Schnellzement

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Schnellzement (auch Blitzzement) ist ein Zement, der besonders schnell abbindet.

Mit Schnellzement hergestellte Mörtel haben in der Regel eine Topfzeit (Verarbeitungszeit) von zwei bis drei Minuten, eine Erstarrung tritt bereits nach fünf bis sieben Minuten ein, jedoch gelten auch Zemente mit Verarbeitungzeiten bis zu einer Stunde als Schnellzement.

Verschiedene, dem Mörtel in fester oder flüssiger Form zugesetzte Zementbeschleuniger wirken auf den Abbindevorgang ein.

Beispiele:

  • Aluminiumsulfat oder ähnliche lösliche Sulfate mehrwertiger Kationen in Kombination mit Calciumaluminat (CA, C3A, CA2 oder C12A7), Calciumsulfoaluminat (C4A3s) oder basischen Aluminiumsalzen
  • Gase als Beschleuniger für zementgebundene Systeme (speziell Spritzbeton), insbesondere CO2, aber auch CO, SO2 und SO3. Kohlendioxidgesättigtes Anmachwasser verkürzt die Topfzeit von 45 auf 3 Minuten, das Erstarrungsende tritt nach 7 min anstelle von 140 ein

Schnellzement eignet sich daher insbesondere für Reparaturen und Situationen, bei denen eine schnelle Belastbarkeit notwendig ist, wie z. B. das Einzementieren von Dübeln. Er kann im Heimwerkerbereich vor allem da eingesetzt werden, wo schnelle Abbindezeiten wie von Gips, jedoch Wasser- und Wetterfestigkeit sowie höhere Belastbarkeit gefragt sind. Schnellzemente mit Abbindedauern um 30 Minuten dienen z. B. der Estrichsanierung, nach der Sanierung kann der neue Boden oft schon am nächsten Tag normal genutzt werden.

Die schnelle Abbindezeit macht einen Einsatz im regulären Baubetrieb z. B. in der Betonherstellung unmöglich. Zum einen sind selbst Topfzeiten um die 30 Minuten auf einer Großbaustelle viel zu kurz, in der Regel dauert der Antransport bereits länger. Zum anderen wird der Mörtel durch die sehr kurze Abbindezeit beim Abbinden auch sehr warm, bei dickeren Schichten neigt er daher zu Rissbildungen. Außerdem ist die Belastbarkeit von Schnellzement geringer als bei normalem Zement (und z. B. daraus hergestelltem Beton), sodass sein Einsatzbereich beschränkt ist.