Schafhausen (Weil der Stadt)

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Schafhausen
Wappen von Schafhausen vor der Eingemeindung
Koordinaten: 48° 43′ 31″ N, 8° 53′ 42″ O
Höhe: 405 m
Fläche: 6,11 km²
Einwohner: 2104 (2007)
Bevölkerungsdichte: 344 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1973
Postleitzahl: 71263
Vorwahl: 07033
Schafhausen

Schafhausen ist ein Ortsteil von Weil der Stadt im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schafhausen liegt 25 km westlich von Stuttgart im Heckengäu, einer Übergangslandschaft zwischen Neckarraum und nördlichem Schwarzwald in einer Höhe von 406 m (Würmufer) bis 499 m ü. NN (Gipfel des Hacksberges). Durch Schafhausen fließt die Würm.

Geologie und Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flurböden bestehen aus Muschelkalk und Lehm und sind zumeist steinig. Charakteristisch ist der Bewuchs der hügeligen Landschaft mit Schlehenhecken, ansonsten herrschen Kiefern-/Fichtengehölze und -wälder sowie Felder vor, vereinzelt gibt es Streuobstwiesen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schafhausen wurde, wie die Ortsnamensendung auf -hausen nahelegt, vermutlich im 8. Jahrhundert gegründet und geht wohl auf die Schafhaltung einer karolingischen Gutshaltung zurück. Schafhausen hieß im 12. Jahrhundert „Scafhusen“. Älteste Besitzer waren die Grafen von Calw und die Herren von Beutelsbach. Dann gehörte Schafhausen im frühen 15. Jahrhundert den Markgrafen von Baden, anschließend den Herren von Gemmingen, welche das Dorf an Württemberg verkauften. Dieses veräußerte Schafhausen 1468 an das bereits hier begüterte Kloster Hirsau, mit dem es durch die Reformation wieder an Württemberg gelangte. 1534 wurde Schafhausen im Zuge der Reformation evangelisch. Da 1634 im Dreißigjährigen Krieg ein Teil des Ortes mit Kirche niederbrannte, sind im historischen Ortskern nur noch Bauten der Barockzeit zu finden.

1801 wurde die neue Zehntscheune errichtet, die dann bereits 1854 infolge der Zehntablösung an Privatleute verkauft wurde. 1807 kam das Klosteramt Hirsau, im Zuge der Auflösung der Klosterämter, zum Oberamt Calw und damit auch Schafhausen. Infolge der Gebietsreform in Württemberg kam Schafhausen 1813 zum Oberamt Böblingen. 1850 hatte Schafhausen 733 evangelische und einen katholischen Einwohner, die in 119 Haupt- und 104 Nebengebäuden lebten und arbeiteten.[1] 1872 erhielt Schafhausen mit der Fertigstellung der württembergischen Schwarzwaldbahn Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1938 kam Schafhausen zum Landkreis Leonberg. Mit der Auflösung des Landkreises Leonberg zum 1. Januar 1973 kam Schafhausen zum Landkreis Böblingen. Am 1. August 1973 wurde Schafhausen zu Weil der Stadt eingemeindet. Mit der Einstellung des Personenverkehrs auf dem Abschnitt Weil der Stadt-Calw der württembergischen Schwarzwaldbahn im Jahr 1983 und der Einstellung des Güterverkehrs 1988 verlor Schafhausen seine Anbindung an das Schienennetz.

Schafhausen erhielt 1953 eine Grundschule, die 1999 renoviert wurde und gleichzeitig den Namen Schule am Schafberg erhielt. 1960 wurde eine Turn- und Festhalle gebaut, die 2004/2005 renoviert wurde. Anfang der 1990er Jahre kam die Stubenberghalle als örtliche Turn- und Sporthalle hinzu. Außerdem gibt es noch einen Kindergarten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Schafhausen seit 1653
Jahr 1653 1661 1678 1768 1797 1829 1850 1905 1919 1980 2005 2007
Einwohner 91 129 192 378 558 735 734[1] 611 604 1794 2095 2104

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schafhausen ist seit der Reformation durchweg protestantisch geprägt. Bis heute leben nur wenige Katholiken, Muslime oder andere Religionszugehörige in Schafhausen.

Cyriakuskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cyriakuskirche mit Pfarrhaus

Sie erhielt ihren Namen nach dem Heiligen Cyriakus, der im 3. Jahrhundert unter Kaiser Diokletian lebte und dessen Tochter heilte. Später wurde er von Kaiser Maximilian im Zuge der Christenverfolgung hingerichtet.

Die Kirche ist erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt worden. Im Jahre 1534 wurde die Kirche protestantisch. Aus Dätzingen, Döffingen und Weil der Stadt kamen die Gläubigen nun nach Schafhausen. Deshalb musste die Kirche 1585 von Hanz Decker erweitert werden.

Im dreißigjährigen Krieg (1634) brannte sie bis auf wenige noch sichtbare Mauerreste ab und musste bis 1661 wieder aufgebaut werden. 1957 renovierte man die Kirche, wie man sie heute sieht. 2007 erhielt sie zwei weitere Glocken und verfügt nun über insgesamt vier Glocken.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Wappen ist ein Schaf mit Bischofsstab auf grünem Grund zu sehen, dies soll auf die jahrhundertealte Tradition der Schafzucht verweisen. Der Bischofsstab erinnert daran, dass Schafhausen einst dem Kloster Hirsau gehörte.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die unechte Teilortswahl stellt Schafhausen im Gemeinderat von Weil der Stadt eine garantierte Mindestzahl von drei Gemeinderäten.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TSV Schafhausen (Turn- und Sportverein) gegründet 1908, hat derzeit 1000 Mitglieder.[3]
  • Schafberg-Meckerer Schafhausen e. V., gegründet 2001, Fasnetsgruppe der Schwäbisch-Allemannischen Fasnet, derzeit 50 Mitglieder. Die Maske (Larve) der Schafberg-Meckerer ist dem letzten aktiven Schäfer in Schafhausen nachempfunden, genauso das Häs, welches einen Schäfer darstellt.[4]
  • Heimatverein Schafhausen, gegründet 1989, pflegt Tradition und Geschichte der Region.[5]
  • CVJM Schafhausen e.V., gegründet 1966, hat sich zur Aufgabe gemacht die christliche Kinder- und Jugendarbeit in Schafhausen voranzubringen[6]
  • HHC (Hand-Harmonika-Club) Schafhausen, gegründet 1935, bildet mehrere Akkordeonorchester aus, welche regelmäßig öffentliche Auftritte absolvieren.[7] Als "Spin-Off" des HHC Schafhausen existiert seit 2009 die Rockband "Black Magic Sheep"[8], welche HHC-eigene Veranstaltungen um eine "rockige" Komponente erweitert und auch unter eigenem Namen in der Region auftritt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zehntscheuer in Schafhausen

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Müller (* 1948), Wirtschaftsinformatiker
  • Moritz Winkelmann (* 1984), Pianist

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Beschreibung des Oberamts Böblingen – Tabelle I.
  2. Webseite der ev. Kirchengemeinde Schafhausen.
  3. Webseite des TSV Schafhausen e.V..
  4. Webseite Schafberg-Meckerer Schafhausen e. V.
  5. Webseite des Heimatvereins Schafhausen.
  6. Webseite des CVJM Schafhausen.
  7. HHC Schafhausen. Abgerufen am 10. November 2018.
  8. RoggnRoll. Abgerufen am 10. November 2018 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schafhausen (Weil der Stadt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien