Schwelmer Tunnel

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Schwelmer Tunnel
Schwelmer Tunnel
Blick auf das Nordportal des Schwelmer Tunnels auf Gevelsberger Seite
Nutzung Eisenbahntunnel
Verkehrsverbindung Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd
Ort Schwelm-Linderhausen
Länge 742 m
Anzahl der Röhren 1
Lage
Schwelmer Tunnel (Schwelm)
(51° 18′ 10,72″ N, 7° 18′ 5,67″O)
(51° 18′ 33,42″ N, 7° 17′ 57,57″O)
Koordinaten
Südportal 51° 18′ 11″ N, 7° 18′ 6″ O
Nordportal 51° 18′ 33″ N, 7° 17′ 58″ O

Der Schwelmer Tunnel ist ein 742 Meter langer ehemaliger Eisenbahntunnel[1] im Nordosten von Schwelm. Der 1879 erbaute und seit 1967 stillgelegte Tunnel verläuft parallel zum 945 Meter langen, noch befahrenen Linderhauser Tunnel auf dessen westlicher Seite durch den Linderhauser Rücken zwischen Schwelm und Gevelsberg.

In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs wurden beide Tunnel im Rahmen der U-Verlagerung unter dem Decknamen „Meise“ (auch „Meise 1“) zu einer bombensicheren Produktionsstätte umfunktioniert. Im Oktober 1944 bezog die Firma Gottlob Espenlaub aus Wuppertal-Langerfeld zur Ausbesserung und Reparatur von Kampfflugzeugen, hauptsächlich Focke-Wulf Fw 190, den Linderhauser Tunnel für die eigentliche Produktion und den Schwelmer Tunnel zum Be- und Entladen von Material, Arbeitern und Flugzeugen.[2][3] Die Produktion wurde bis zum Eintreffen amerikanischer Truppen am 14. April 1945 aufrechterhalten. Trotz der anschließenden Wiederaufbereitung für den Bahnverkehr, befinden sich noch heute Spuren der ehemaligen Nutzung am und im Tunnel, beispielsweise einige Drehkransockel.[4][5]

Höhlenforscher des Arbeitskreises Kluterthöhle untersuchen den Schwelmer Tunnel, bei dem bereits zum Bau zahlreiche Höhlen angeschnitten wurden, seit den 1980er Jahren. Sie kauften den Tunnel 2017. Bislang wurden 8 Höhlen nachgewiesen, darunter im nördlichen Portalbereich das „Schwelmer Schächtchen“, im Tunnel die „Schwelmer Tunnelhöhle“ und das „Schwelmer Schlammbad“ und im südlichen Portalbereich die „Fuchshöhle“, die „Nikolaushöhle“, die „Röhrenhöhle“ und die „Osterbachhöhle“.[6]

Derzeit wird eine Anbindung Schwelms an die Nordbahntrasse unter Einbeziehung des Schwelmer Tunnels zur Förderung des Radverkehrs diskutiert.[7][8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schwelmer Tunnel auf eisenbahn-tunnelportale.de; abgerufen am 19. Dezember 2017
  2. Flugzeugbau Gottlob Espenlaub – Deckname Meise 1. In: www.lostareas.de. Abgerufen am 26. März 2018.
  3. D7GT: U-Verlagerung “Meise I”. In: 7grad.org. Abgerufen am 26. März 2018.
  4. Reichsbahntunnel / U-Verlagerung Meise Bau- Objektnummer 243. In: www.team-bunkersachsen.de. 2010, abgerufen am 26. März 2018.
  5. U-Verlagerungen in Reichsbahntunnel. In: wuppertal-untertage.blogspot.de. Wuppertal-Untertage, 2018, abgerufen am 26. März 2018.
  6. Ein Tunnel und acht Höhlen – Höhlenforscher kaufen Schwelmer Tunnel auf akkh news vom 13. Mai 2017; abgerufen am 19. Dezember 2017
  7. Radverkehr in Schwelm seit vielen Jahren gefördert. In: schwelm.de. Abgerufen am 26. März 2018.
  8. Bernd Richter: Radler wünschen sich Bahntrasse. In: wp.de. Westfalenpost, 19. Februar 2015, abgerufen am 26. März 2018.