Schwarze Seminolen

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Abraham, ein Anführer der schwarzen Seminolen; 1848 veröffentlichte Zeichnung

Unter Schwarzen Seminolen versteht man aus den Plantagen in Georgia und South Carolina nach Florida in die Stammesgebiete der Seminolen geflohene Sklaven afrikanischen Ursprungs und deren Nachfahren.

Einige hatten die Seminolen auch von den Spaniern und den Briten erworben.[1] Die meisten von ihnen sollen vor der Flucht nach Florida zu den Gullah gehört haben.[2] „Schwarze Seminolen“ ist ein heutiger Begriff, wie sie sich zur damaligen Zeit selbst nannten, ist nicht bekannt.[3]

Es entwickelten sich nach ihrer Flucht zu den Seminolen ab dem späten 18. Jahrhundert eigenständige Siedlungen der schwarzen Seminolen mit einer Vasallen-ähnlichen Beziehung zu den Seminolen (Abgaben an die Dörfer der indianischen Seminolen und im Gegenzug Schutz durch die Indianer). Nach ihrer Ankunft erhielten sie Werkzeuge und Saatgut für ihre Dörfer.[1] Ihre Gesellschaft wurde ähnlich der von den indianischen Seminolen aufgebaut.[1] Die Führung des losen Stammes war gemischt aus den schwarzen und den indianischen Seminolen.[2] Sie bauten in der Landwirtschaft vor allem Reis und Getreide an und übernahmen die indianische Kleidung. Die Seminolen übernahmen den Reisanbau und die Musik der schwarzen Seminolen.[2] Nach einiger Zeit kam es auch zu Heiraten zwischen schwarzen und indianischen Seminolen und somit zu gemischten Dörfern.[4]

Von den weißen Siedlern wurde die Aufnahme der Schwarzen bei den Seminolen kritisch betrachtet und befürchtet, es könnte zu weiteren Fluchtversuchen von schwarzen Sklaven kommen. Die Aufnahme von Schwarzen durch die indianischen Seminolen nahm Andrew Jackson als Anlass für den Einmarsch in Florida 1817. Im Zuge der zwei Seminolenkriege (1817 bis 1818 und 1835 bis 1842), wo die schwarzen Seminolen zusammen mit den Indianern kämpften, flohen einige schwarze Seminolen auf die Bahamas. Während des zweiten Seminolenkrieges kam es mit Hilfe der schwarzen Seminolen zu mehreren Aufständen der schwarzen Sklaven auf den Plantagen in Florida und Überläufen der Sklaven zu den Seminolen.[5]

Die meisten wurden nach dem zweiten Seminolenkrieg zusammen mit den indianischen Seminolen in das Indianer-Territorium, das heutige Oklahoma, deportiert (Pfad der Tränen). Dort lebten sie durch die weißen Siedler und die Aufsicht der ebenfalls Sklaverei betreibenden Creek zum Teil wieder im Zustand der Sklaverei.[2]

Heute leben Schwarze Seminolen überwiegend in Oklahoma aber auch in Texas, auf den Bahamas und in Mexiko (bei Coahuila). Sprachen sind überwiegend Englisch und Spanisch, aber auch Afro-Seminolisches Kreol (Afro-Seminole Creole) und Muskogee.

In Mexiko bezeichnen sie sich als Indios Mascogos, in Texas als Seminolen und in Oklahoma als Freedmen (engl. für Befreite Menschen).

Bekannt wurden auch die Seminole Negro Indian Scouts als Pfadfinder im Einsatz für die US-Armee.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c The USF Africana Heritage Project: Black Seminoles, Maroons and Freedom Seekers in Florida, Part 1. www.africanaheritage.com. Abgerufen am 24. Juni 2010.
  2. a b c d Joseph A. Opala, The Gullah: Rice, Slavery, and the American-Sierra Leone-Connection
  3. FAQ on the Black Seminoles, John Horse, and Rebellion. www.johnhorse.com. Abgerufen am 24. Juni 2010.
  4. Howard Zinn: A People’s History of the United States, Harper Perennial, 2005, S. 129 ISBN 0-06-083865-5
  5. Bird "The Largest Slave Rebellion in U.S. History", Brown, Race Relations in Territorial Florida, 304; Rivers, Slavery in Florida, 203.