Rudolf Weber (Unternehmer)

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Rudolf Weber (* 12. Juni 1856 in Schneppenkauten bei Weidenau an der Sieg; † 15. Oktober 1932 in Bonn) war ein deutscher Eisenhütten-Ingenieur und Unternehmer. Er war der Gründer des Walzwerkes Weber in Brandenburg an der Havel, des späteren Stahl- und Walzwerks Brandenburg.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Nach der Reifeprüfung studierte Rudolf Weber von 1874 bis 1878 Hüttenwesen an der Technischen Hochschule Karlsruhe, der Technischen Hochschule Aachen und der Technischen Hochschule (Berlin-) Charlottenburg. Es folgte der Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger bei der Artillerie. Ab 1883 arbeitete er im Betrieb seines Vaters, einem 1878 in Dortmund entstandenen Puddel- und Walzwerk.

Im Jahr 1893 gründete er in Hostenbach an der Saar selbst ein Walzwerk. Dieses ergänzte er 1897 durch ein Stahlwerk mit drei Siemens-Martin-Öfen, deren Leistungsfähigkeit er bis 1900 erheblich steigerte. 1912 verkaufte er das Hostenbacher Werk an den neu gegründeten Stahlkonzern Arbed.

Nun setzte er seine Idee um, ein Stahlwerk im Großraum Berlin zu errichten. Das Schrottaufkommen der Großstadt bot eine preiswerte Rohstoffquelle und die Industrie in Berlin war ein bedeutender Abnehmer von Walzwerkserzeugnissen. So erwarb Weber 1912 in Brandenburg ein Grundstück von 800.000 m², das ein Dreieck zwischen Silokanal, Brandenburgischer Städtebahn und Magdeburger Landstraße bildete. Der Standort war hervorragend an das mitteldeutsche Wasserstraßennetz und das Eisenbahnnetz angeschlossen. Hier entstanden zwei Siemens-Martin-Öfen mit 40 t pro Charge und ein Blechwalzwerk. Im Juni 1914 wurde die Walzstraße in Betrieb genommen.

Im Herbst 1917 stockte die Versorgung des Werkes mit Kohle. Der Reichskohlenkommissar verweigerte weitere Lieferungen. Es wird der Verdacht geäußert, dass die Konkurrenten so einen Wettbewerber aus dem Markt drängen wollten. Rudolf Weber verkaufte unter diesen Umständen sein Werk noch 1917 an die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-AG.

Der Begründer der Stahlindustrie in Brandenburg zog sich ins Privatleben zurück und wohnte bis zu seinem Tod 1932 in Bonn am Rhein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Weber: Zur Gründerfamilie Weber. In: 90 Jahre Stahl aus Brandenburg. Zeitzeugen berichten. Westkreuz-Verlag, Berlin, Bonn 2005, ISBN 3-929592-80-0, Seiten 15-17.