaut.

All dies hat die ökologische Funktionsfähigkeit des Flusses stark beeinträchtigt. Uferverbau und Wehre verändern die Fließgeschwindigkeit und Durchgängigkeit, zerstören die Einheit von Fluss und Aue und begünstigen verheerende Hochwasser. Seit einigen Jahren wird im Rahmen von Projekten des Wasserwirtschaftsamts Schweinfurt versucht, durch Rückbau von Uferbefestigungen, Bachumgehungen von Wehren und Aufforstung von Auwäldern der Fränkischen Saale ihre alte ökologische Funktion zum Teil zurückzugeben.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Fränkischen Saale kommen Aal, Aitel, Aland, Äsche, Bachforelle, Bachschmerle, Barbe, Bitterling, Brachse, Elritze, Flussbarsch, Gründling, Hasel, Hecht, Kaulbarsch, Mühlkoppe, Nase, Rotauge, Rotfeder, Rutte und Spiegelkarpfen, sowie vereinzelt auch der Signalkrebs vor.[16]

Zusammenfluss der beiden Quellbäche bei Untereßfeld
Fränkische Saale in Bad Kissingen (Kurpark)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Schifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis ins 14. Jahrhundert führten die Fränkische Saale und ihre Zuflüsse deutlich mehr Wasser als heute, da damals die Höhen ihres Zuflussgebiets wie Rhön und Grabfeld dichter von Laubwäldern bestanden waren und die humosen Böden Niederschlags- und Bodenwasser gleichmäßiger abgeben konnten. Der normale Wasserstand der Saale entsprach einem durchschnittlichen Hochwasser heutiger Zeit, sodass die Uferlandschaften nass bis sumpfig waren. Bis auf Treidelpfade waren die Saaleauen und -wiesen kaum passierbar. Es war unmöglich, mit Fuhrwerken oder gepanzerten Reitern außerhalb fester Wege zu verkehren. Erschwerend kam hinzu, dass der Fluss nicht an beliebiger Stelle überquert werden konnte. Es gab nur wenige Brücken und Furten. Dass die Fränkische Saale schon 790 schiffbar gewesen sein muss, belegt eine Eintragung Einhards in die Reichsannalen aus diesem Jahr. Wie der Schreiber Karls des Großen vermerkte, „(...) fuhr der König (Karl) zu Schiff auf dem Rhein hinauf nach dem Palast, den er zu Salz in Deutschland, an der Fränkischen Saale erbaut hatte und kehrte dann wieder auf demselben Fluss zu Tal nach Worms zurück...“. Karl der Große hatte bereits 777 seinen saalfränkischen Besitz Hammelburg und die gesamte Gemarkung dem Kloster Fulda übereignet, dem es dadurch möglich war, an der Furt bei Hammelburg den Schiffsverkehr zwischen Orten oberhalb und unterhalb der Stadt zu unterbinden oder Zölle zu erheben.

Schifffahrt heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1878 gibt es auf der Saale Dampfschiffe. Die Saaleschifffahrt GmbH besitzt heute noch zwei mundartlich „Dampferle“ genannte Schiffe, die unter der Woche alle 40 Minuten und am Wochenende alle 20 Minuten in Bad Kissingen zwischen dem Rosengarten und der Saline verkehren. Die Namen der heute von Dieselmotoren angetriebenen Schiffe sind Kissingen (Baujahr 1926) und Saline (Baujahr 1964).

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brücken über die Saale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußgängersteg über die junge Saale bei Untereßfeld
Pontonbrücke über die Fränkische Saale an der Roßmühle
Saalebrücke bei Michelau an der Saale

Wichtige Flussüberquerungen sind:

