Utof

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Schiffsgeschütz: 10,5 cm SK C/32 L/45
Schiffsgeschütz: 10,5 cm SK C/32 L/45

Utof war die in der deutschen Marine vom Ersten bis zum Zweiten Weltkrieg gebrauchte Abkürzung für U-Boots- und Torpedoboots-Flugabwehrkanone. Sie bezeichnete jedoch nicht die Kanone als solche, sondern ihre Lafette, die wegen ihrer schmalen Form und vor allem leichteren Bauart auf den Decks von U-Booten und frühen Torpedobooten und anderen kleinen Booten (z. B. Minensuchbooten) montiert werden konnte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ersten Weltkrieg wurden eine Anzahl von U-Booten und auch die Küstentorpedoboote der Klasse A-III mit einer 8,8-cm-Utof-SK L/30 bewaffnet. Dazu wurde die seit den 1890er Jahren in der Kaiserlichen Marine als Torpedobootsabwehrgeschütz auf Linienschiffen und Kreuzern eingesetzte 8,8-cm-Schnellladekanone L/30 auf eine schmalere Lafette gesetzt, die außerdem eine größere Höhenrichtung von bis zu 80° erlaubte und damit auch zur Fliegerabwehr taugte. Neben der 10,5-cm-SK L/45 (bis zu 50° Erhöhung) die als Utof-Version auf U-Booten sowie Torpedobooten eingebaut wurde, wurden auch z. B. für die sehr großen U-Boote der Projekte 42 (SM U 135) und 45 U-Minen-Kreuzer (SM U 117) sowie der U-Kreuzer des Projekts 46 (SM U 139) und der Torpedoboote Typ 1916 (SMS S 113) Seezielwaffen im Kaliber 15 cm entwickelt (15-cm Utof L/45 C16).

Im Zweiten Weltkrieg wurde die 10,5-cm-Utof-SK L/45 C/32 auf den beiden Kriegsmarine-U-Booten des Typs I und etwa 200 Booten der älteren Baureihen des Typs IX verwendet. Ebenso wurden die verbliebenen, noch aus der Zeit des Ersten Weltkriegs stammenden, Exemplare der 10,5-cm-SK L/45 soweit modifiziert, dass sie die gleiche Munition wie die C/32 verwenden konnten. Die späteren Boote des Typs IX und die acht Boote des Typs X erhielten die 10,5-cm-Utof SK L/45 C/36. Ab 1942 wurden diese Geschütze aufgrund von Nutzlosigkeit von den Booten entfernt, die stattdessen wegen der stark angestiegenen Gefahr durch feindliche Flugzeuge mit 2-cm oder 3,7-cm-Flak ausgerüstet wurden; die ausgebauten Geschütze wurden auf den Minensuchbooten des Typs 1940 verwendet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Gröner: Alle deutschen Kriegsschiffe von 1815–1936. Salzwasser-Verlag, Paderborn, 2010, ISBN 978-3-86195-391-3, S. 19, 59ff.
  • Siegfried Breyer and Gerhard Koop: Die deutsche Kriegsmarine 1935–1945. Band 3, Podzun-Pallas-Verlag, 1992, ISBN 3-7909-0320-5.
  • Werner F.G. Stehr, Siegfried Breyer: Leichte und mittlere Artillerie auf deutschen Kriegsschiffen. (Marine-Arsenal Band 18). Podzun-Pallas-Verlag, 1999, ISBN 3-7909-0664-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]