Sclerocactus

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Sclerocactus
Sclerocactus parviflorustypische Blüte

Sclerocactus parviflorus
typische Blüte

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Kakteengewächse (Cactaceae)
Unterfamilie: Cactoideae
Tribus: Cacteae
Gattung: Sclerocactus
Wissenschaftlicher Name
Sclerocactus
Britton & Rose

Sclerocactus ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Arten der Gattung Sclerocactus wachsen klein bleibend, meistens einzeln, gelegentlich jedoch auch sprossend. Die kugelförmigen bis zylindrischen, seltener niedergedrückt kugelförmigen Triebe sind gehöckert oder gerippt und bedornt. Die etwas über den Dornen tragenden Teil hinaus verlängerten Areolen besitzen häufig Nektardrüsen. Die ein bis sechs Mitteldornen, die gelegentlich auch fehlen können, sind unterschiedlich gefärbt. Einer oder mehrere von ihnen sind gehakt. Sie werden bis zu 9 Zentimeter lang. Die meist weißen oder grauen, gelegentlich auch dunkleren zwei bis elf Randdornen sind gerade und bis zu 6 Zentimeter lang. [1]

Blüten[Bearbeiten]

Die am Scheitel der Triebe erscheinenden kurz trichterförmigen oder glockenförmigen Blüten öffnen sich tagsüber. Ihr Perikarpell und die Blütenröhre sind kahl. [1]

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die eiförmigen, zylindrischen, keulenförmigen oder tönnchenförmigen Früchte sind meist beschuppt. Sie sind entweder fleischig und nicht aufreißend oder Reife vertrocknend und dann unterschiedlich aufreißend. Der Blütenrest ist ausdauernd. Die Früchte enthalten braune oder schwärzlich braune, glänzende oder matte, breit eiförmige, gekielte oder nicht gekielte Samen. Die Samenschale ist wenig skulpturiert. [1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Sclerokakteen sind im Südwesten der Vereinigten Staaten, nahe dem Colorado River und im Schatten der Rocky Mountains verbreitet. Ihre weit verstreuten Vorkommen verteilen sich auf die Staaten Arizona, Kalifornien, Colorado, Nevada, New Mexico und Utah, deren einmalige ökologische Nischen der Ursprung für den Variantenreichtum innerhalb der einzelnen Arten sind.

Ihr Vorkommen ist durch klimatische und regionale Charakteristika geprägt. An einigen Lokalitäten sind Überschneidungen von Arten möglich. Trotzdem verhindern genetisch aufgebaute Schranken die gemeinsame Blütezeit beispielsweise von Sclerocactus polyancistrus und Sclerocactus nyensis sowie Sclerocactus parviflorus und Sclerocactus wetlandicus.

Systematik[Bearbeiten]

Sclerocactus polyancistrus in Nevada. Junge Pflanze in Blüte.
Sclerocactus mesae-verdae in Colorado. Seltene Form mit rosa Blüten.
Sclerocactus wetlandicus subsp. ilseae in Utah. Mit Jungpflanzen.
Sclerocactus parviflorus subsp. havasupaiensis in der Colorado-River-Region in Arizona. Mit zahlreichen Blüten.
Sclerocactus parviflorus subsp. terrae-canyonae in Utah. Mit typischen gehakten Zentraldornen.

Die Erstbeschreibung der Gattung durch Nathaniel Lord Britton und Joseph Nelson Rose wurde 1922 veröffentlicht.[2] Die Typusart der Gattung ist Echinocactus polyancistrus. Nach Fritz Hochstätter werden drei Sektionen der Gattung Sclerocactus unterschieden:

