Rudolf Elle

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Rudolf Elle (* 12. März 1911 in Weimar; † 23. Februar 1952 ebenda) war ein deutscher Orthopäde, Leiter des Waldkrankenhauses Eisenberg und Professor an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. 1950 erhielt er die Auszeichnung Verdienter Arzt des Volkes, die höchste Würdigung, die ein Mediziner in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) erlangen konnte. Seit 1952 trägt das Waldkrankenhaus „Rudolf Elle“ Eisenberg in Thüringen seinen Namen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolf Elle wurde am 12. März 1911 in Weimar geboren. Von 1917 bis 1930 besuchte er die Volksschule und das Regelgymnasium in Weimar. Sein Medizinstudium begann er 1930 in Jena. Nach fünf Semestern wechselte er nach Graz, darauf nach Hamburg, wo er das Staatsexamen erhielt und mit einer Arbeit über die Patellaluxation an der Klinik von Prof. Sudeck promovierte. Von 1937 bis 1939 arbeitete er als Internist im Braunlage Sanatorium Vogler, darauf bis 1945 als wissenschaftlicher Assistent an der orthopädischen Universitätsklinik in Hamburg. Gleichzeitig leistete er 1940 bis 1944 Kriegsdienst als Arzt in Frankreich, Griechenland und Russland. Seit dem 1. August 1945 leitete Rudolf Elle als Chefarzt das Waldkrankenhaus Eisenberg, 1950 erhielt er den Lehrauftrag für das Fach Orthopädie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und wurde als „Verdienter Arzt des Volkes“ ausgezeichnet. Am 23. Februar 1952 starb Rudolf Elle an den Folgen einer Magen-Darm-Atonie. Als Anerkennung seiner Verdienste wurde das Waldkrankenhaus Eisenberg am 1. November 1952 in Waldkrankenhaus „Rudolf Elle“ umbenannt.

Wissenschaftliche Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schwerpunkt Rudolf Elles wissenschaftlicher Arbeit lag auf dem orthopädietechnischen Gebiet: Er untersuchte unter anderem die Druckverhältnisse im Schaftinneren von Prothesen. Dabei gelang es ihm, die Schafte und Stumpfbetten der Prothesen zu verbessern und die sogenannte „Dr. Elle-Haftprothese-Eisenberg“ zu entwickeln. Außerdem veröffentlichte er zahlreiche Arbeiten zu orthopädietechnischen Themen, u. a. die Habilitationsschrift zu dem Thema „Amputierte und Prothesen“.

Aufbau des Waldkrankenhauses Eisenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt Rudolf Elles großes Verdienst im Aufbau des Waldkrankenhauses Eisenberg: Als Chefarzt macht er in den 5½ Jahren seiner Tätigkeit aus dem ehemaligen Barackenlager ein leistungsfähiges Krankenhaus und, in intensiver Zusammenarbeit mit dem Staat, eine Zentrale für Kriegsverletzte. Trotz finanzieller Schwierigkeiten gelang es ihm, verschiedene Abteilungen aufzubauen, u. a. für Amputierte, Nervenschußverletzte, Dystrophiker oder Osteomyelitiden. Zusätzlich richtete Rudolf Elle in der Nachbarschaft des Krankenhauses ein Heim für Körperversehrte ein, das mit Unterstützung der Industrie und des Hauptamtes für Arbeit und Sozialfürsorge schnell ausgebaut wurde: Dort erhielten Menschen mit körperlichen Einschränkungen die Möglichkeit zur Umschulung und eine komplette Berufsausbildung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Elle: Das Staatliche Waldkrankenhaus für Orthopädie in Eisenberg/Thür. In: Medizinische Technik. Bd. 1, Nr. 8/9, 1947, ISSN 0025-8504, S. 132–134.
  • Matthias Beese: Leben und Werk des Orthopäden Dr. Rudolf Elle. 1911-1952, Dissertation, Friedrich-Schiller-Universität Jena, 2017 pdf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]