Schlagabraum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Für die Weiterverwertung an einer Forststraße abgelegtes Waldrestholz

Schlagabraum (sprachlich ungenau auch Schlagraum) bezeichnet in der Forstwirtschaft nach der Holzernte (Holzeinschlag oder Rodung) auf der Schlagfläche zurückbleibende Baumreste, Biomasse-Reste welche im Wald belassen oder abgeräumt und genutzt werden. Das im Schlagabraum enthaltene Restholz, wird als Waldrestholz bezeichnet.[1][2]

Schlagabraum und Waldrestholz werden oft fäschlicherweise gleichgesetzt, dies ist aber nicht richtig.

Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schlagabraum besteht aus Stockholz (Baumstüpfe), Nichtderbholz (Reisholz), sowie Wipfeln und Laub (Blätter, Nadeln), Zapfen und Rindenreste und X-Holz (nichtverwertbares Derbholz und minderwertige Stammteile, stockfaule Erdstämme, sowie liegengelassene, gefällte Bäume) und Schlagabfällen.

Der Schlagabraum entspricht bei Nadelholz 5–10 %, bei Laubholz 12–15 % des Gesamtertrags.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holz besteht chemisch überwiegend aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff, die dank hoher Verfügbarkeit wenig Bedeutung als Pflanzennährstoffe besitzen. Der Hauptanteil der selteneren flächenverfügbaren Nährstoffe ist dagegen in Blättern und Nadeln gespeichert, die zur Vermeidung zu starker Nährstoffaustragung aus dem Wald unbedingt auf der Fläche verbleiben sollten. Daher werden die so genannte Voll- und Ganzbaumnutzung, die auch diese Reste verwertet, waldökologisch als sehr kritisch betrachtet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Stinglwagner, Ilse Haseder, Reinhold Erlbeck: Das Kosmos Wald- und Forstlexikon. 5. Auflage, Kosmos, 2016, ISBN 9783-440-15524-0.
  2. Der Wald wird gefegt auf franzjosefadrian.com, abgerufen am 19. Januar 2017.