Schildower Kreis

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Der Schildower Kreis ist ein Experten-­Netzwerk für die Legalisierung von Drogen. Sprecher des Schildower Kreises ist Lorenz Böllinger, emeritierter Professor für Strafrecht und Kriminologie.[1]

Forderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptziel des Schildower Kreis ist es, auf die Folgen der Drogenprohibition aufmerksam zu machen und Alternativen zur derzeitigen repressiven Drogenpolitik aufzuzeigen. Der Kreis kritisiert die repressive Drogenpolitik der UNO[2] und fordert die in Deutschland Verantwortlichen (darunter den Drogenbeauftragten der Bundesregierung) auf[3], eine Enquête-Kommission einzurichten, um Schaden und Nutzen der Drogenpolitik wissenschaftlich und ideologiefrei zu ermitteln.

Manifest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Forderungen haben die Schildower in ihrem Manifest „Drogenprohibition: GESCHEITERT, SCHÄDLICH und TEUER“ niedergeschrieben.[4] Sie halten die bisherige Drogenpolitik (insbesondere das Verbot des Cannabis-Konsums) schädlich für die Gesellschaft, da sie die Kriminalität fördere und einen Schwarzmarkt schafft. Die Prohibition sei teuer, da zum einen die Strafverfolgung Geld kostet und durch die Illegalität keine Steuereinnahmen generiert werden. Im Gefängnis sitzen hauptsächlich Klein­dealer und Abhängige, die wegen Beschaffungskriminalität verurteilt wurden.[5] Für eine qualifizierte Hilfe ist das Gefängnis der falsche Ort.[5] Des Weiteren verhindere die Illegalität einen wirksamen Verbraucherschutz und die Konsumenten erlernten keine Drogenmündigkeit.

Insgesamt 122 Professoren aus den Bereichen Strafrecht und Kriminologie haben das Manifest unterschrieben. Gemeinsam mit den Fraktionen der Oppositionsparteien von Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen will der Schildower Kreis eine Überprüfung des Drogenstrafrechts erreichen.[6][7][8]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den Mitgliedern befinden sich Professoren für Strafrecht, Erziehungswissenschaften, Verwaltungswissenschaften, Kriminologie und Sozialpädagogik, sowie Ärzte und Vertreter der Deutschen AIDS-Hilfe und des Deutschen Hanfverbands.

Mitglieder sind Gundula Barsch, Horst Bossong, Bernd Dollinger, Johannes Feest, Henner Hess, Manfred Kappeler, Cornelius Nestler, Bettina Paul, Stephan Quensel, Sebastian Scheerer, Henning Schmidt-Semisch, Wolfgang Schneider, Heino Stöver und Georg Wurth.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. taz.de vom 6. April 2013 (Blog): Rauschkunde in Bild und Ton – Teil 4: Schildower Kreis.
  2. Schildower Kreis - Pressemitteilung vom 10. März 2008: Expertengremium: Drogenpolitik der UNO eindrucksvoll gescheitert
  3. Schildower Kreis - Pressemitteilung vom 24. November 2009: Appell an die Bundesregierung: Drogenpolitik weiterdenken - Entkriminalisierung ausgestalten
  4. Schildower Kreis: Manifest
  5. a b Legaler Cannabis-Konsum? HR-online abgerufen am 14. April 2014
  6. Heribert Prantl: Allianz für ein liberales Drogenstrafrecht, Süddeutsche Zeitung vom 7. April 2014
  7. Cannabis-Konsum in Deutschland: Strafrechtler wollen Drogen-Gesetze reformieren, Spiegel Online vom 7. April 2014
  8. Deutsche Strafrechtsprofessoren für liberale Drogengesetze, Der Standard vom 7. April 2014