Schobüll

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Dieser Artikel behandelt den Husumer Ortsteil Schobüll, zum Ortsteil Schobüll der Gemeinde Großenwiehe im Kreis Schleswig-Flensburg siehe Schobüll (Großenwiehe).
Schobüll
Stadt Husum
Koordinaten: 54° 30′ 0″ N, 9° 1′ 0″ O
Fläche: 7,8 km²
Einwohner: 1600
Bevölkerungsdichte: 205 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2007
Postleitzahl: 25813
Vorwahl: 04841
Karte
Lage von Schobüll und ehemaliger Nachbargemeinden

Schobüll (dänisch: Skobøl, friesisch: Schööbel) ist ein Stadtteil von Husum im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Der Ortsteil hat etwa 1600 Einwohner auf einer Fläche von 7,8 km². Er liegt rund 4 km vom Stadtkern entfernt.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schobüll mit der deichfreien Küste vom Meer aus

Schobüll liegt im nordwestlichen Stadtgebiet von Husum an der Nordseeküste. Östlich verläuft die Bundesstraße 5 von Husum nach Niebüll. In Schobüll befindet sich der einzige Abschnitt der schleswig-holsteinischen Festlandküste, an dem die Geest direkt an die Nordsee grenzt. Es ist folglich auch einer der wenigen Orte an der Nordsee, die nicht durch einen Deich geschützt werden müssen.[1]

Halebüll (im Norden; dänisch: Halebøl, friesisch: Hälbel), Hockensbüll (dänisch: Hokkensbøl, friesisch: Hukensbel) und Lund (im Süden) sind Ortsteile der ehemaligen Gemeinde Schobüll.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schobüll ist ein Kirchdorf und wurde um 1200 erstmals erwähnt. Der Name leitet sich von Soubu oder Skovby ab und bedeutet Walddorf (dänisch skov ≈ Wald). Nach dem Abholzen des Waldbestandes im Mittelalter entstand eine Heidelandschaft. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde mit der Wiederaufforstung begonnen. Seit 1954 ist dieser Wald ein Teil des Landschaftsschutzgebiets Schobüller Berg. 1974 wurde der Schobüller Wald durch eine schleswig-holsteinische Landesverordnung außerdem zum Erholungswald erklärt.

Über die Geschichte der Kirche, des sogenannten Kirchleins am Meer, ist nur wenig bekannt; es wird jedoch angenommen, dass sie im 13. Jahrhundert gegründet wurde. Die Kirche steht am „Schobüller Berg“, mit 31 Metern ü. NN einem der höchsten Punkte der schleswig-holsteinischen Nordseeküste, und diente lange als Seezeichen für nach Husum einfahrende Schiffe. Das heutige Kirchenschiff wurde um 1600 errichtet. Nachdem der Turm 1780 einstürzte, erhielt die Kirche einen neuen Turm, der niedriger und damit den Windverhältnissen an der Küste besser angepasst ist.

Nach der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen im Jahr 1867 wurde aus dem Gebiet des Kirchspiels Schobüll eine Kirchspielslandgemeinde gebildet. Sie umfasste die vier Dorfschaften Halebüll, Hockensbüll, Lund und Schobüll. Am 1. Dezember 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Schobüll aufgelöst und in die neue Gemeinde Schobüll überführt.[2]

Schobüll wurde zum 1. Januar 2007 in die Stadt Husum eingemeindet.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell waren die Bewohner des Orts in der Landwirtschaft, der Krabbenfischerei und in der Landgewinnung beschäftigt. Heute überwiegt durch die Nähe zu Husum nicht nur die Wohnnutzung; auch der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Husumer Stadtteil Schobüll ist ein anerkannter Luftkurort.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die deutsche Nordseeküste ist 658 km lang. Davon sind nur 12 km ohne Deichschutz. Dünen ersetzen den Deich bei Duhnen (...) und bei St. Peter auf der Halbinsel Eiderstedt. Dann gibt es noch bei Schobüll […] eine deichfreie Küstenstrecke. Dort tritt die Geest mit hohem Ufer unmittelbar an das Meer heran. - Siehe: Christian Degn u.a. (Hrsg.): Seydlitz 1. Das deutsche Vaterland. Wir und die Welt, Kiel, Hannover, 7. Aufl., 1954, S. 74.
  2. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Klinghammer: Das Landschaftsschutzgebiet Schobüller Berg und der Erholungswald Schobüll, in: Verein für Naturschutz und Landschaftspflege Mittleres Nordfriesland (Hg.): Unsere Natur, Nr. 8, 1991. In: Kreisarchiv Nordfriesland.
  • Dieter Reichardt: Schobüll – Ein Rundgang durch das Dorf. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2002, ISBN 978-3-89876-013-3.
  • Schobüll. Eine Chronik in Berichten und Geschichten - Schobüll. Halebüll. Hockensbüll. Lund. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2014, ISBN 978-3-89876-694-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schobüll – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien