Schürer (Glasmacher)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Schürer waren eine bedeutende Glasmacherfamilie, die ursprünglich aus dem Erzgebirge stammte.

Als Stammhütten der Schürer werden Wernesgrün und Aschbergk (Ansprung) genannt. Die letztere ist für das Jahr 1497 nachgewiesen. Weitere Hüttengründungen erfolgten in Nord- und Mittelböhmen, im Böhmerwald, in Mähren, in Schlesien, in der Grafschaft Glatz und in der Oberpfalz. Durch ihre herausragende Stellung übten die Glasmacher Schürer großen Einfluss auf das wirtschaftliche und kulturelle Leben ihrer Zeit aus.

Bekannte Glasmacher Schürer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Schürer, auch Paul Schierer.[1] Er wurde 1504 in Aschbergk (Ansprung) in Sachsen geboren und gründete 1530 die nordböhmische Hütte Falkenau bei Kittlitz
  • Paul Schürer d. J., Sohn des obigen Paul. Glashüttenmeister in Reiditz, Schwanenbrückl, und Braum.
  • Georg Schürer errichtete 1562 im nordmährischen Lenzdorf (Mlýnice) bei Mährisch Rothwasser eine Glashütte, die zur Herrschaft Schildberg gehörte. Zum Hüttengut gehörte auch ein von ihm erbautes Schlösschen und eine Brauerei.
  • Dominik Schürer von Waldheim, Sohn des obigen Georg, gründete 1587 erwarb er die Hütte in Kunčice pod Ondřejníkem. Später auch Übernahme der väterlichen Glashütte in Lenzhof (Mlynice).
  • Georg Schürer, ein Sohn des Valentin Schürer von Waldheim aus Krombach (Krompach) erwarb 1594 die Glashütte in Rokitnitz im Adlergebirge.[2]* danach Glashüttenmeister auf Glashütten in Mähren.
  • Christoph Schürer (~1500–~1560), gründete die Glashütte in Albernau sowie die böhmische Eulenhütte.
  • Christoph Schürer, der 1560 die Glashütte in Crottendorf übernahm. 1585 ging sie auf seinen gleichnamigen Sohn Christoph Schürer d. J. über.
  • Bartholomäus Schürer (* 1585 in Falkenau Kittlitz, † 10. Mai 1649 in Grünwald), Glasmacher und Besitzer einer Glashütte in Grünwald, die bis 1744 im Besitz der Familie verblieb. Entfernt verwandt mit dem Hüttenmeister in Labau Johann Schürer, dessen Tochter er heiratete. Er legte eine bis 1776 geführte Familienchronik an.[3]
  • Kaspar II. Schürer von Waldheim ist für das Jahr 1616 als Besitzer der Kindelsdorfer Glashütte nachgewiesen.

Sonstige Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Schürer-Glashütten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Böhmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1530 gründete Paul Schürer d. Ä. eine Glashütte im nordböhmischen Falkenau bei Kittlitz. Um die Hütte entstand ein Dorf, das mit sächsischen Glasmachern besiedelt wurde. Die Hütte blieb über mehrere Generationen bis ins 18. Jahrhundert im Besitz der Schürer.
  • Krombach in der nordböhmischen Herrschaft Reichstadt
  • Die Schürer-Hütte von Labau ist für 1558 nachgewiesen
  • Reiditz, von Schürer gegründet und später von der Glasmacherfamilie Preußler übernommen.
  • Rochlitz, auf der böhmischen Seite des Riesengebirges
  • Schatzlar, auf der böhmischen Seite des Riesengebirges
  • Braum in Mittelböhmen bei Krivoklát
  • Schwanenbrückl im Oberpfälzer Wald

In Mähren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schlesien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Grafschaft Glatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volpersdorf, 1667 war die Glashütte im Besitz des Glasmeisters Georg Schürer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferdinand Seibt, Hans Lemberg, Helmut Slapnicka: Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder. Herausgegeben im Auftrag des Collegium Carolinum (Institut)s. Band III, R. Oldenbourg Verlag, München 2000, ISBN 3-486-55973-7, S. 777 f.: Namensträger Schürer, Schürer von Waldheim
  • Josef Weinmann: Egerländer Biographisches Lexikon mit ausgewählten Personen aus dem ehemaligen Regierungs-Bezirk Eger. Band 2, Männedorf/ZH 1987, ISBN 3-922808-12-3, S. 182.
  • Dietmar Zoedler: Schlesisches Glas – schlesische Gläser. Würzburg 1996, ISBN 3-87057-208-6, S. 33.
  • Josef Blau: Die Glasmacher im Bayern- und Böhmerwald. 1954, S. 46: Die Schürer von Waldheim, durch den Adelsbrief vom 1. Juni 1592 erhob Kaiser Rudolf II. (HRR) Valentin, Kaspar, Dominik, Paul und Martin Schürer in den erblichen Adelstand.
  • Die Wappen des mährischen Adels, Siebmacher´s großes Wappenbuch. Band 33, 1979, Neustadt an der Aisch, ISBN 3-87947-031-6: Martin Schürer von Waldheim, Sekretär bei den Herren von Rosenberg; Wappentafel mit Abbildung des Wappens
  • Karl R. Fischer: Die Schürer von Waldheim. Selbstverlag des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen. Prag, 1924.

Siehe auch: Schürer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. sudetenpost.eu (PDF; 10,2 MB)
  2. Jaroslav Šůla: Rokytnice v Orlických Horách a Mauschwitzové von Armenruh. Ústí nad Orlicí 2010, ISBN 978-80-7405-086-2, S. 47.
  3. K. Zenkner: Die alten Glashütten im Isergebirge. Ein geschichtlicher Überblick nach den Ergebnissen namhafter Heimatkundler. (= Gablonz Bücher, Nr. 19). Leutelt-Gesellschaft, Schwäbisch Gmünd 1968, S. 21 f. ; Sudetendeutsche Lebensbilder. 1, 1926. ; K.R. Fischer: Die Schürer von Waldheim. 1924. ; Edmund Schebek: Böhmens Glasindustrie und Glashandel. Quellen zu ihrer Geschichte. Verlag der Handels- und Gewerbekammer, Prag 1878, S. 25–60.