Griechisch-Orthodoxes Patriarchat von Antiochien

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Wappen der griechisch-orthodoxen Kirche von Antiochien

Das Griechisch-Orthodoxe Patriarchat von Antiochien und dem gesamten Morgenland[1] ist eine autokephale orthodoxe Kirche der byzantinischen Tradition. Sie wird manchmal auch als Rum-Orthodoxe Kirche („Rum“ steht arabisch einerseits für „Rom“ – gemeint ist Konstantinopel [„das neue Rom“] –, andererseits für „Byzantiner“), als Antiochenische Kirche oder auch als Antiochenisch-Orthodoxe Kirche bezeichnet.

Liturgiesprachen dieser Kirche waren ursprünglich Syrisch-Aramäisch und Koine-Griechisch, ist jedoch seit dem 20. Jahrhundert modernes Arabisch.

Geschichte und Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Patriarch residierte anfänglich in Antiochien, seit dessen Eroberung im 14. Jahrhundert durch die osmanischen Türken jedoch in Damaskus. Die Kirche hat viele Gemeinden im Ausland, vor allem in Australien und den USA, und gilt als eine progressive Kraft unter den orthodoxen Kirchen. Anders als in den meisten anderen orthodoxen Kirchen pflegen die Auslandsgemeinden ihre Liturgie häufig in der Sprache des jeweiligen Gastlandes und nehmen auch häufiger und problemloser Konvertiten auf, ohne diesen zusammen mit dem Bekenntnis zum orthodoxen Christentum auch eine „kulturelle Konversion“ abzuverlangen. Die Kirche betreibt auch eine im orthodoxen Bereich eher ungewöhnliche recht aktive Jugendarbeit, die sich stark auf die Ideen der Pfadfinderbewegung stützt.

Verschiedene Mitglieder der Kirche setzten sich aktiv für einen säkularen Panarabismus ein und hatten großen Einfluss auf die Baath-Partei in verschiedenen arabischen Staaten, bis diese politische Richtung seit den 1980er Jahren durch den Islamismus verdrängt wurde.

Das Oberhaupt der Kirche ist seit 2012 Seine Seligkeit Yuhanna X., Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient. Bis dahin war er Metropolit und amtierender Bischof von Europa mit Sitz in Paris. Das Erzbistum Europa wurde daraufhin geteilt: in die Erzdiözese von Britannien und Irland, die Erzdiözese von Frankreich, West- und Südeuropa, die Erzdiözese von Deutschland und Mitteleuropa sowie das Vikariat von Schweden und den skandinavischen Ländern. Metropolit, zuständig für Deutschland, Österreich und die Schweiz, ist seit 2013 Isaak Barakat mit Sitz in Köln. Weihbischof in Deutschland ist Bischof Hanna Haikal mit Sitz in Berlin. In Paris residiert seit 2013 Ignatius Alhoschi als Metropolit von Frankreich, West- und Südeuropa.

Die Kathedralbasilika des Patriarchen von Antiochien ist die Mariamitische Kathedrale von Damaskus.

Aus der griechisch-orthodoxen Kirche von Antiochien entstanden sind die Kirche von Zypern, die Kirche von Georgien sowie die Kirche von Imeretien und Abchasien. Zu anderen Kirchen, die ebenfalls Anspruch auf den Patriarchensitz in Antiochien erheben, siehe Patriarchat von Antiochien.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Brandes: Die melkitischen Patriarchen von Antiocheia im 7. Jahrhundert. Anzahl und Chronologie. In: Le Muséon 111 (1998), S. 37–67.
  • Klaus-Peter Todt: Region und Griechisch-Orthodoxes Patriarchat von Antiocheia in mittelbyzantinischer Zeit. In: Byzantinische Zeitschrift 94 (2001), S. 239–267.
  • Klaus-Peter Todt: Griechisch-orthodoxe (Melkitische) Christen im zentralen und südlichen Syrien. Die Periode von der arabischen Eroberung bis zur Verlegung der Patriarchenresidenz nach Damaskus (635–1365). In: Le Muséon 119 (2006), S. 33–38.
  • Carsten-Michael Walbiner: Die Bischofs- und Metropolitensitze des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochia von 1594 bis 1664 nach einigen zeitgenössischen Quellen. In: Oriens Christianus 82 (1998), S. 99–152.
  • Caersten-Michael Walbiner: Die Bischofs- und Metropolitensitze des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochia von 1665 bis 1724 nach einigen zeitgenössischen Quellen. In: Oriens Christianus 88 (2004), S. 36–92.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Griechisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurzvorstellung auf der Website des ÖRK