Großenwiehe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großenwiehe
Großenwiehe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großenwiehe hervorgehoben

Koordinaten: 54° 42′ N, 9° 15′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Schafflund
Höhe: 21 m ü. NHN
Fläche: 30,2 km2
Einwohner: 3021 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24969
Vorwahl: 04604
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 115
Adresse der Amtsverwaltung: Tannenweg 1
24980 Schafflund
Website: www.amt-schafflund.de
Bürgermeister: Michael Schulz (CDU)
Lage der Gemeinde Großenwiehe im Kreis Schleswig-Flensburg
AhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklundBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasbüllMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTastrupTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburgKarte
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Großenwiehe (dänisch: Store Vi) ist eine Gemeinde im Amt Schafflund des Kreises Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Geographie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großenwiehe liegt etwa zwölf Kilometer südwestlich von Flensburg in der Schleswigschen Geest. Östlich verläuft die Bundesautobahn 7 von Flensburg nach Schleswig, südöstlich die Bundesstraße 200 von Flensburg nach Husum und nördlich die Bundesstraße 199 von Flensburg nach Niebüll. Die Landesstraße 12 verbindet die B 5 in Bredstedt über Großenwiehe mit der B 200 in Wanderup. Auch eine weitere Querverbindung verläuft durch Großenwiehe: Die Landesstraße 14 verbindet die B 199 in Wallsbüll mit der B 200 im Wanderuper Ortsteil Kragstedt. Über die L 14 wird der Ortsteil Schobüll ans Straßennetz angebunden.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loftlund, Großenwiehe, Wiehekrug (Vikro[2]), Schobüll (Skovbøl, jütl. Skofel), Schobüllhuus (Skovbølhus, jütl. Skofelhuus), Oxlund (Okslund) und Nordwiehe (Nørre Vi) liegen im Gemeindegebiet.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche von Großenwiehe, die Kirche St. Laurentius, wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Großenwiehe wurde erstmals 1462 schriftlich erwähnt (lib. cens.). Der Ortsname geht auf altdänisch wighæ zu altnordisch vīgi als Beschreibung für eine Befestigungsstelle oder Verschanzung zurück, wobei durch den Ausfall des zwischenvokalischen g das Suffix zu -vi (im Dän.) bzw. -wiehe (im Dt.) geworden ist. Die Benennung bezieht sich wahrscheinlich auf eine Binnendüne bzw. einen Erdwall östlich des Ortes, der einen natürlich aufgewehten Sandall darstellt[4], der evtl. zu Verteidigungszwecken genutzt worden ist[5]. Der Name könnte sich evtl. auch auf altn. für eine heilige Stätte oder viði als Bezeichnung für Wald beziehen[6]. Schobüll (jütländisch Skofel) wurde erstmals 1493 (Rep. dipl.) erwähnt. Der Ortsname setzt sich aus dän. skov (altdän. skōgh, vgl. altn. skōgr) für Wald und -bøl für Siedlung zusammen.[7][8]

Die Gemeinde entstand 1970 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Schobüll (Skovbøl) und Großenwiehe.

Die im Jahre 1949 errichtete dänische Schule (Store Vi Skole) wurde bis zum Jahre 1999 zudem als Kirche verwendet.

Im Jahre 1972 wurde der Handels- und Gewerbeverein Großenwiehe-Lindewitt gegründet. Er ist einer der ältesten ländlichen Handels- und Gewerbevereine im Kreis.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit ihren Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben übernimmt die Gemeinde im südlichen Amtsgebiet zentralörtliche Funktionen.

Maibaum in Großenwiehe

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von vormals 20 Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die CDU seit der Kommunalwahl 2008 neun Sitze, der SSW und die Wählergemeinschaft KWGG je vier und die SPD drei Sitze. Bei der Wahl am 26. Mai 2013 wurden nur 17 Sitze vergeben, wobei die Reduzierung ausschließlich zu Lasten der CDU ging, die nunmehr nur noch über sechs Sitze verfügt.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Gesenkt geteilt von Gold und Blau. Oben eine stehende, silbern bewehrte Gabelweihe, unten ein Haferfruchtstand in verwechselten Farben.“[10]

Der geteilte Schild des Wappens von Großenwiehe bringt die zwei Ortsteile der Gemeinde zum Ausdruck. Die Wappenfigur in der oberen Schildhälfte stellt eine Weihe, eine selten gewordene Greifvogelart, dar. Da der Name des Vogels im Niederdeutschen „Wieh“ lautet, fand er als volkstümliche Deutung des Ortsnamens Eingang in das Wappen. Weihen sind auch heute noch, trotz ihres rückläufigen Bestandes, typische Greifvögel der Region. Die wissenschaftliche Ableitung des Gemeindenamens lautet allerdings anders: Altdänisch „Wighæ“, in der Bedeutung „Befestigung“, „Schanze“, bezeichnet einen Erdwall östlich des Dorfes, der indessen natürlichen Ursprungs ist. Der Haferhalm deutet darauf hin, dass die Landwirtschaft früher die eigentliche und heute noch eine wichtige Erwerbsquelle der Einwohner ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Großenwiehe stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale der Gemeinde Großenwiehe, nämlich die Kirche mit ihrem Kirchhof.

Von Großenwiehe sind mehrere Sagen zu lokalen Örtlichkeiten überliefert. Eine Sage berichtet beispielsweise, dass der Riese der die Kirche von Großenwiehe errichtete, einst mit dem Nachbarriesen in Handewitt im Streit war. Einmal sei der Riese von Handewitt so in Zorn geraten, dass er einen großen Stein bis nach Großenwiehe geschleudert habe, den man dort noch immer sehen könne.[11] – Bei Großenwiehe liegt außerdem auch das Oxlundmoor wo die Sage vom Nis Puk vom Lindewitt-Hof endet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jurist und königlich-dänische Diplomat Thomas Balthasar von Jessen (1648–1731) war der Sohn des Pastors in Großenwiehe und wuchs im Pastorat auf.

In Großenwiehe geboren sind der Altonaer Präsident Matthias Jessen (Politiker, 1641) und der Reformpädagoge Peter Petersen (1884–1952), dessen Pädagogik auch in der gleichnamigen Schule in der Gemeinde angewendet wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2019 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Anders Bjerrum: Sydslesvigs stednavne, 4. Bd., Kopenhagen 1979–1984. S. 256
  3. Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 4: Groß Sarau – Holstenniendorf. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2004, ISBN 978-3-926055-75-0, S. 29 (dnb.de [abgerufen am 1. Mai 2020]).
  4. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 287 f.
  5. Anders Bjerrum: Sydslesvigs stednavne, 4. Bd., Kopenhagen 1979–1984. S. 256
  6. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, København 1867, S. 438
  7. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 581
  8. Anders Bjerrum: Sydslesvigs stednavne, 4. Bd., Kopenhagen 1979–1984. S. 255
  9. Niederschrift über die Feststellung des Wahlergebnisses. (PDF; 46 KB) In: amt-schafflund.de. Amt Schafflund, 29. Mai 2013, abgerufen am 30. Juli 2013.
  10. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  11. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 29

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Großenwiehe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien