Schillerdenkmal (Hamburg)

Das Hamburger Denkmal für Friedrich Schiller wurde 1866 enthüllt und steht seit 1958 im Gustav-Mahler-Park am Dammtordamm. Es ist als Kulturdenkmal mit der Objekt-ID 12568 ausgewiesen.[1]
Beschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Dichter steht im Reisemantel als lebensgroße Bronzeskulptur auf einem Granitsockel, die rechte Hand ist leicht vorgestreckt, in der linken hält er ein Buch. Vier allegorische weibliche Figuren umgeben den Sockel, im Maßstab deutlich kleiner als die Figur des Dichters. Sie sollen auf die vielfältigen Talente und Aktivitäten des Dichters hinweisen:
- Euterpe, die Muse der Lyrik und der Musik, hier mit einer Lyra dargestellt
- Kalliope, die Muse der epischen Dichtung und der Philosophie, hier mit einem Buch dargestellt
- Klio, die Muse der Heldendichtung und der Geschichte
- Melpomene, die Muse der tragischen Dichtung
Das ganze Ensemble ist von einem Metallgitter eingefasst.
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Euterpe (links) – Lyrik Kalliope (rechts) – Epik und Philosophie
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Klio – Geschichte und Heldendichtung
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Melpomene – Drama
Geschichte
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Im Zuge der Schillerfeiern zum hundertsten Geburtstag des Dichters im Jahr 1859 entstand der Wunsch, ein Schillerdenkmal in Hamburg zu realisieren. Zwar soll Schiller niemals in Hamburg gewesen sein, sein Don Karlos wurde aber 1787 hier uraufgeführt.
Nach einer Ausschreibung[2] des Schiller-Vereins erhielt 1861 der Hamburger Künstler Julius Lippelt den Auftrag, das Denkmal zu errichten.[3] Lippelt konnte seine Arbeit jedoch nicht vollenden, weil er 1864 an Tuberkulose verstarb. Der schlesische Bildhauer Carl Börner brachte das Werk zum Abschluss.[4] Es wurde in der Hamburger Gießerei von Georg Schultz gegossen. Es wurde am 10. Mai 1866 vor der Kunsthalle am Ferdinandstor enthüllt.[5]
1923 wurde das Schillerdenkmal als Nr. 31 in die Hamburger Denkmalliste aufgenommen. Heute steht es im Gustav-Mahler-Park am Dammtordamm, wohin man es 1958 versetzt hatte.[6]
Restaurierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2007 bis 2008 fand eine umfassende Restaurierung statt. Das Sandsteinfundament und das Innengerüst mussten erneuert werden. Außerdem waren die Bronzefiguren durch die Schadstoffe und Schmutzpartikel in der Luft geschädigt. Die für die Restaurierung nötigen Finanzmittel, ca. 120.000 €, wurden von Hamburger Bürgern und Stiftungen aufgebracht.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kunst in Hamburg. 12 Spaziergänge. Junius Verlag (2011), ISBN 978-3-88506-460-2
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ nach § 6 Absatz 1 Hamburgisches Denkmalschutzgesetz vom 5. April 2013, (HmbGVBl S. 142), Stand: 29. Oktober 2012.
- ↑ Anzeige: Aufforderung zur Betheiligung an der Concurrenz für das in Hamburg zu errichtende Schiller-Denkmal. In: Staats- und gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. 27. März 1861, S. [4], (Digitalisat)
- ↑ Anzeige: Ergebnis der Concurrenz um das Schiller-Standbild. In: Hamburger Nachrichten. 22. November 1861, S. [3], (Digitalisat)
- ↑ Local-Bericht. In: Staats- und gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. 1. September 1864, S. [3], („Die vierte Sockelfigur zum Schiller-Denkmal … ist zur gänzlichen Ausführung einem bisherigen Mitarbeiter und Schüler Lippelt's, Hrn. Börner, übertragen worden.“ Digitalisat);
Briefkasten[=Leserbrief]. Hamburger Nachrichten. 25. Mai 1886, S. [16], („…, bevor er die dritte der das Denkmal umgebenden Figuren, die Tragödie darstellend vollendet, die vierte Figur, die Lyrik, begonnen hatte.“ Digitalisat) - ↑ Die Enthüllung des Schiller-Denkmals am Donnerstag, den 10. Mai … In: Die Reform. Beilage, 12. Mai 1866, S. [5], (Digitalisat)
Gedenktage. In: Mitteilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte Bd. 26–30, (1907–1911), S. 486. - ↑ Siehe Beschreibung der Signatur: Staatsarchiv Hamburg, 614-3/1 Ausschuß zur Errichtung des Schiller-Denkmals in Hamburg (Schiller-Verein)
Koordinaten: 53° 33′ 33,1″ N, 9° 59′ 25,1″ O