SIM-Lock

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Der SIM-Lock, auch Netzcode, Netcode (beides nicht zu verwechseln mit Netzcode als „network code“, zu deutsch etwa: Netzwerk-Programmcode) und Beschränkungscode (Nokia) genannt, ist ein Begriff aus dem Mobilfunk-Bereich und beschreibt die Einschränkung der Nutzbarkeit des Mobilfunkgerätes auf SIM-Karten, die bestimmte Kriterien erfüllen. Zurzeit können Mobiltelefone so gesperrt werden, dass sie nur SIM-Karten bestimmter Länder, Anbieter, Netze oder SIM-Typen akzeptieren.

Verwendung[Bearbeiten]

Anzutreffen war ein (auch eine) SIM-Lock in Deutschland fast ausschließlich in Prepaid-Paketen, zeitweise aktivierte Telekom Deutschland bei vielen Vertragsgeräten auch den Netlock (Sperre fürs Telekom D-Netz, siehe unten). In Österreich ist der SIM-Lock bei Vertragshandys immer aktiviert. Gelegentlich kann es jedoch vorkommen, dass Geräte – da extern zugekauft oder weil sie rasch auf den Markt kommen sollen – aus Zeitmangel ohne jegliche Sperrung sind. Dies wird jedoch seit den letzten Jahren zunehmend seltener.

Arten von SIM-Locks[Bearbeiten]

  • Sperre für Länder: Sie bewirkt, dass das Mobiltelefon nur mit SIM-Karten betrieben werden kann, die aus einem bestimmten Land oder einer Ländergruppe stammen (Ländercode ITU E.212).
  • Sperre für Netze, auch Netlock genannt, bewirkt die Einschränkung des Mobiltelefons auf die Nutzung bestimmter Mobilfunknetze. Diese Art ist in Deutschland mittlerweile am meisten verbreitet. Telekom Deutschland, O2 (nur bei Prepaid-Handys) und Tchibo nutzen den Netlock; mittlerweile auch der Anbieter Vodafone, der die früher verwendete totale SIM-Kartensperre (siehe darunter) umgestellt hat.
  • Die totale SIM-Kartensperre (full SIM card lock): Diese bringt die zweitgrößte Einschränkung hervor und ist die in Deutschland unüblichste Variante. Sie bedeutet, dass das jeweilige Mobiltelefon nur mit ganz bestimmten SIM-Karten benutzt werden kann. Das Telefon ist durch den im Gerät konfigurierten SIM-Lock an die Aktivierung und den Betrieb mit der mitgelieferten SIM-Karte gebunden, wobei in der Regel auch SIM-Karten funktionieren, die aus der gleichen Charge stammen.
  • Die ID-SIM-Kartensperre ist die neueste und strengste Art von Simlock. Sie akzeptiert nur Handys, die durch eine Kamera den Benutzer des Handys nachweisen können. Außerdem wird das Handy durch GPS stündlich geortet und ist daher nur in bestimmten Regionen oder Umgebungen zu verwenden.

Hintergrund ist es, zu verhindern, dass die von den Dienstanbietern (Service Provider) oder den Netzbetreibern selbst subventionierten Mobiltelefone oder Smartphones vor der rechnerischen Amortisation der Subvention mit anderen Tarifen desselben Dienstanbieters oder gar mit Karten anderer Dienstanbieter oder Netzbetreiber benutzt werden können. Die Amortisation ist je nach Paket oder Dienstanbieter frühestens nach 12 oder 24 Monaten (bzw. Rechnungsläufen) gegeben.

Durch SIM-Lock entsteht eine Bindung des Gerätes an genau einen Dienstanbieter und nicht, wie bei Netlock, an irgendeinen Dienstanbieter desselben Netzbetreibers. Vertragskarten eines anderen Dienstanbieters desselben Netzbetreibers sind bei gesperrten Geräten nicht benutzbar.

Gesetze zum SIM-Lock[Bearbeiten]

Viele Länder haben Gesetze, die SIM-Lock verbieten, zum Beispiel Finnland. In anderen Ländern, wie in Ungarn, ist der SIM-Lock Standard und das Entsperren der Telefone verboten. In den meisten Ländern liegen die gesetzlichen Regelungen dazwischen – sie erlauben die Sperre, aber nur für die Dauer des aktuellen Vertrags des Kunden.

In Österreich ist das Entsperren von Handys prinzipiell erlaubt, da mit dem Kauf das Gerät in das Eigentum seines Besitzers wechselt, der somit freie Verfügungsgewalt über das Gerät hat. In Österreich wurde ein Rechtsstreit zwischen T-Mobile und YESSS! geführt, da YESSS! Links zu kostenlosen Entsperrdiensten veröffentlicht hatte. Der Rechtsstreit wurde zugunsten von YESSS! entschieden.

In den USA wurde im Oktober 2012 ein Gesetz verabschiedet, welches das Entsperren eines SIM-Locks unter Strafe stellt. Es sieht vor, dass alle Geräte, die noch bis 90 Tage nach dem Inkrafttreten des Gesetzes gekauft wurden, straffrei entsperrt werden dürfen. Dies galt bis zum 26. Januar 2013, nach diesem Datum gekaufte Geräte zu entsperren fällt unter Strafe. Das Strafmaß kann bis zu 500.000 US-Dollar und/oder 5 Jahre Haft betragen.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. myphonefactory.de : Entsperren illegal in den USA