Schildförmige Scheiben-Lorchel

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Schildförmige Scheiben-Lorchel
Gyromitra parma schildförmige lorchel 2.jpg

Schildförmige Scheiben-Lorchel (Gyromitra parma)

Systematik
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Pezizomycetes
Ordnung: Becherlingsartige (Pezizales)
Familie: Giftlorchelverwandte (Discinaceae)
Gattung: Giftlorcheln (Gyromitra)
Art: Schildförmige Scheiben-Lorchel
Wissenschaftlicher Name
Gyromitra parma
(Breitenbach & Maas Geest.) Kotl. & Pouzar

Die Schildförmige Scheiben-Lorchel (Gyromitra parma, Syn. Discina parma) ist eine Pilzart aus der Familie der Giftlorchelverwandten. Der in Auenwäldern auf dem Boden oder an vermodertem Laubholz wachsende Pilz bildet becherlingsartige bis flach ausgebreitete Fruchtkörper.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Jugendstadium scheiben- bis leicht becherförmigen Fruchtkörper werden später runzelig bis wellig verbogen und schließlich lappig-faltig mit nach unten umgebogenen Rändern. Sie erreichen eine Breite von 5 bis 10 cm und eine Höhe von 3 bis 6 cm. Die unebene, runzlige und höckerige Innenseite in der Mitte vertieft und rot- bis gelbbraun gefärbt. Die Außenseite erscheint heller braun und geht in den weißen Stiel über. Dieser ist 3–6 cm lang und 2–3 cm dick. Er ist an der Basis faltig-grubig, hohl und besitzt eine gekammerte Struktur. Der Stiel verdickt sich allmählich nach oben. Das Fleisch ist hellbraun gefärbt, schmeckt mild und besitzt keinen spezifischen Geruch.[1]

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fruchtschicht (Hymenium) befindet sich auf der Oberfläche des Fruchtkörpers. Die Sporen sind elliptisch, besitzen an den Enden bärtige, 2–3 µm lange Anhängsel und messen ohne diese 25–32,5 × 11–12,5 µm. Sie sind durchsichtig (hyalin) und besitzen im Inneren einen großen und zwei kleinere Öltropfen. Ihre Oberfläche ist grob netzig ornamentiert. In den 300–350 × 25–30,5 µm großen Schläuchen (Asci) befinden sich jeweils acht Sporen. Die Paraphysen sind fadenförmig, septiert und an der Spitze keulig verdickt. Sie erreichen Größen von 5 bis 10 µm.[1]

Artabgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehr ähnlich sieht die an Nadelholz wachsende Scheiben-Lorchel (G. ancilis) aus.

Die ebenfalls im Frühling fruktifizierende, sehr ähnliche Scheiben-Lorchel (G. ancilis) wächst an Nadelhölzern. Mikroskopisch können beide Arten anhand ihrer Sporen abgegrenzt werden. Der wie die Schildförmige Scheiben-Lorchel in Laubwäldern vorkommende Morchelbecherling (Disciotis venosa) unterscheidet sich von dieser durch seinen unangenehm stechenden Chlorgeruch.

Ökologie und Phänologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schildförmige Scheiben-Lorchel wächst als Saprobiont vorzugsweise in Auenwäldern in Gesellschaft mit Laubbäumen wie Eschen, Erlen und Ahornen. Die Fruchtkörper kommen sowohl auf dem Boden zwischen Gräsern und Moosen als auch direkt an morschem Holz vor. Die erst 1970 in der Schweiz entdeckte Art ist selten, auch wenn inzwischen Nachweise aus anderen Ländern wie Deutschland[2], Italien und dem ehemaligen Jugoslawien vorliegen.[1]

Die Fruchtkörper werden im Frühling von April bis Mai gebildet.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schildförmige Scheiben-Lorchel ist kein Speisepilz.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Josef Breitenbach, Fred Kränzlin (Hrsg.): Pilze der Schweiz. Beitrag zur Kenntnis der Pilzflora der Schweiz. Band 1: Ascomyceten (Schlauchpilze). Mykologia, Luzern 1981, ISBN 3-85604-010-2, S. 62.
  2. Nachweis eines Fundes bei Kassel 1973, PDF-Dokument, abgerufen am 24. September 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schildförmige Scheiben-Lorchel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Discina parma. In: Funghi in Italia / funghiitaliani.it. Abgerufen am 24. September 2013 (italienisch, Mikroskopische und makroskopische Fotos der Schildförmigen Scheiben-Lorchel).