Ryū Shionoya

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Ryū Shionoya

Ryū Shionoya (jap. 塩谷 立, Shionoya Ryū; * 18. Februar 1950 in Hamamatsu, Präfektur Shizuoka) ist ein japanischer Politiker. Er ist Abgeordneter für die Liberaldemokratische Partei (LDP) im Shūgiin, dem Unterhaus, und ehemaliger Minister. Innerhalb der LDP gehört er der Machimura-Faktion an.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shionoya ist der Sohn des Shūgiin-Abgeordneten Kazuo Shionoya. Er studierte bis 1972 am Ambassador College in Pasadena, Kalifornien, 1974 machte er seinen Studienabschluss an der Abteilung Politikwissenschaften der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Keiō-Universität.

1990 wurde Shionoya im Wahlkreis Shizuoka 3 (4 Sitze) erstmals ins Shūgiin gewählt. 1995 war er parlamentarischer Staatssekretär in der Behörde für Management und Koordination. Nach der Einführung der Einpersonenwahlkreise kandidierte Shionoya bei der Shūgiin-Wahl 1996 im 8. Wahlkreis Shizuoka und verlor seinen Sitz. 1999 konnte er den Wahlkreis bei einer Nachwahl erstmals gewinnen, verlor ihn aber bei der Wahl 2000 wieder, und kehrte erst 2003 wieder ins Shūgiin zurück. 2009 wurde er nur über den Verhältniswahlblock Tokai wiedergewählt.

2004 wurde er Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT), 2005 stellvertretender Vorsitzender des Komitees für Parlamentsangelegenheiten der LDP. 2007 war Shionoya stellvertretender Vorsitzender des politischen Forschungsausschusses (PARC). Im Shūgiin gehörte Shionoya verschiedenen Ausschüssen an, den Vorsitz hatte er zuletzt 2006 im Ausschuss für Land, Infrastruktur und Verkehr.

Im August 2008 berief Premierminister Yasuo Fukuda Shionoya als stellvertretenden Kabinettssekretär, einen Monat später ernannte ihn Fukudas Nachfolger Tarō Asō zum Minister für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie. Nachdem sein Kabinettskollege Nariaki Nakayama nach viertägiger Amtszeit wegen Ausfällen gegen die japanische Lehrergewerkschaft Nikkyōsō zurückgetreten war, bot Shionoya der Nikkyōsō – traditionell kritisch gegenüber der Bildungspolitik des MEXT – eine partnerschaftliche Zusammenarbeit an. Er kündigte auch Pläne für eine „Moralerziehung“ an japanischen Schulen an.[1] Er blieb bis zum Rücktritt des Kabinetts Asō im September 2009 Minister.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Setsuko Kamiya: Shionoya embraces teachers union, 'morals'. In: The Japan Times. 1. Oktober 2008, abgerufen am 8. Oktober 2008 (englisch).