SM U 22

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SM U 22
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
Technische Daten
U-Boot Typ: Zweihüllen-Hochsee-Boot
Serie: U 19 – U 22
Bauwerft: Kaiserliche Werft, Danzig
Verdrängung: 650 Tonnen (über Wasser)
837 Tonnen (unter Wasser)
Länge: 64,15 m
Breite: 6,10 m
Tiefgang: 3,58 m
Druckkörper ø: 4,05 m
max. Tauchtiefe: 50 m
Tauchzeit: 75–90 s
Antrieb: Dieselmotoren 1700 PS
E-Maschinen 1200 PS
Geschwindigkeit: 15,4 Knoten (über Wasser)
9,5 Knoten (unter Wasser)
Bewaffnung: 2 Bug- und 2 Heckrohre, 6 Torpedos
1 × 8,8-cm-Deckgeschütz
Besatzung: 4 Offiziere
31 Mannschaften
Erfolge: 44 versenkte Handelsschiffe
Verbleib: Am 1. Dezember 1918 an Großbritannien ausgeliefert. 1919–1920 in Blyth abgewrackt.

SM U 22 war ein diesel-elektrisches U-Boot der deutschen Kaiserlichen Marine, das im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam.

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U 22 lief am 6. März 1913 bei der Kaiserlichen Werft in Danzig vom Stapel und wurde am 25. November 1913 unter dem Kommandanten Bruno Hoppe in Dienst gestellt. Vom 23. August 1916 bis zum 31. Mai 1917 wurde das Boot von Karl Scherb kommandiert. Am 1. Juni 1917 übernahm Hinrich Hermann Hashagen das Kommando, das er bis zum Kriegsende ausübte.

U 22 führte 14 Kriegseinsätze durch, bei denen 44 Handelsschiffe der Entente und neutraler Staaten mit einer Gesamttonnage von 46.365 BRT versenkt wurden.[1]

Am 21. Januar 1915 versenkte Bruno Hoppe mit U 22 das deutsche U-Boot U 7, das er fälschlicherweise für ein gegnerisches Boot hielt. Erst bei der Rettung des einzigen Überlebenden erkannte Hoppe seinen folgenschweren Irrtum.[2]

Am 6. April 1917 lief U 22 in der Nordsee am Horns Rev, einer Sandbank vor Blåvand an der Westküste von Jütland, auf eine britische Mine. Die Mine war eine von 1.235 Minen, die von drei britischen Minenlegern am Auslaufweg Blau zwischen den deutschen Minenfeldern gelegt worden waren. Obwohl das Heck des U-Bootes durch die Minenexplosion vollständig zerstört worden war, konnte U 22 durch ein deutsches Torpedoboot eingeschleppt werden. Das U-Boot wurde repariert und bis zum Kriegsende weiter eingesetzt.[3]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U 22 zählte zu der ersten deutschen U-Boot-Serie, die mit Dieselmotoren ausgerüstet wurde.

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende des Krieges wurde U 22 am 1. Dezember 1918 an Großbritannien ausgeliefert und in den Nachkriegsjahren 1919 sowie 1920 in Blyth abgewrackt.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 67.
  2. Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes, Gräfelfing vor München 1998, S. 11.
  3. Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes, Gräfelfing vor München 1998, S. 26.
  4. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller Verlag, Erlangen 1993, S. 88.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller Verlag, Erlangen 1993, ISBN 3-86070-036-7.
  • Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes, Gräfelfing vor München 1998, ISBN 3-924896-43-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]