Rudolf Asmis

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Rudolf Asmis

Rudolf Albert August Wilhelm Asmis (* 12. Juni 1879 in Mesekenhagen, Pommern; † 13. November 1945 in sowjetischer Haft[1]) war ein deutscher Jurist und Diplomat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seines Studiums wurde er Mitglied der Sängerverbindung Gotia Greifswald (im Sondershäuser Verband).[2] Asmis war ab 1900 Rechtsreferendar und vier Jahre später preußischer Gerichtsassessor. Im April 1906 fand er eine Anstellung als Assessor in der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts, das ihn bereits im August für drei Monate nach Kamerun entsandte, wo er als Sonderrichter tätig wurde. Nach seiner Rückkehr erhielt er 1907 den Auftrag, die Stammesrechte in der deutschen Kolonie Togo zu dokumentieren.[3] Hier wurde er 1911 Bezirksamtmann ernannt. 1912 wechselte er in den konsularischen Dienst und wurde Konsul in Belgisch-Kongo in Boma und auch für Französisch-Äquatorialafrika außer Gabun. Bei Kriegsbeginn kehrte Asmis nach Deutschland zurück. Während des Ersten Weltkriegs war er bei der deutschen Besatzungsverwaltung im Generalgouvernement Belgien in Brüssel tätig. Nach Ende des Krieges war er Vortragender Rat im Reichsministerium des Innern, ab 1922 als deutscher Botschaftsrat in Tschita (Fernöstliche Republik), danach in Moskau. 1924 war er ein Jahr lang Botschaftsrat in Peking, danach bis 1932 Gesandter in Bangkok, woraufhin er zum Generalkonsul 1. Klasse in Sydney ernannt wurde. Über seine Erlebnisse im Ausland schrieb er mehrere Bücher. Von Januar 1929 bis April 1932 war er Mitglied der Deutschen Volkspartei, am 1. April 1938 nach Aufhebung der Mitglieder-Aufnahmesperre der NSDAP wurde er Mitglied der NSDAP.

Während des Zweiten Weltkrieges trat Asmis erneut in den diplomatischen Dienst ein. Gleichzeitig war er Leiter der Berliner Dienststelle des Kolonialpolitischen Amtes der NSDAP. Nach der Auflösung des Amtes wurde Asmis 1944 Leiter des Referats Pol.X des Auswärtigen Amtes, das für Afrika, Australien und Neuseeland sowie für Mandats- und Kolonialfragen zuständig war. Gleichzeitig war er Reichskommissar für die Kolonialgesellschaften.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 1: Johannes Hürter: A–F. Schöningh, Paderborn u. a. 2000, ISBN 3-506-71840-1.
  • Ahnentafel Rudolf und Herbert Asmis (* 1925/28). Deutsche Ahnentafeln 2 (Leipzig 1937)
  • Bettina Brockmeyer: Der Kolonialbeamte Rudolf Asmis, in: Von Käfern, Märkten und Menschen. Kolonialismus und Wissen in der Moderne, herausgegeben von Rebekka Habermas und Alexandra Przyrembel, Göttingen 2013, S. 84–96. ISBN 978-3-525-30019-0
  • Dies.: Vom "Kolonialschwein" zum Konsul – Karrierewege eines deutschen Kolonialbeamten, in: Tim Buchen, Malte Rolf (Hg.), Eliten im Vielvölkerreich – Imperiale Biographien in Russland und Österreich-Ungarn (1850–1918), Reihe: Elitenwandel in der Moderne 17, Berlin u. a. 2015, S. 107–131.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1920 Der belgische Kongo nach dem Weltkriege, K. F. Koehler
  • 1924 Als Wirtschaftspionier in Russisch-Asien, G. Stilke
  • 1941 Erfahrungen aus meinen kolonialen Wanderjahren, Mittler
  • 1942 Kalamba na m'putu, Mittler
  • 1942 Das Ende eines Paradieses, Reinshagen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angaben zum Todesdatum beim AA. Nach anderen Angaben "verschollen": Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde 2001
  2. Verband Alter SVer (VASV): Anschriftenbuch. Mitgliederverzeichnis sämtlicher Alten Herren. Stand vom 1. Oktober 1937. Hannover 1937, S. 84.
  3. Kolonialisierung des Rechts bei Staatswissenschaft.com
  4. Beschreibung des Amtes auf bundesarchiv.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]