Saugzug

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Saugzuggebläse des Biomasseheizkraftwerkes Baden mit einer Leistung von rund 100 kW und einen Volumenstrom von maximal 50.000 Nm³/h bei maximal 150 °C Abgastemperatur

Als Saugzug bezeichnet man eine Einrichtung (heute meist ein Gebläse), die die Verbrennungsabgase aus einer Unterdruck-Feuerung absaugt und durch den Kamin in die Atmosphäre abführt.

Bei kleinen Feuerungen ist zumeist der natürliche Kamineffekt (Naturzug) ausreichend, um das Abgas sicher abzuführen und den Unterdruck in der Feuerung aufrechtzuerhalten. Hier stellt der Kamin selbst den Saugzug dar und wird auch als Kaminzug bezeichnet. Bei mehreren, parallel geschalteten Kaminröhren spricht man auch von einem mehrzügigen Kamin.

Bei größeren Feuerungen im industriellen Bereich ist die Abgasmenge in der Regel so groß, dass der Kamineffekt allein nicht ausreicht. In diesem Fall ist ein Gebläse zur Unterstützung notwendig. Auch dieses Saugzuggebläse wird kurz als Saugzug bezeichnet. Moderne Feuerungen steuern den Unterdruck durch geeignete Saugzuggebläse, um bessere Abgaswerte zu erreichen.

Funktion des Unterdruckes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufrechterhaltung des Unterdrucks im Feuerraum ist wichtig, um sicherzustellen, dass keine heißen oder gesundheitsschädlichen Abgase unkontrolliert durch Ritzen und Spalte in der Feuerraumwand nach außen in den Aufstellungsraum dringen und das Betriebspersonal gefährden können. Wenn umgekehrt durch den Unterdruck kleine Mengen „Falschluft“ unkontrolliert in den Feuerraum einströmen, ist dies weniger gravierend, da diese Mengen gegenüber der Gesamtmenge für die Feuerung zu vernachlässigen sind.

Durch den Unterdruck wird bei solchen Feuerungen auch die für die Verbrennung notwendige Verbrennungsluft in den Feuerraum gesaugt. Bei großen Feuerungen muss dieser Sog wiederum durch Gebläse, die Verbrennungsluftgebläse, unterstützt werden, die die Verbrennungsluft in den Feuerraum einblasen.

Überdruckfeuerungen benötigen im Gegensatz zu Unterdruckfeuerungen keinen Saugzug. Hier erzeugen stattdessen die Verbrennungsluftgebläse einen Überdruck im Feuerraum, durch welchen die Abgase zum Kamin hin ausgetrieben werden. Um sicherzustellen, dass keine Abgase unkontrolliert durch Ritzen und Spalte entweichen, müssen dafür bei Überdruckfeuerungen die Feuerraumwände gasdicht ausgeführt werden.

Saugzugtypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In industriellen Feuerungen wie Abfallverbrennungsanlagen und konventionellen Kraftwerken ist der Saugzug als großer Radialventilator oder Axialventilator ausgeführt, sie verfügen oftmals über einen mehrstufigen Rotor mit einer variablen Laufschaufelverstellung bzw. Drallreglern bei Radialbauweise. Die Anordnung erfolgt bei Kraftwerken mit nachgeschalteten Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) zwischen E-Filter und REA, eine weitere Möglichkeit ist die vertikale Anordnung im Kamin. Saugzüge hinter großen Kraftwerksblöcken gehören mit einem Durchmesser von über 5 Meter und Leistungen bis zu 13,5 MW zu den größten Gebläsen, die überhaupt gebaut werden.

In Dampflokomotiven kam überwiegend das sogenannte Blasrohr, ein Dampfstrahlgebläse, zum Einsatz.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]