Schloss Ebeleben

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Schloss Ebeleben, 1855
Grundriss des Schlosses Ebeleben vor der Zerstörung[1]
Schlossruinen (2009)
Schlossfundamente (2012)
Nördlicher Teil des Schlossparks (2009)
Palmenhaus (2009)
Südlicher, noch unsanierter Teil mit Wasserkunst (2009)

Das Schloss Ebeleben war eine Schlossanlage im nordthüringischen Ebeleben. Das Schloss gehörte den Schwarzburgern, die es zwischen 1651 und 1681 als Residenz ihrer Nebenlinie Schwarzburg-Ebeleben nutzten. Bei einem amerikanischen Artillerie- und Panzerangriff im April 1945 wurden die Gebäude des Schlosses zerstört und die Ruinen später abgetragen, sodass heute vor allem noch der Schlosspark und das Palmenhaus von kultureller Bedeutung sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Schloss[Bearbeiten]

Auf der Anhöhe im Nordwesten der Stadt befand sich bis zur Zerstörung 1945 ein umfangreicher, um zwei Höfe gruppierter Schlosskomplex. Bereits seit dem Mittelalter existierte hier eine von einem Wallgraben umgebene Burganlage der Schwarzburger. Zu der seit dem 12. Jahrhundert nachweisbaren Ur-Anlage gehörten das Ebeleber Haus, der Ostflügel des hinteren Hofes und das Mühlhäuser Haus von 1530. Letzterer musste von den Mühlhäusern errichtet werden, da sie die Burg im Bauernkrieg zerstört hatten. Dieser alte Trakt, der Nordflügel, war ein dreigeschossiger Bau mit Steildach, architektonisch ausgezeichnet durch Vorhangbogenfenster und Staffelgiebel mit rundbogigen Maßwerkblenden. Graf Ludwig Günther I. ließ die Burg von 1651 bis 1666 großzügig in ein barockes Schloss umbauen. Das Gebäude erhielt einen S-förmigen Grundriss mit zwei zu den entgegengesetzten Seiten offenen Innenhöfen und Nebengebäuden. Aus dieser Zeit stammte der dreigeschossige Südflügel mit dem Schlossturm, der Verbindungsbau zwischen Ost- und Nordflügel, die Mauer des Schlosshofes als westlicher Abschluss mit plastisch-dekorativen Portalen, sowie die Bebauung des vorderen Schlosshofes als Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude mit Kanzlei, Marstall und Remisen.[2] Der Innenausbau mit zahlreichen Stuckaturen erfolgte dann im 18. Jahrhundert. 1772 wurde die hölzerne Schlossbrücke durch eine steinerne ersetzt und das Tor mit Torhäusern errichtet.

Der Schlosskomplex wurde ab 1837 als Verwaltungssitz und als Wohnraum genutzt.

Von dem geschilderten Schlossbau sind lediglich einige Grundmauern sowie die Toranlage erhalten geblieben, alles Übrige wurde am 8. und 9. April 1945 durch amerikanischen Panzer- und Artilleriebeschuss zerstört. Die Ruinen um den vorderen Schlosshof wurden bis 1949, die des hinteren Hofes 1952 beseitigt: "Nutzung als Steinbruch". Im Parkbereich wurde ein Schuttberg aufgeworfen.

Der Schlosspark[Bearbeiten]

Der Schlosspark wurde ab 1774 durch Fürst Christian Günther III. angelegt. Er befindet sich westlich des ehemaligen Schlosses und wurde im französischen Stil unter geschickter Ausnutzung der topografischen Verhältnisse gestaltet. Ausgerichtet ist seine Nord-Süd-Achse jedoch nicht auf das Schloss, sondern auf das barocke Palmenhaus, ein Orangeriegebäude am nördlichen Ende des Parks, das bis heute erhalten ist. Im unteren Teil des Parks befinden sich zahlreiche Brunnenfiguren, die Szenen aus einer Hirschjagd darstellen und um 1725 von Christoph Johann Biedermann gestaltet wurden. Weiter südlich befinden sich klassizistische Steinfiguren, die die Treppen begleiten und Johann Christoph Klemm zugeschrieben werden.

Nachdem der Schlosspark zu DDR-Zeiten verwildert war, wurde in den letzten Jahren langsam mit der Wiederherstellung begonnen. Im nördlichen Teil um das Palmenhaus ist sie bereits abgeschlossen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 9: "Thüringen". Hrsg. Hans Patze. Alfred Kröner-Verlag, Stuttgart 1989. Ebeleben: S. 84-85 ISBN 3-520-31302-2
  • Kulturelle Entdeckungen Thüringen. Schriftleitung Thomas Wurzel. Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2009. Band 1. Ebeleben: Schlossanlage und Schlossgarten. S. 59-62. ISBN 978-3-7954-2249-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schicksale deutscher Baudenkmale im zweiten Weltkrieg. Hrsg. Götz Eckardt, Henschel-Verlag, Berlin 1978. Band 2. Seite 471
  2. Schicksale deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg. Hrsg.: Götz Eckardt. Henschel-Verlag, Berlin 1978. 2. Band. Darin: Rudolf Zießler "Bezirk Erfurt", S. 470-471 "Ebeleben". (Der Beitrag enthält auch 8 historische Fotografien)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Ebeleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.28388888888910.726666666667Koordinaten: 51° 17′ 2″ N, 10° 43′ 36″ O