Schwur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Artikel Eid, Vereidigung, Eidesformel und Schwur überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Bujo (Diskussion) 20:56, 2. Sep. 2018 (CEST)

Ein Schwur ist ein unter Verwendung von Beteuerungsformeln feierlich abgelegtes Versprechen.

Gegenstand und Leistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenstand des Schwurs kann das Versprechen einer künftigen Handlung oder eines künftigen Verhaltens sein, etwa eine Aufgabe zu lösen, eine Tat zu vollbringen (z. B. Racheschwur) oder Abmachungen einzuhalten (Treueschwur). Aber auch die Wahrhaftigkeit einer Äußerung, etwa einer Aussage vor Gericht, kann beschworen werden.

In der Literatur ist ein abgelegter Schwur oft das auslösende Motiv, das Helden auf einen schweren oder langen Weg schickt. In der altnordischen Sagaliteratur verpflichtet nicht selten ein traditionsgemäß auf einem großen Julfest erwarteter Schwur diejenigen, die ihn – oft im Wetteifer mit anderen – abgelegt haben, zu tollkühnen Unternehmungen.

Die im Matthäusevangelium (Mt 5,33–35 EU) angeführte Belehrung Jesu „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen“ wird von manchen Christen, etwa den täuferischen Gruppen so auslegt, dass das Leisten eines Eides, auch vor Gericht, verboten sei. Die Vereinigten Staaten und Österreich etwa akzeptieren von diesen Gemeinschaften stattdessen den Handschlag als Bekräftigung.

Vor deutschen Gerichten kann anstelle der Eidesleistung („Ich schwöre es(, so wahr mir Gott helfe)“) auch eine eidesgleiche Bekräftigung (§ 65 StPO bzw. § 484 ZPO) treten, bei der der Zeuge nur „Ja“ sagen muss. Sie hat rechtlich den gleichen Wert wie der eigentliche Eid. In der Schweiz können Mitglieder der Bundesversammlung und des Bundesrates statt des Amtseides ein Gelübde ablegen, bei dem die Worte „Ich schwöre vor Gott dem Allmächtigen“ durch „Ich gelobe“ ersetzt werden.

Formen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Schwurformeln („bei meiner Ehre“, „so wahr mir Gott helfe“ u. v. a. m.) wurden teils auch mit Schwurgesten kombiniert. Im Mittelalter gehörte dazu etwa der Griff um den eigenen Bart und bei Frauen um ihren Zopf. Noch praktiziert wird das parallele Strecken der drei Schwurfinger: Daumen, Zeige- und Mittelfinger.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oaths – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Schwur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen