Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

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Film
OriginaltitelSchlingensief – In das Schweigen hineinschreien
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2020
Länge 124 Minuten
Stab
Regie Bettina Böhler
Drehbuch Bettina Böhler
Produktion Frieder Schlaich,
Irene von Alberti
Musik Helge Schneider
Schnitt Bettina Böhler
Besetzung

Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien ist ein deutscher Dokumentarfilm von Bettina Böhler aus dem Jahr 2020. Der Film ist ein Porträt des Regisseurs und Künstlers Christoph Schlingensief, der über Jahrzehnte den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland mitprägte. Die Uraufführung fand am 21. Februar 2020 im Rahmen der 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin statt.[1][2] Der deutsche Kinostart war am 20. August 2020.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dokumentarfilm porträtiert Christoph Schlingensiefs Leben und Werk anhand von Filmausschnitten, Aufzeichnungen seiner Theaterinszenierungen und politischen Aktionen, privaten Filmaufnahmen und historischen Interviews mit Schlingensief selbst.[3] Den inhaltlichen Fokus legt die Filmemacherin auf Schlingensiefs fortwährende Auseinandersetzung mit Deutschland. Das Verhältnis zu seiner Heimat beschäftigte ihn schon als jugendlichen Super-8 Filmer, es blieb in seinen Filmen und späteren Theater- und Operninszenierungen ein zentrales Thema seines Schaffens. Der Titel In das Schweigen hineinschreien bezieht sich auf den Umgang der deutschen Nachkriegsgesellschaft mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit.[4]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film ist die erste Regiearbeit der renommierten Filmeditorin Bettina Böhler, die für Christoph Schlingensief in den 1990ern dessen Spielfilme Terror 2000 – Intensivstation Deutschland und Die 120 Tage von Bottrop montiert hatte.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Rezension in der "Rheinischen Post" bezeichnet Philipp Holstein den Film als "eine großartige Kino-Dokumentation" und meint: "Die Höhepunkte sind die Stellen, an denen Schlingensief redet. Er redet in diesem Sound, der ein charmantes Dozieren ist, er redet und redet, so ernst und heiter, mit einer Energie, die ansteckt, mit Enthusiasmus und totaler Überzeugtheit, voller Lauterkeit und aufrecht und mit einer Mission."[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2020 erhielt Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien Nominierungen in den Kategorien Bester Dokumentarfilm (Frieder Schlaich und Irene von Alberti) sowie Bettina Böhner für den Besten Schnitt.[6] Der Film gewann den Gilde Filmpreis 2020 als bester Dokumentarfilm.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien | Schlingensief – A Voice that Shook the Silence. Internationale Filmfestspiele Berlin 2020, abgerufen am 19. Februar 2020.
  2. Die Panorama-Filme im Überblick. In: Der Tagesspiegel. 12. Februar 2020, abgerufen am 19. Februar 2020.
  3. Schlingensief - In das Schweigen hineinschreien. In: rbb Fernsehen. 28. Januar 2020, abgerufen am 19. Februar 2020.
  4. Schlingensief - In das Schweigen hineinschreien. In: tip berlin. Abgerufen am 19. Februar 2020.
  5. Philipp Holstein: Im Kopf von Christoph Schlingensief. In: Rheinische Post. 19. August 2020, abgerufen am 22. August 2020.
  6. Nominierungen 2020. In: Deutscher Filmpreis 2020. Abgerufen am 11. März 2020.
  7. Gilde Filmpreise 2020 — Filmkunstmesse Leipzig. Abgerufen am 18. September 2020.