  • bei km 108,3 Autobahnbrücke der A 71 bei Hollstadt
  • bei km 108,0 Straßenbrücke der B 279 bei Hollstadt
  • bei km 99,8 Eisenbahnbrücke der Hauptstrecke SchweinfurtSchmalkalden
  • bei km 96,5 Straßenbrücke der B 19 bei Bad Neustadt
  • bei km 60,4 Straßenbrücke in Bad Kissingen
  • bei km 51,5 zwei Straßenbrücken bei Euerdorf
  • bei km 48,0 Straßenbrücke in Aura die Groß- und Klein-Aura miteinander verbindet
  • bei km 44,2 Eisenbahnbrücke der Saaletalbahn bei Trimberg
  • bei km 41,5 Straßenbrücke am Ortsende von Elfershausen
  • bei km 41,0 Autobahnbrücke der A 7 Kassel-Würzburg
  • bei km 32,8 Straßenbrücke der B 287 in Hammelburg-Fuchsstadt
  • bei km 29,8 Straßenbrücke der Umgehung Hammelburg
  • bei km 26,4 Straßenbrücke in Hammelburg
  • bei km 24,1 Straßenbrücke in Diebach
  • bei km 20,0 Straßenbrücke in Morlesau
  • bei km 17,1 Ponton-Brücke Roßmühle bei Weickersgrüben
  • bei km 15,0 Straßenbrücke in Michelau
  • bei km 9,8 Straßenbrücke bei Schonderfeld
  • bei km 7,9 historische Straßenbrücke in Wolfsmünster
  • bei km 4,0 Fußgängersteg bei Kloster Schönau
  • bei km 0,6 zwei Straßenbrücken in Gemünden
  • bei km 0,1 Eisenbahnbrücke der Main-Spessart-Bahn Würzburg-Frankfurt am Main in Gemünden

Die Saalebrücke bei Hammelburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Bau der Saalebrücke 1121 ermöglichte nur eine Furt die Querung der Fränkischen Saale vor den Toren Hammelburgs. Die stark befestigte, zum Gebiet des Klosters Fulda gehörende Stadt kontrollierte die dort verlaufende wichtige Fernstraße von Italien über Augsburg, Schwaben, Würzburg, nach Kassel sowie in die Niederlande und zu den Nordseehäfen. In der Mitte der fünfbogigen steinernen Brücke stand als Vorposten ein Wehrturm. Ein weiteres Bollwerk, das am linken Saaleufer aufragende Schloss Saaleck, ebenfalls zu Hammelburg gehörend, schützte den Übergang von Süden her. Ohne Erfolg versuchten die Truppen des Würzburger Fürstbischofs Hermann I. von Lobdeburg mehrmals in den Jahren 1224 bis 1265 Saaleck, Brücke und Stadt einzunehmen. Auch weitere Versuche seiner Nachfolger schlugen fehl. Dieser Streit endete erst nach gut zweihundert Jahren durch ein Mandat des Kaisers Maximilian und endgültig durch einen Entscheid des Reichskammergerichts von 1552 zu Gunsten Fuldas. Die Regelungen hatten bis zur Eingliederung Hammelburgs in das Königreich Bayern 1816 Bestand. Danach wurde der Torturm auf der Saalebrücke geschleift.

1945, am Ende des Zweiten Weltkriegs, sprengten deutsche Pioniere Teile der romanischen Bogenbrücke. Die Schäden unterbrachen zwar den Verkehr, waren aber nicht so schwerwiegend, als dass die Brücke nicht hätte wieder hergestellt werden können. Stattdessen wurden die Reste des historischen Bauwerks entfernt und im Jahr 1952 ein Neubau in Stahlbetonbauweise ausgeführt. In elegantem Bogen schwingt sich seitdem die Nachfolgebrücke vor Hammelburg über die Saale.

Burgen und Schlösser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über die Trimburg ins Saaletal

An der Saale liegen einige sehenswerte Schlösser und Burgen:

Stauwehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stauwehr an der Roßmühle mit Fischtreppe

Zahlreiche Stauwehre finden sich im Lauf der Fränkischen Saale, ursprünglich gebaut, um Wassermühlen anzutreiben, heute teilweise zur Stromerzeugung genutzt. Alle Wehre sind mit Fischtreppen versehen:

  • bei km 58,5 Wehr bei Bad Kissingen
  • bei km 50,5 Wehr Karwinkelsmühle
  • bei km 48,0 zwei Wehre bei Aura
  • bei km 43,8 Wehr bei Trimberg
  • bei km 41,9 Wehr Saalemühle bei Elfershausen
  • bei km 38,5 Wehr bei Langendorf
  • bei km 37,7 Wehr bei Westheim
  • bei km 36,8 Wehr Fuchsstätter Mühlen
  • bei km 29,1 Wehr Herrenmühle Hammelburg
  • bei km 28,1 Wehr ehemaliges Kraftwerk des Klosters Altstadt (Hammelburg)
  • bei km 27,6 Wehr Schloss Saaleck
  • bei km 24,1 Wehr Rödermühle, Diebach, Kraftwerk
  • bei km 22,5 Wehr Neumühle, Kraftwerk
  • bei km 17,0 Wehr Roßmühle, Kraftwerk
  • bei km 7,7 Wehr Wolfsmünster
  • bei km 4,0 Wehr Kloster Schönau
  • bei km 1,5 Wehr Gemünden (verfallen)

Die Saaletalbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang des Unterlaufs der Fränkischen Saale verkehrt die Saaletalbahn von Bad Kissingen über Hammelburg und Gräfendorf nach Gemünden. Am Oberlauf gab es bis 1997 die Grabfeldbahn, die Bad Neustadt mit Bad Königshofen verband.

Wasserwandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der vielen Wehre ist die Fränkische Saale bei Kanufahrern als langsam fließender und verträumter Wanderfluss beliebt. Sie darf von Bad Neustadt bis Gemünden mit wenigen Einschränkungen befahren werden. Es besteht ein Nachtfahrverbot vom 1. März bis 31. Juli in der Zeit von 18:00 Uhr bis 7:00 Uhr, ansonsten in der Zeit von 21:00 Uhr bis 07:00 Uhr. Boote dürfen höchstens vier Plätze haben, nicht länger als 6,00 Meter und nicht breiter als 1,10 Meter sein. Rafting, Floßfahrten und das Zusammenkoppeln von Booten sind nicht erlaubt. Es besteht Anzeigepflicht für organisierte gewerbliche Bootsveranstaltungen. Die Wehre sind bis auf wenige Ausnahmen nicht befahrbar und müssen umtragen werden.

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Länge nach: Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 92 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 3,3 MB)
    Geringfügig abweichender Wert von 139,1 km nach: Hochwasserrisikomanagement-Plan, Einzugsgebiet Bayerischer Main: Planungseinheit → Flusslauf Main ab Mündung Regnitz: Gewässersystem, abgerufen am 3. Juni 2012, auf hopla-main.de
  3. Länge mit Oberlauf Milz nach: Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 93 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 3,3 MB) und der angegebenen Gesamtlänge auf der vorangehenden Seite
  4. Einzugsgebiet nach: Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 92 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 3,3 MB)
    Geringfügig abweichender Wert von 2764,8 km² nach: HochwasserAktionsplan Main (Memento vom 6. Juli 2009 im Webarchiv archive.is), aus hap-main.de
  5. Hochwassernachrichtendienst Bayern: Lagebericht (aktuell; Pegeldaten vom 6. September 2011), auf hnd.bayern.de
  6. a b Abflussdaten der Pegel Wolfsmünster (Fränkische Saale) und Mittelsinn (Sinn), vermehrt um den Abfluss des Resteinzugsgebiets unterhalb (179,3 km²), für das, orientiert am Hydrologischen Atlas von Deutschland, ein Gebietsabfluss von rund 9,5 l/s.km² angesetzt ist.
  7. a b c d e f g h i Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 3,3 MB)
  8. a b c Hochwassernachrichtendienst des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (Hinweise)
  9. FS-km: Kilometer der Fränkischen Saale flussabwärts ab der Quelle
  10. a b Länge, Einzugsgebiet und FS-km abgemessen im BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)
  11. Der Pegel der Sinn erfasst nur 74,5 % des Einzugsgebiets mit einer Abflussspende (Mq) von 12,75 l/(s·km²). Setzt man für das Resteinzugsgebiet eine Abflussspende von 8 bis 10 l/(s·km²) an, so kommt man für ihr gesamtes auf einen mittleren Abfluss (MQ) von 6.930 bis 7.180 l/s. Das sind 42 bis 43,5 % des Wertes für die Fränkische Saale oberhalb, für den man durch einen entsprechenden kalkulatorischen Zuschlag auf einen MQ von 16.500 l/s kommt.
  12. Karte Franckenland (Hondius, Jodocus: Atlas minor; 431)
  13. Der Abfluss (MQ = mittlerer Abfluss) wurde hochgerechnet
  14. Ges.-EZG = Gesamt-Einzugsgebiet (in km²)
  15. Mit Milz als längstem Oberlauf
  16. Fischereiverband Unterfranken: Unsere Gewässer, auf fischereiverband-unterfranken.de

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rhönklub e.V. (Hrsg.) Durch die Rhön. Verlag Parzeller, Fulda 2001, ISBN 3-7900-0327-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fränkische Saale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien