Kylchap

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Aufbau des Kylchap-Blasrohres
Aufgeschnittene Rauchkammer mit zwei Kylchap-Blasrohren der spanischen Dampflok Renfe 141F 2416 im Eisenbahnmuseum Delicias, Madrid

Eine Kylchap-Saugzuganlage ist eine Weiterentwicklung des einfachen Blasrohres, eines Dampfstrahlgebläses als Saugzug von Dampflokomotiven. Der Name ist eine Kombination aus den Namen der beiden Entwickler, des finnischen Ingenieurs Kyösti Kylälä und des Franzosen André Chapelon.

Es handelt sich dabei um eine kombinierte Parallel- und Reihenschaltung der Strahlgebläsestufen, die die Leistungsfähigkeit des Saugzuges deutlich verbesserte und gleichzeitig einen niedrigeren Gegendruck für den Zylinderabdampf ermöglichte: Aus den Dampfdüsen der ersten Stufe trifft der Treibdampf auf die von Kylälä entwickelte Fangdüse (im Bild gelb), die aus vier parallelgeschalteten, dreieckigen Düsen bestand. Von hier aus gelangte das Dampf-Abgas-Gemisch in eine zweite Fangdüse, die weiteres Abgas ansaugte und letztlich in den Kamin abbläst.

Kyläläs Düse war ursprünglich nur dazu gedacht, den Funkenflug zu reduzieren und eine gleichmäßigere Ansaugung zu erzielen. Es war Chapelon, der erkannte, dass die Düse in der mehrstufigen Anordnung den Saugzug effektiver machen würde.

Der Kylchap kam bei vielen französischen und britischen Lokomotiven zum Einsatz, darunter so berühmte wie die LNER „Peppercorn“, „Flying Scotsman“ und „Mallard“. Auch die tschechische ČSD benutzte den Kylchap in vielen ihrer Baureihen, u. a. 387.0, 475.1, 477.0, 486.0, 498.0, 498.1 und 556.0.

Die DB Baureihe 10 hat als einzige deutsche Dampflok einen KylChap-Ejektor. [1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://schneider-mayenfisch.com/db_lokomotiven_10.htm