Schein-Aus

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Der Schein-Aus ist der Zustand eines elektrischen Gerätes, in dem es keine Funktion bereitstellt aber trotzdem Strom verbraucht. Im Gegensatz dazu verbraucht der Bereitschaftsbetrieb auch Strom, aber er stellt eine Funktion bereit z. B. die Möglichkeit des Einschaltens per Fernbedienung.

Die EU-Verordnung 1275/2008 zum Stromverbrauch elektrischer und elektronischer Haushalts- und Bürogeräte im Bereitschafts- und im Aus-Zustand erlaubt maximal 1 Watt bei allen Geräten, die ab 2010 verkauft wurden, und 0,5 Watt, für solche die ab 2014 verkauft wurden. Moderne Geräte haben daher am Gesamtverbrauch eines Haushalts nur einen kleinen Anteil.

Beim Schein-Aus ist das Gerät nicht vollständig vom Stromnetz getrennt. Der Verbrauch kommt zu Stande weil der Hauptschalter zwischen dem eigentlichen Gerät und dem Netzteil und nicht zwischen Netzteil und Steckvorrichtung angebracht ist. Der Transformator des Netzteils verbraucht Strom auch wenn er nicht belastet ist was zu Leerlaufverlust führt.

Steckernetzteil

Sehr viele Geräte werden durch separate Steckernetzteile versorgt. Die Verwendung solcher Netzteile haben unter anderem dadurch Vorteile, dass die damit versorgten Geräte nicht für alle weltweit vorkommenden Stromnetze konzipiert werden müssen. Solche steckbaren Netzteile lassen sich in aller Regel nicht abschalten, daran angeschlossene Geräte verbleiben im angeschlossenen Zustand unter Umständen im Bereitschaftsbetrieb.

Beim Ausschalten mittels eines primärseitigen Netzschalters am Gerät mit integrierten Netzteil wird die Leistung auf null Watt reduziert. Bei einigen Geräten befindet sich der Netzschalter auf der Sekundärseite des Netzteils, also eigentlich "hinter" dem Netzteil. Das hat den Vorteil, dass aufgrund der niedrigeren Spannung der Schalter und dessen elektrische Isolation kostengünstiger ausgeführt werden können, da nicht direkt Netzspannung geschaltet wird. Nachteilig ist, dass das Netzteil dabei immer in Betrieb bleibt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mathias Schäfer: CO2 sparen - Geld sparen, Verlag Edel:Books, 2011, ISBN 3868034625, Seite 98 [1]
  • Gudrun Bergdolt, Dirk Mattner: Energiesparen im Haushalt, Verlag Haufe-Lexware, 2009, ISBN 3448093017, Seite 14 [2]
  • Politikszenarien für den Klimaschutz IV - Szenarien bis 2030, Band 7, Verlag Forschungszentrum Jülich, 2008, ISBN 3893365184, Seite 22 [3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verordnung 1275/2008/EG [4]
  • Umweltbundesamt : Leerlaufverluste, 16. Februar 2012 [5]
  • Christof Windeck: Ein-Watt-Verordnung in c’t, März 2009 [6]