Schoghakat-Kirche Täbris

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Schoghakat-Kirche in Täbris, 2008
Inneres der Schoghakat-Kirche in Täbris
Begräbnis von Nshan Topouzian, 5. Mai 2010

Die armenisch-apostolische Schoghakat-Kirche (armenisch Թավրիժի Սուրբ Շողակաթ եկեղեցի Tawrischi Surb Schoghakat jekeghezi, kurz Surb Schoghakat oder nach westarmenischer Transkription Surp Schoghagat; übersetzt etwa „Heiliger Lichtstrahl“,[1] persisch کلیسای شوغاگات مقدس) ist eine Kirche in der iranischen Stadt Täbris, die im Jahre 1940 fertiggestellt wurde. Sie gehört zur in Täbris ansässigen Diözese Atrpatakan (Aserbaidschan) der Armenisch-Apostolischen Kirche.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist wie die berühmte Schoghakat-Kirche in Etschmiadsin nach dem Martyrium von 37 Nonnen benannt, die um das Jahr 301 hingerichtet wurden, die mit der heiligen Hripsime und ihrer Erzieherin und Klostervorsteherin, der heiligen Gajane, vor dem römischen Kaiser Diokletian nach Armenien geflohen waren. Während ihres Martyriums, zu dem sie der armenische König Trdat III. verurteilt hatte, nachdem sich Hripsime geweigert hatte seine Frau zu werden und Nonne bleiben wollte, soll ein Lichtstrahl erschienen sein, nach dem die Kirche später benannt wurde. Bald darauf konvertierte Trdat zum Christentum und erhob es zur Staatsreligion.

Die Mutter des Geldspenders für den Täbriser Kirchenbau, Simon Manocherian, hieß Schoghakat.

Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schoghakat-Kirche von Täbris steht auf dem von der Charm-Straße, dem Mashruteh-Boulevard und dem Bolvar-e-Mollasadra umgebenen armenischen Friedhof, an der Charm-Straße gegenüber der Fakultät für Architektur der Islamischen Kunstuniversität Täbris, der ehemaligen Lederfabrik Khosravi, nicht weit vom südlichen Ende der Südlichen Schariati-Straße (Schahnaz Süd).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In alten Zeiten beerdigten die armenischen Christen in Täbris ihre Toten auf dem Friedhof bei der Kirche Mariam-Nanna in Maralan. In den 1850er Jahren erwarb die armenische Diözese Atrpatakan das Landstück für den neuen armenischen Friedhof von Täbris, als Sahak Satunjan Bischof war. Die Kirche wurde allerdings erst im 20. Jahrhundert errichtet. Der Kirchenbau wurde finanziert von Simon Manocherian, Direktor einer Lederfabrik, dessen 1939 verstorbene Mutter Schoghakat hieß, und 1940 fertiggestellt.[2]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche hat einen rechteckige Grundriss mit vier Quadratsäulen in der Mitte, die den Turm mit der Kirchenkuppel tragen und durch die das Innere in ein größeres Mittelschiff und zwei kleine Seitenschiffe geteilt wird. Der Eingang befindet sich an der Westseite, gegenüber dem Altar im Osten. Die äußeren Steinfassaden der Kirche an der Nord-, Süd- und Westseite der Kirche sind von halbkreisförmigen und ovalen Bögen eingerahmt.[2]

Auf dem Friedhof bei der Kirche begrabene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nshan Topouzian (1966–2010), Prälat von Atrpatakan, begraben vor dem Eingang zur Kirche.[3]
  • Nerses Melik Tangjan, Prälat von Atrpatakan während des Ersten und des Zweiten Weltkrieges, 40 Jahre lang[2]
  • Bagrat, Prälat von Atrpatakan, gestorben 1991[2]
  • Poghos Poghosjan, der während des Großen Völkermords als Waisenkind vom Südufer des Van-Sees nach Täbris kam, um den sich katholische Priester kümmerten und der zum Katholizismus konvertierte, um katholischer Priester zu werden[2]
  • Familie Manocherian (Simon Manocherians Vater, gestorben 1944, und seine Mutter Schoghakat, gestorben 1939)[2]
  • Dr. Aslanian (gestorben 1940)[2]
  • Denkmal für die armenischen Märtyrer von Choy, niedergemetzelt 1918 von der osmanischen Armee[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • تبریز به روایت تصویر، ابراهیم پورحسین خونیق، انتشارات، چاپ اول، تبریز ۱۳۸۲. [Tabriz by narration of the image, Ibrahim Pourhossein Khoniq, Publishing, First edition, Tabriz, 2003.]
  • کلیساهای تاریخی ایران،درگاه کویر، معماری و بناها [Historical Churches of Iran, Desert Harbor, Architecture and buildings.]
  • کتاب ارمنیان ایران، نویسنده:آندرانیک هویان، صفحههای (۱۱۱ تا ۱۵۷) انتشارات:مرکز بینالمللی گفتگوی تمدنها با همکاری انتشارات هرمس، تاریخ:۱۳۸۰، شابک:۲-۰۰۷-۳۶۳-۹۶۴ [Andranik Hovian, Armenians of Iran (Armanīyān-i Īrān). Tehran: International Center for Dialogue Among Civilizations, in collaboration with Hermes Publishers, 1380 (2001), pp. 111 to 157.] ISBN 964-363-007-2.
  • کتاب کلیسای قدیم در ایران، نویسنده: ویلیام میلر، برگرداننده: محمد سعیدی [William Miller, Book of the Old Church in Iran, Recited: Mohammad Saeedi.]
  • کلیساهای ارامنه ایران، مؤلف: لینا ملکمیان، چاپ دوم، زمستان۱۳۸۰ دفتر پژوهشهای فرهنگی [Lina Malcolmian, Churches of Armenians in Iran, Second Edition, Winter 2001, Office of Cultural Studies.]
  • مروری بر کلیساهای ارامنهٔ استان آذربایجان شرقی، نویسنده: نادره شجاع دل، فصلنامه فرهنگی پیمان - شماره ۳۴ - سال نهم - زمستان ۱۳۸۴ [Nadereh Shoja Dahl, A Review of Armenian Churches in East Azarbaijan. Peyman Cultural Journal, 1384 (2005), p. 34.]
  • دانشنامه ایرانیان ارمنی، نویسنده: ژانت د. لازاریان،انتشارات هیرمند، چاپ دوم:۱۳۸۸، شابک:۰-۵۰-۶۹۷۴-۹۶۴-۹۷۸ [Janet D. Lazarian: Encyclopedia of Iranian Armenians. Hirmand Publication, Second Edition 2009], ISBN 978-964-6974-50-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Valarshapat / Shoghakat. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Armenian Studies Program. California State University, Fresno, archiviert vom Original am 10. Juni 2010; abgerufen am 12. April 2011 (englisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/armenianstudies.csufresno.edu
  2. a b c d e f g h گورستان ارامنه تبریز [Armenian Cemetery of Tabriz, irandeserts.com]
  3. Western Prelacy News, 30 April 2010

Koordinaten: 38° 3′ 21,5″ N, 46° 17′ 2,4″ O