Schloss Ippenburg

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Schloss Ippenburg
Schloss Ippenburg 2010.jpg
Schloss Ippenburg

Schloss Ippenburg ist ein Adelswohnsitz im Stil der Neugotik im Ortsteil Lockhausen von Bad Essen im Landkreis Osnabrück (Niedersachsen). Er ist seit mehr als 600 Jahren im Besitz der Familie von dem Bussche-Ippenburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Schloss hatte zwei Vorgängerbauten, eine befestigte Burg aus der Zeit des späten Mittelalters im Übergang zur frühen Neuzeit und ein barockes Herrenhaus, das nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand.

Trutzburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Bau stammt vom Ende des 14. Jahrhunderts. Der Ritter Johann von dem Bussche baute eine mit Schießscharten versehene Burg, die von einem Wassergraben umgeben und nur über eine Zugbrücke zugänglich war. Zwischen dem Schlossgraben und einem weiteren äußeren Graben ließ er einen befestigten Wall anlegen. Die um einen Innenhof gebaute Burg war mit Wohnräumen für Ritter und Knappen, Küche, Kapelle, Rüstkammer, Ritter- und Büchersaal, Junkerstube sowie Wohnräumen für Gäste ausgestattet. Diese Burg bestand bis 1811. Sie wurde wegen Baufälligkeit abgerissen.

Herrenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich der ersten Burg hatte die Familie von dem Busche bereits nach dem Dreißigjährigen Krieg am Standort des heutigen Schlosses ein Herrenhaus mit zwei Flügeln im Stil des Barock errichten lassen. Auch dieses enthielt eine Hauskapelle, deren Glocke aus dem Jahr 1724 noch existiert. Blitzschlag zerstörte 1756 den barocken Giebel am Hauptflügel des Herrenhauses. 1862 wurde auch das Herrenhaus abgerissen, weil es von Steinschwamm befallen war.

Neugotisches Schloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Wilhelm von dem Bussche ließ auf den Fundamenten des Herrenhauses zwischen 1862 und 1867 aus Ibbenbürener Sandstein das heutige neugotische Schloss mit mehr als hundert Räumen errichten. In den 1930er Jahren wurde es von Hermann Graf von dem Bussche und seiner Frau Vera Gräfin von dem Bussche umfassend renoviert. Das Schloss wurde mit Zentralheizung versehen; Bäder wurden eingebaut. Die neugotische Ausstattung blieb erhalten. Weitere Renovierungen wurden in den 1960er Jahren vorgenommen. So wurde das Dach neu gedeckt. In den 1980er Jahren erhielten die Turmdächer eine Verkleidung aus Kupfer, außerdem wurde die Wetterfahne vergoldet. Die repräsentative Eingangshalle und die Fenster wurden in den 1990er Jahren renoviert.

Schlosspark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1976 leben Philip Freiherr von dem Bussche und Viktoria Freifrau von dem Bussche auf dem Anwesen, zunächst in einem Kötterhaus; später zog das Ehepaar mit der wachsenden Familie ins Schloss um. Philip Freiherr von dem Bussche bewirtschaftet den landwirtschaftlichen Betrieb mit 300 Hektar Ackerland und 330 Hektar Wald. Victoria Freifrau von dem Bussche ist eine Hobbygärtnerin, die sich für englische Gärten begeistert. Wahrzeichen des Ippenburger Festivals ist seit 2001 die Wasserskulptur Taraxatum (Löwenzahn) von Ugo Dossi aus einem 300 Jahre alten Eichenstamm.

Schloss Ippenburg

Der Schlosspark Ippenburg war im Jahr 2010 ein Kerngebiet der 4. Niedersächsischen Landesgartenschau, die am 31. März 2009 an Bad Essen vergeben wurde.

Nur während der jährlichen vier Festivals können das neugotische Schloss, der große Küchengarten, die kunstvollen Schaugärten und das neue Rosarium 2000+ besichtigt werden. An anderen Tagen ist das Gelände für Besucher nicht zugänglich. 2017 sind die Themengärten im Mai, Juni, Juli an allen Sontagen geöffnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Viktoria von dem Bussche: Das Leuchten im Schatten der Bäume.. In: Eva Kohlrusch: Faszinierende Frauen und ihre Gärten. 2. Auflage. Callwey, München 2010, ISBN 978-3766718211, S. 14–21.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Ippenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 20′ 25″ N, 8° 21′ 41″ O