Rudi Opitz

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Rudi Opitz (* 19. Februar 1908 in Gohlis bei Leipzig als Rudolf Opitz; † 7. August 1939 im KZ Buchenwald) war ein Leipziger Fotograf und Chemigraf, Gegner und Opfer des Nationalsozialismus.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Rudolf Opitz wurde 1908 als Kind eines Betriebsassistenten geboren und wuchs in der schwierigen Zeit des Ersten Weltkrieges und den folgenden Unruhen in Leipzig-Nord auf. Nach Abschluss der Volksschule erlernte er bei der Firma Körner und Sohn den Beruf des Reproduktionsfotograf und Chemografen. Nach der Ausbildung erhielt er eine Arbeitsstelle in Niederseldlitz bei Dresden und anschließend in Düsseldorf. Nach seiner Hochzeit und der Rückkehr nach Leipzig wurde er arbeitslos und begann die Arbeit im Kommunistischen Jugendverband. 1931 trat er der KPD bei und erhielt einen Platz in der Stadtleitung der Partei. Ab 1933 engagierte er sich aktiv gegen die machthabenden Nationalsozialisten.

Verhaftung und Gefangenschaft[Bearbeiten]

Am 23. August 1935 wurde er wegen „Vorbereiten eines hochverräterischen Unternehmens“ verhaftet. Nach 17 Monaten Untersuchungshaft wurde er zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, von denen er die fehlenden drei Monate im Zuchthaus Zwickau absaß. Anschließend wurde er in das neu erbaute Konzentrationslager Buchenwald überstellt, wo er die Häftlingsnummer 2317, später die 2712 erhielt. Er arbeitete zunächst im Kommando Bücherei/Buchbinderei, anschließend im Fotolabor der SS. Er nutzte seine Position, um heimlich Negative von Gräueltaten der SS durch entlassene Häftlinge an die Öffentlichkeit zu bringen. Als Rudolf Opitz erfuhr, dass seine Entlassung kurz bevorstehe, versuchte er weitere Aufnahmen aus dem Lager zu schmuggeln. Am 29. Juni 1939 wurde jedoch ein Negativ einer Exekution bei ihm gefunden, worauf er in den Arrestzellenbau eingewiesen wurde und unter strengen Arrest kam. Nach drei Tagen Arrest Stehen in der dunklen Zelle wurde normaler Arrest angeordnet. Am 7. August 1939 wurde er vom Arrestzellenbauaufseher Sommer erschlagen, nachdem er drei Tage an eine Dampfheizung gekettet worden war. In den Akten wurde der Mord mit „Freitod durch Erhängen“ beschrieben.

Gedenken an Rudolf Opitz[Bearbeiten]

  • Rudi-Opitz-Straße in Gohlis/Leipzig, eingeweiht 1945
  • Gedenkstein in Gohlis, eingeweiht 1950
  • Rudi-Opitz-Oberschule in Grünau, eingeweiht 1985
  • Stolperstein in der Blumenstraße in Gohlis/Leipzig, eingeweiht 2009

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Kürschner: Seine Fotos aus dem KZ entlarvten die Nazis. Leipziger Volkszeitung, 2008
  • Konzentrationslager Buchenwald, Post Weimar/Thür.
  • Totenbuch Buchenwald

Weblinks[Bearbeiten]