Schrezheim (Ellwangen)

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Schrezheim
Stadt Ellwangen
Wappen von Schrezheim
Koordinaten: 48° 57′ 6″ N, 10° 6′ 46″ O
Höhe: 450 m ü. NHN
Fläche: 17,52 km²
Einwohner: 3092 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 73479
Vorwahl: 07961

Die Ortschaft Schrezheim im Ostalbkreis in Baden-Württemberg liegt etwa einen Kilometer südöstlich von Ellwangen, dessen Stadtteil sie heute ist.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schrezheim liegt an der Jagst und hat eine Gemarkungsfläche von 1752 ha. Zu Schrezheim zählen noch folgende Ortsteile und Höfe: Altmannsrot, Altmannsweiler, Bahnmühle, Eggenrot, Engelhardsweiler, Espachweiler, Glassägmühle, Griesweiler, Hinterlengenberg, Hintersteinbühl, Lindenhäusle, Lindenhof, Lindenkeller, Ölmühle, Rotenbach, Schleifhäusle und Vorderlengenberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schrezheim wurde im 7. Jahrhundert als alamannische Siedlung gegründet. Bereits im 8. Jahrhundert ging es in den Besitz des Klosters Ellwangen über.

Schrezheim wurde um 1140 als Screzheim erstmals erwähnt. Ellwangen war bereits 1337 begütert und besaß bald den ganzen Ort. 1802 fiel er an Württemberg und gehörte zum Oberamt Ellwangen. Der zugehörige Weiler Eggenrot war bis 1802 teilweise auch im Besitz der Herren von Adelmannsfelden. Der Hauptteil war jedoch ellwangisch. 1802 kam er mit Schrezheim an Württemberg.

Schrezheim im 19. Jahrhundert

Überregional bekannt wurde Schrezheim durch seine Fayencenmanufaktur. Das Schrezheimer Fayencen-Werk von Johann Baptist Bux († 1800), gegründet 1752, stellte im 18. und 19. Jahrhundert neben hochwertigem Gebrauchsgeschirr auch Altäre her. Es wurde von seiner Tochter und später von deren Sohn fortgeführt.[1] 100 Jahre nach ihrer Gründung endete die Produktion: die Manufaktur brannte 1852 ab und wurde nicht wieder errichtet.

Um das Jahr 1873 entstand im Ortskern eine Badeanstalt. Sie wurde von einer Quelle gespeist, der man heilsame Wirkungen zuschrieb. Selbst aus Russland und Amerika kamen Gäste. Nach wenigen Jahren versiegte die Quelle allerdings und konnte danach nicht wieder freigelegt werden.[2]

Am 1. Januar 1972 wurde Schrezheim in die Stadt Ellwangen (Jagst) eingegliedert.[3] Im Jahr 2012 feierte die Ortschaft Schrezheim ihr 675-jähriges Bestehen.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortschaftsrat hat 12 Mitglieder. Die Sitzverteilung seit 25. Mai 2014: CDU 8 Sitze, Freie Bürger Ellwangen (FBE) 3 Sitze, Grüne 1 Sitz. Zusätzlich gehören zwei Vertreter der CDU dem Ortsbeirat als beratendes Mitglied an.
Ortsvorsteher ist Albert Schiele (CDU).[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Schrezheim an der Oberen Jagstbahn wird im Stundentakt von RegionalExpressen nach Ulm und Ellwangen/Crailsheim bedient.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antoniuskapelle in Schrezheim

Sehenswürdigkeiten und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Antoniuskapelle im Ortsteil Schrezheim ist berühmt für ihren Fayencealtar, der der Schrezheimer Fayencenmanufaktur entstammt und eines der bedeutendsten Werke der Fayencekunst darstellt. Es ist auch das Wahrzeichen von Schrezheim.

Ein beliebtes Ausflugsziel ist der Espachweilersee, der eine Fläche von 4,5 ha hat (Bestand: Rotaugen, Brachsen, Rotfedern, Aale, Schleien, Karpfen, Zander, Hechte, Welse).[6]

Sport, Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schrezheim gibt es eine Vielzahl von Vereinen und Sportclubs. Die SG Schrezheim (Abteilungen: Fußball, Tischtennis, Turnen/Aerobic/Garde, Vereinsjugend) ist mit seinen 760 Mitglieder (250 Jugendliche) der größte Verein im Ortsteil. Die Fußballabteilung spielt wie die von den Sportfreunden Eggenrot in der Kreisklasse B3 im Bezirk Kocher/Rems. Doch der erfolgreichste Verein im Ortsteil Schrezheim ist der Kegelclub KC Schrezheim e.V., deren Damen in der Kegel-Bundesliga (Classic) sind.

Daneben gibt es noch den Musikverein Schrezheim e.V. und den Männergesangverein Eintracht Schrezheim.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schrezheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anton Wintergerst. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 36: Wilhelmy–Zyzywi. E. A. Seemann, Leipzig 1947, S. 82.
  2. Schwäbische Post vom 15. März 2007, Das Bad in Schrezheim
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 445.
  4. Schrezheim 675 Jahre (Memento vom 10. Januar 2014 im Internet Archive)
  5. Website Ellwangen – Ortschaftsrat Schrezheim, abgerufen am 5. April 2017
  6. Espachweilersee