Schnakenwerder

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Schnakenwerder
Schnakenwerder westlich der Insel Vilm, schwedische Matrikelkarte 1695
Schnakenwerder westlich der Insel Vilm, schwedische Matrikelkarte 1695
Gewässer Greifswalder Bodden (Ostsee)
Geographische Lage 54° 19′ N, 13° 31′ OKoordinaten: 54° 19′ N, 13° 31′ O
Schnakenwerder (Mecklenburg-Vorpommern)
Schnakenwerder

Schnakenwerder ist eine Untiefe im Greifswalder Bodden, westlich der Insel Vilm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Landschaft mit Regenbogen“ (1810)

Ursprünglich eine Insel, ist sie auf den schwedischen Matrikelkarten [1] 1692–1709 wie auch auf Caspar David Friedrichs Werk „Landschaft mit Regenbogen“, entstanden um 1810, noch als solche zu erkennen. Um diese Zeit beschreibt Johann Jacob Grümbke Schnakenwerder als „kleinen buschigen Erdfleck“, gelegen nordwestlich des Wendeholzes, zwischen großen und kleinen Vilm. [2] Noch in der Zeit um 1700 umfasste die Oberfläche der Insel etwa einen Hektar.[3]

Laut einer Erzählung nach Alfred Haas wurde die Insel in den 1840er Jahren bei einer Schachpartie zwischen dem König von Dänemark und der Fürstin zu Putbus als Preis gesetzt. Der König Dänemarks setzte wiederum einen kleinen Sandwerder nahe der Insel Moen. Die Partie ging für die Fürstin verloren und die Insel in den Besitz des Königs von Dänemark.[4] Für den Zeitraum Mitte des 19. Jahrhunderts genügte der Schnakenwerder noch als Sommerweide für eine Stute samt Fohlen. Im Herbst 1858 stürzte die letzte noch auf der Insel stehende große Eiche um. Eine zeitlang verblieb auf der Insel als Bewuchs noch etwas Gestrüpp.[3]

Durch Sturmhochwasser und Erosion scheint sie, ebenso wie der Stubber, bis spätestens Anfang des 20. Jahrhunderts vom Greifswalder Bodden überspült worden zu sein. Am 24. Oktober 1945 lief der mit Munition beladene Finowmaßkahn Nr. 139 des Schiffers Max Daberkow auf die Untiefe und explodierte; es kamen alle 81 an Bord befindlichen Menschen ums Leben.[5] Aufgrund der Gefährdung durch Altmunition ist das Gebiet um Schnakenwerder daher auf Karten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrologie als Sperrgebiet gekennzeichnet.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Elmar König: Von Schlossinsel bis Zingst: Kleines Insellexikon für Touristen, Individualisten und Auswanderer. In: Ostsee-Inseln. 1. Auflage. Band 3. König Verlag, 2012, ISBN 978-3-943210-40-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vilm auf den schwedischen Matrikelkarten 9. September 2011, abgerufen am 24. Oktober 2012 (deutsch)
  2. Johann Jacob Grümbke: Neue und genaue geographisch-statistisch-historische Darstellungen von der Insel und dem Fürstenthume Rügen: Zur nähern und gründlichen Kenntniß dieses Landes, Band 2, Berlin 1819, S. 37.
  3. a b Norbert Buske: Vilm - Die Geschichte einer Insel, thomasius Verlag 1994, Seite 14.
  4. Alfred Haas: Die Insel Vilm. Stettin 1924, S. 27.
  5. Wolfgang Müller: Schiffsschicksale Ostsee 1945. Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 2001, ISBN 3-7822-0612-6.
  6. Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie: Deutsche und polnische Küste von Rostock bis Gaski, Hamburg 1991, Seekartennummer 1578.