SM U 139

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U 139 der Kaiserlichen Marine. Aufnahmeort und -zeit unbekannt.
SM U 139
Kapitänleutnant Schwieger
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
Halbronn (HA)
Französische Republik (Marine-Gösch)
Baudaten
U-Boot Typ: Zweihüllen-Hochsee-Boot
Unterseekreuzer
Kriegsauftrag N
Serie: U 139 – U 141
Bauwerft: Germaniawerft, Kiel
Bauauftrag: 1. August 1916
Stapellauf: 3. Dezember 1917
Indienststellung: 18. Mai 1918
Technische Daten
Verdrängung: 1930 Tonnen (über Wasser)
2483 Tonnen (unter Wasser)
Länge: 92 m
Breite: 9,12 m
Tiefgang: 5,27 m
Druckkörper ø: 5,75 m
max. Tauchtiefe: 75 m
Tauchzeit: 40 s
Antrieb: Dieselmotoren 3750 PS
E-Maschinen 1780 PS
Geschwindigkeit: 15,3 Knoten (über Wasser)
7,6 Knoten (unter Wasser)
Bewaffnung: 4 × 50 cm-Bugtorpedorohr
2 × 50 cm-Hecktorpedorohr
(19–24 Torpedos)
2 × 15-cm-Deckgeschütz
Einsatzdaten
Kommandanten:
Besatzung (Sollstärke): 6 Offiziere
56 Mannschaften
21-köpfiges Prisenkommando
Einsätze: 1 Feindfahrt
Erfolge: 3 versenkte Handelsschiffe
1 versenkter Marine-Trawler
Verbleib: am 24. November 1918 an Frankreich ausgeliefert; 1936 abgewrackt

SM U 139 (Kapitänleutnant Schwieger) war ein U-Boot der deutschen Kaiserlichen Marine, das im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam. In der Zwischenkriegszeit fuhr das Boot für die französische Marine.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U 139 zählt zu den größten je in Dienst gestellten deutschen Kampf-U-Booten. Es übertraf die größten U-Boote der deutschen U-Boot-Klasse X im Zweiten Weltkrieg. Das auch U-Kreuzer oder U-Schiff genannte Boot galt als tauchfähiges Überwasserschiff. U 139 besaß neben sechs Torpedorohren und bis zu 24 Torpedos eine vergleichsweise starke Decksartillerie mit mehreren Geschützen. Es war daher sowohl für den uneingeschränkten U-Boot-Krieg als auch für den Handelskrieg nach Prisenordnung geeignet. Ein mitgeführtes Prisenkommando, bestehend aus einem Offizier und 20 Mann, sollte das Auf- und etwaige Einbringen von Handelsschiffen ermöglichen. Die Entwicklung kam allerdings zu spät, um sich noch merklich auf den Kriegsverlauf auswirken zu können.[1]

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U 139 wurde am 1. August 1916 in Auftrag gegeben, lief am 3. Dezember 1917 bei der Germaniawerft in Kiel vom Stapel und wurde am 18. Mai 1918 in Dienst gestellt. Das Boot wurde nach dem im September 1917 gefallenen U-Boot-Kommandanten Walther Schwieger benannt. Ab Mai 1918 war es dem U-Kreuzer-Verband in Kiel zugeordnet.[2] Erster und einziger deutscher Kommandant war Kapitänleutnant Lothar von Arnauld de la Perière.

U 139 führte während des Ersten Weltkriegs eine Unternehmung im östlichen Nordatlantik durch.[3] Dabei wurden drei Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 6.301 BRT versenkt.[4] Das größte von U 139 versenkte Schiff war der britische Frachter Bylands mit 3.309 BRT, der auf seiner Fahrt von Bona nach Dublin am 1. Oktober 1918 mit einer Ladung Phosphat etwa 150 Meilen nordnordwestlich von Kap Vilano versenkt wurde.[5][6] Zudem wurde am 14. Oktober 1918 der portugiesische Marine-Trawler Augusto De Castilho (487 BRT) etwa 100 Meilen südwestlich der Azoren versenkt.[7][8] Zuvor hatte der Trawler den Angriff von U 139 auf den portugiesischen Dampfer São Miguel erfolgreich abgewehrt.

Der Marine-Trawler Augusto de Castilho

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. November 1918 wurde U 139 an Frankreich ausgeliefert.[9] Vom 6. Oktober 1921 bis zum 24. Juli 1935 war das Boot unter dem Namen Halbronn in der französischen Marine im Dienst. 1936 wurde es verschrottet.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sarah Uttridge (Projektmanagement): U-Boote. Parragon Books Ltd, Bath o. J., ISBN 978-1-4075-8418-8, S. 32f.
  2. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen, 1993, S. 138.
  3. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen, 1993, S. 123.
  4. Laut www.uboat.net: Ships hit by U 139 (engl.)
  5. www.uboat.net: Ships hit during WWI – Bylands
  6. www.wrecksite.eu: D/S Bylands
  7. www.ubaot.net: Ships hit during WWI –Augusto De Castilho (engl.)
  8. www.wrecksite.eu: Augusto De Castilho
  9. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 92.
  10. Deutsches U-Boot-Museum: Verteilung der U-Boot (Kaiserliche Marine) (Memento des Originals vom 10. März 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dubm.de

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen, 1993, ISBN 3-86070-036-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]