Schauspielhaus (Erfurt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schauspielhaus in Erfurt

Das Schauspielhaus war ein Theater in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Es befindet sich im Klostergang in der südwestlichen Altstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schauspielhaus wurde 1897 nach Entwurf des Architekten Georg Weidenbach in neobarocken Bauformen als Vereinshaus errichtet. Bauherr war der 1780 gegründete Geselligkeitsverein Ressource, einem vor allem aus "Militär- und Zivilbeamten, Kaufleuten und gebildeten Bürgern" bestehenden Herrenverein, der damals eine große Bedeutung in der Stadt hatte.[1]

1949, im Jahre der Gründung der DDR, wurde das Haus von der Stadt übernommen und unter Leitung des Architekten Walther Beck als Theater umgebaut. Eröffnet wurde es am 29. August 1949 mit einer Aufführung der Iphigenie auf Tauris. Zunächst wurde es noch als Neues Theater bezeichnet, ab 1956 hieß es dann Schauspielhaus Erfurt. 1957 kam noch die Kleine Bühne hinzu. 1997 bis 2003, als die Alte Oper aus baulichen Gründen geschlossen wurde, war das Schauspielhaus das einzige verbliebene Theater in der Stadt. 2002 beschloss die Stadt, das Schauspielhaus nach Eröffnung des Neubaus des Theaters Erfurt im Brühl zu schließen und die Schauspieler zu entlassen. Seitdem stand das Haus leer und war dem Verfall preisgegeben.

Am 1. Mai 2013 wurde das Schauspielhaus von linken Aktivisten besetzt.[2] Der Oberbürgermeister Andreas Bausewein hat einen Strafantrag gestellt.[3] Nach einem Tag wurde die Besetzung von der Polizei wieder beendet.

Seit Mai 2015 nutzt die Saxonia Media Filmproduktion Teile des Schauspielhauses für Drehs der Kinderserie Schloss Einstein.[4]

Im September 2015 beschloss der Stadtrat von Erfurt, dem 2013 gegründeten Erfurter Verein KulturQuartier Erfurt e.V. mit der die Entwicklung eines Nutzungs- und Betreiberkonzeptes für das ehemalige Schauspielhaus zu beauftragen. Der Verein plant nun die Gründung einer Genossenschaft, die die Immobilie in ihr Eigentum übernehmen und gem. ihrer Satzung für kulturelle Zwecke bewirtschaften soll.[5] Zur Gewinnung von Unterstützern fanden im November 2015 und April 2015 gut besuchte "Previews" mit kulturellen Darbietungen statt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steffen Raßloff: Trauriges Denkmal, Thüringer Allgemeine Erfurt, 27. Juli 2013
  2. Beitrag auf Indymedia vom 1. Mai 2013
  3. Beitrag der Thüringer Allgemeinen vom 1. Mai 2013
  4. Pressemitteilung Saxonia Media. 3. Februar 2016, abgerufen am 23. März 2016.
  5. Website des kulturquartiers erfurt e.V.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schauspielhaus Erfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 58′ 24″ N, 11° 1′ 30″ O