Salman Reisen

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Salman Reisen (auch: Salmen Reisen, Zalman Reisen; * 6. Oktober 1887 in Koidanowo, Gouvernement Minsk, Russisches Reich; verschollen 1941) war jiddischer Schriftsteller und Publizist, Biograph und Übersetzer.

Leben[Bearbeiten]

Er erhielt die traditionelle Ausbildung eines jüdischen Knaben, im Anschluss besuchte er die Mittelschule und widmete sich dann literarischen Studien. 1914 wurde er Mitarbeiter beim Warschauer Fraind, 1916 bis 1918 Redakteur der Letzte Naies in Wilna, seit 1919 Redakteur des von Schmuel Niger gegründeten Wilner Tog, den er nach Nigers Abreise nach Amerika als Chefredakteur übernahm und als unabhängige Zeitschrift, in der auf hohem Niveau gesellschaftlich-kulturelle Fragen des Judentums besprochen wurden, zur Blüte brachte.

Salman Reisen widmete sich seither besonders der jiddischen Sprachwissenschaft (Grammatik, Orthographiereform, auch Pädagogischem) und Literaturgeschichte, schrieb für eine große Zahl jiddischer Blätter, war Vorsitzender des jüdischen Literaten- und Journalistenvereins in Wilna, Verlagsgründer und Betreuer seiner in Zusammenarbeit mit Niger herausgegebenen Nachschlagewerke, Vorsitzender des jüdischen PEN-Klubs in Wilna, eine Zeit lang mit Max Weinreich Direktor des Jiddisch-Wissenschaftlichen Instituts in Wilna, Mitredakteur der Jüdischen Philologie und der Philologischen Schriften des JWI (später YIVO genannt), in denen er selbst auch mehrere sprachwissenschaftliche Werke veröffentlichte.

Seit Ende der 1920er Jahre unternahm er mehrere Vortragsreisen (Russland, Amerika), während derer er sich für die jiddische Literatur engagierte und dem YIVO Freunde und Förderer warb. 1941 wurde er in Wilna von Sowjetrussen verhaftet und ist seitdem verschollen.

Salman Reisen war der Bruder von Abraham und Sara Reisen.

Werkauswahl[Bearbeiten]

  • Die Muttersproch (Bearbeitung, 1908)
  • Jiddische Elementargrammatik, 1908 ff.
  • Leksikon fun der jiddischer Literatur un Presse (Warschau 1914; 2. Auflage in fünf Bänden, Wilna 1926–1930)
  • Dus Leben fun Mendale Mocher Sforim (Biographie), Wilna 1918 (2. Auflage 1923)
  • Dus lebendike Wort. Eine Chrestomatie, Wilna 1919 (7. Auflage 1928)
  • Grammatik fun der jiddischer Sprach (Wilna 1920; 4. Auflage 1926)
  • Zoologie (nur Bearbeitung, 1920)
  • Anatomie (nur Bearbeitung, 1920)
  • Pinkes far der Geschichte fun Wilna, hrsg. von der jüdisch-historisch-ethnographischen Gesellschaft (Wilna 1922, Redaktion)
  • Fun Mendelssohn bis Mendale. Handbuch fun der jüdischen Haskalah-Literatur (Warschau 1923)
  • Fun Elijahu Bachur bis Mendelssohn. Handbuch fun der alter jiddischer Literatur (gemeinsam mit Max Erik, Wilna 1922, gelangte nicht zur Veröffentlichung)

Weblinks[Bearbeiten]