Schönnatter

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Schönnatter
Orthriophis-taeniurus-schönnatter.jpg

Schönnatter (Orthriophis taeniurus)

Systematik
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Eigentliche Nattern (Colubrinae)
Gattung: Orthriophis
Art: Schönnatter
Wissenschaftlicher Name
Orthriophis taeniurus
(Cope, 1861)

Die Schönnatter (Orthriophis taeniurus), die auch Streifenkletternatter genannt wird, gehört innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung Orthriophis.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schönnatter erreicht je nach Unterart eine Länge von 230 bis 300 Zentimeter. Auch die Färbung schwankt je nach Unterart. Die Grundfärbung reicht von grau bis schwarz. Es sind aber auch gelbliche bis bräunliche Färbungen möglich. Variable Flecken- und Streifenmuster ziehen sich über Rücken und Schwanz. Die Bauchseite ist weißlich bis cremefarben gefärbt. Charakteristisches Merkmal ist ein schwarzer Streifen, der sich von den Augen bis in den Nacken zieht. Die großen Augen liegen weit vor am Kopf und weisen runde Pupillen auf. Der Kopf setzt sich nur wenig vom Körper ab. Die Schönnatter ist eine Baumschlange, die tagaktiv, in der Dämmerung und nachts aktiv ist (je nach Unterart).

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schönnatter wurde 1861 von Edward Drinker Cope unter dem wissenschaftlichen Namen Elaphe taeniurus erstbeschrieben.

Aktuell werden die folgenden neun Unterarten unterschieden:[1]

  • Orthriophis taeniurus callicyanous Schulz 2010
  • Orthriophis taeniurus frisei (Werner 1928) - Taiwan-Schönnatter, Taiwan-Rattennatter
  • Orthriophis taeniurus grabowskyi (Fischer 1885) - Grabowskys Schönnatter
  • Orthriophis taeniurus helfenbergeri Schulz 2010
  • Orthriophis taeniurus moquardi Schulz 1996 - Vietnam-Schönnatter, Moquards Schönnatter
  • Orthriophis taeniurus ridleyi (Butler 1899) - Ridleys Schönnatter
  • Orthriophis taeniurus schmackeri (Boettger 1895) - Ryukyu-Schönnatter
  • Orthriophis taeniurus taeniurus (Cope 1861)
  • Orthriophis taeniurus yunnanensis Anderson 1879 - Yunnan-Schönnatter

Darüber hinaus werden im Handel noch verschiedene Farbzuchtformen wie ‘calico’, ‘Yellow beauty’, ‘Blue beauty’, oder ‘Oliv beauty’ unterschieden.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schönnatter ist in weiten Teilen Südostasiens verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von China bis nach Malaysia. Der natürliche Lebensraum ist dichter tropischer oder subtropischer Regenwald. Hier hält sie sich überwiegend in den Bäumen und Sträuchern auf. Auf dem Boden ist sie nur während der Nahrungsaufnahme und der Eiablage zu beobachten. In der Nähe menschlicher Siedlungen ist sie auch auf Agrarflächen zu beobachten. Hier geht sie auf die Jagd nach Kleinsäugern wie Ratten und Mäusen.

Ernährung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönnattern sind nicht wählerisch. Sie fressen alles was sie überwältigen können. Dazu gehören neben Kleinnagern, Eidechsen, Vögel sowie deren Brut und Eier gelegentlich auch andere Schlangen. Auf Nahrungssuche gehen sie sowohl auf Bäumen als auch auf dem Erdboden. Größere Beute wird durch Konstriktion (Umschlingen und Erwürgen) getötet, kleine Beute zwischen den Kiefern zerquetscht. Mit dem Kopf voran wird sie dann im Ganzen verschlungen.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschlechtsreife erreicht die Schönnatter zwischen dem dritten bis vierten Lebensjahr. Die Paarungszeit beginnt im März oder April, also nach der Winterruhe. Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen regelmäßig zu ritualisierten Scheinkämpfen, die allerdings nie mit Verletzungen enden. Das unterlegene Männchen gibt am Ende nach und schleicht davon. Beim eigentlichen Paarungsspiel umschlingen sich die Geschlechter regelrecht und es kommt zu einem, bei Reptilien üblichen, Nackenbiss. Zu diesem Zeitpunkt erfolgt dann die eigentliche Begattung des Weibchens. Nach einer Trächtigkeit von gut sechs bis sieben Wochen legt das Weibchen an einer feuchtwarmen Stelle, meist in feuchte Erde oder in Pflanzenresten wie Komposthaufen oder unter morsches Holz, zwischen acht und fünfzehn, selten auch mehr, stark ovale Eier ab. Die Eier weisen eine Größe von 50 mal 25 Millimeter und eine weißliche Färbung auf. Nach einer Inkubationszeit von durchschnittlich 60 bis 70 Tagen schlüpfen die Jungschlangen, die eine Länge von 30 bis 40 Zentimeter aufweisen. Nach etwa zwei Wochen erfolgt die erste Häutung.

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Gumprecht: Die Schönnatter (Orthtriophis taeniurus). Natur und Tier-Verlag 2008, ISBN 3-93728-506-7

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Orthriophis taeniurus in The Reptile Database

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Orthriophis taeniurus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien