Schellenberg (Kinding)

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Schellenberg
Schellenberg von Westnordwesten aus Richtung des Weinbergs gesehen mit Anlautertal, Bundesautobahn 9, Schellenbergtunnel der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt–München und Enkering

Schellenberg von Westnordwesten aus Richtung des Weinbergs gesehen mit Anlautertal, Bundesautobahn 9, Schellenbergtunnel der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt–München und Enkering

Höhe 494,5 m ü. NN
Lage Kinding, Landkreis Eichstätt, Oberbayern, Deutschland
Gebirge Südliche Fränkische Alb
Koordinaten 48° 59′ 45″ N, 11° 22′ 10″ OKoordinaten: 48° 59′ 45″ N, 11° 22′ 10″ O
Schellenberg (Kinding) (Bayern)
Schellenberg (Kinding)
Typ Bergsporn
Gestein Jurazeitlicher Kalkstein
Alter des Gesteins 199,6 - 145,5 Mio Jahre
Besonderheiten mit Vorzeitfestung Schellenburg

Der Schellenberg (auch Schellenburg genannt) ist ein 494,5 m ü. NN[1] hoher Bergsporn der Fränkischen Alb (Frankenalb) bei Kinding im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.

Höhensiedlung Schellenburg in einer Zeichnung von Friedrich Winkelmann 1926

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schellenberg erhebt sich zwischen Kinding im Nordosten und dessen Ortsteil Enkering im Westen. Er erstreckt sich von Nord nach Süd und bildet einen zirka 1 km langen Sporn der sich südlich anschließenden Jurahochfläche der Frankenalb. Seine Hänge fallen etwa 100 m in die Täler der Altmühl im Osten und ihrem dort einmündenden Zufluss Schwarzach im Norden und deren Zufluss Anlauter im Westen hin ab.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Täler beherrschende, natürlich geschützte Lage des Schellenbergs und seine siedlungsgeeignete runde, insgesamt etwa 9,5 ha große Plateaufläche nutzten schon sehr früh die Menschen. Hier wurden Siedlungsspuren unterschiedlicher Dichte von der beginnenden Jungsteinzeit (5000 v. Chr.) bis hin zur späten Urnenfelderzeit um 800 v. Chr. gefunden; danach brach die Siedlungskontinuität ab. Gegen Süden war das zuletzt wohl von einer Dorfgemeinschaft im 9. Jahrhundert genutzte Siedlungsgebiet durch zwei etwa 150 m lange und 4 m hohe Mauern abgesichert worden; sie fielen einem Brand zum Opfer, sind aber heute noch gut als Schuttwälle erkennbar. Diesen Mauern war jeweils ein breiter, flacher Graben vorgelagert. Beide Mauern wurden am Westende durch einen rechten Winkel zur Innenfläche hin geführt und ließen dadurch einen schmalen, gut beherrschbaren Zugang zwischen Mauer und Steilhang frei, der am Ende eine hölzerne Toranlage aufwies. Am Rand des Plateaus existierte eine niedrigere Ringmauer, die von weitem einen burgähnlichen Charakter signalisierte. 1907, als Friedrich Winkelmann, Streckenkommissar der Reichs-Limeskommission, die Anlage entdeckte, führte er dazu die Bezeichnung „Schellenburg“ ein, obwohl hier nie eine Burg im Sinne eines Fürstensitzes stand.

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Schellenberg steht seit 1993 ein Sendeturm (Funkumsetzer) der Deutschen Telekom. 1994 wurde auf dem Schellenberg der archäologische Lehrpfad „Vorzeitfestung Schellenburg“ eröffnet. Durch den Berg führt der 650 m lange, 2005 offiziell dem Eisenbahnverkehr übergebene Schellenbergtunnel der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt–München. Wanderwege führen von Ilbling und Enkering, beides Gemeindeteile von Kinding, auf den Schellenberg.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kartendienste des BfN

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]