Als nicht zur Gattung gehörig sieht Fritz Hochstätter die Arten Sclerocactus papyracanthus, Sclerocactus brevihamatus, Sclerocactus scheeri und Sclerocactus uncinatus an. Sclerocactus papyracanthus führt er in der monotypischen Gattung Toumeya. Alexander Borissowitsch Doweld führte 2001 für die übrigen Arten die Gattung Ancistrocactus in einer engen Gattungsumschreibung mit zwei Arten und fünf Unterarten wieder ein[3][4], was jedoch nicht allgemein anerkannt ist.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Edward F. Anderson: Das große Kakteen-Lexikon. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2005 (übersetzt von Urs Eggli), ISBN 3-8001-4573-1, S. 580–586.
  • Lyman D. Benson: The Cacti of the United States and Canada. Stanford University Press, Pasadena (CA) 1982.
  •  N. L. Britton, J. N. Rose: The Cactaceae. Descriptions and Illustrations of Plants of the Cactus Family. Band III, The Carnegie Institution of Washington, Washington 1922, S. 212–215 (online).
  • G. Frank: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen der Sclerocactus Samen. In: F. Hochstätter: The Genus Sclerocactus. 2005
  • K. Heil, J. M. Porter: Sclerocactus (Cactaceae): A Revision. In: Haseltonia. Band 2, 1994, S. 20–46.
  • K. Heil, J. M. Porter: Sclerocactus (Cactaceae). In: Flora of North America. 2004, (online).
  • G. Hentzschel: Die Morphologie der Samen von Pedio- und Sclerocactus spp. In: F. Hochstätter. An den Standorten von Pedio- und Sclerocactus. 1989
  • F. Hochstätter: Sclerocactus (Cactaceae). Database. Synonymized checklist electronically published at fhnavajo.com. 1998.
  • F. Hochstätter: The Genus Sclerocactus (Cactaceae). 1993–2005
  • F. Hochstätter: The Genus Sclerocactus (Cactaceae). 2005
  •  David Hunt: The New Cactus Lexicon. dh books, Milborne Port 2006, ISBN 0-9538134-4-4, S. 259–261.
  • M. Konnert: Isoenzymanalysen von Sclerocactus und verwandten Gattungen. In: F. Hochstätter: The Genus Sclerocactus (Cactaceae). 2005
  • J. Lüthy: Comments on Sclerocactus. In: Cactaceae Systematics Initiatives. Band 22, 2007, S. 19–24.
  • R. May: Distribution and Status of Sclerocactus polyancistrus on the Naval Weapons Center- A Survey. Final report. 1982
  • J. M. Porter, M. Kinney, K. D. Heil: Relationships between Sclerocactus and Toumeya (Cactaceae) based in chloroplast trnL-F sequences. In: Haseltonia. Band 7, 2000, S. 8–23, PDF.
  • J. M. Porter et. al.: An assessment of genetic relationships among Sclerocactus brevispinus, S. wetlandicus, and S. glaucus. US Fish and Wildlife. Unpublished 2010.
  • Vincent J. Tepedino, Terry L. Griswold, William R. Bowlin: Reproductive biology, hybridization, and flower visitors of rare Sclerocactus taxa in Utah´s Uintah Basin. In: Western North American Naturalist. Band 70, Nummer 3, 2010, S. 377–386, DOI:10.3398/064.070.0310.
  • D. Woodruff, Lyman Benson: Changes of Status in Sclerocactus. In: Cactus and Succulent Journal. Band 48, 1976, S. 131–134.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Edward F. Anderson: Das große Kakteen-Lexikon. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2005 (übersetzt von Urs Eggli), ISBN 3-8001-4573-1, S. 580.
  2.  N. L. Britton, J. N. Rose: The Cactaceae. Descriptions and Illustrations of Plants of the Cactus Family. Band III, The Carnegie Institution of Washington, Washington 1922, S. 212 (online).
  3. Alexander B. Doweld, Werner Greuter: Nomenclatural Notes on Ancistrocactus (Cactaceae). In: Taxon. Band 50, Nummer 3, 2001, S. 875–877 (JSTOR).
  4. Alexander B. Doweld: The genus Ancistrocactus (Britton et Rose): phylogenetic relationships and classification. In: Cactus & Co.. Band 5, Nummer 2, 2001, S. 60–102.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sclerocactus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien