Zwölfzylindermotor

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12-Zylinder V-Motor (Schiffsmotor)

Der Zwölfzylinder ist eine Bauart des Hubkolbenmotors.

Beschreibung[Bearbeiten]

Bauarten[Bearbeiten]

Er ist meistens als V-Motor ausgeführt, selten als Boxermotor (nur für Rennzwecke) und wegen der großen Baulänge noch seltener als Reihenmotor (nur als Schiffsdieselmotor). Er kann sowohl als Otto- wie auch als Dieselmotor ausgelegt sein. Diese Motoren sind im PKW-Bau fast immer wassergekühlt, in seltenen Fällen bei LKW früher auch luftgekühlt.

Anwendungen[Bearbeiten]

Zwölfzylinder-Motoren werden in PKW der Oberklasse sowie in Sportwagen und Supersportwagen eingebaut. Daneben gibt es sie auch als Antrieb von Schienenfahrzeugen (Diesellokomotiven und seltener Dieseltriebwagen), kleineren und großen Schiffen (als V-Motor oder Reihenmotor). Sie sind auch die am häufigsten gebauten Panzermotoren und werden auch als stationäre Kraftwerks-Motoren oder fahrbares Notstromaggregat verwendet. Einige wenige Traktoren haben Zwölfzylindermotoren als Antrieb. Beispielsweise ist in verschiedenen Varianten des in Masse gefertigten sowjetisch-russischen Kirowez K-700 ein V12 mit 22,3 Liter Hubraum verbaut.

Früher fanden wassergekühlte V12-Motoren häufig als Flugmotor Verwendung, vor allem während des Zweiten Weltkriegs in britischen und deutschen Maschinen. Nach dem Krieg überwogen in den Verkehrsflugzeugen die luftgekühlten Sternmotoren.

Laufruhe[Bearbeiten]

Zwölfzylinder-V-Motoren besitzen vor allem als Ottomotoren eine exzellente Laufruhe, da in ihnen die freien Massenkräfte noch stärker als beim Achtzylinder V- oder auch dem Reihenmotor ausbalanciert sind. Beim üblicherweise verwendeten Zylinderbankwinkel von 60° wird ein gleichförmiger Zündabstand erreicht, wobei dann ebenfalls alle 60° Kurbelwellendrehung eine Zündung erfolgt.

Aufgrund der vielen Zylinder besitzen sie sowohl eine sehr gleichförmige Drehmomentabgabe als auch ein ebenso gleichförmiges Laufgeräusch. Letzteres kann jedoch, wie auch die Laufruhe, speziell bei einer Serie von Ferrari-Sportwagen (180°-V-Motor z. B. im 365 GT/4 Berlinetta Boxer) wegen der anderen Kurbelwellen-Kröpfung bzw. ungleichförmigeren Zündabstände etwas variieren und ist in diesem speziellen Fall etwas weniger kultiviert. Ein Vorteil dieser 180°-V-Motoren ist die Möglichkeit, durch die wegen der geringen Anzahl von Kröpfungen sehr steife Kurbelwelle hohe Drehzahlen zu erreichen; ferner liegt der Schwerpunkt der Antriebseinheit tiefer.

Aktuelle Hersteller[Bearbeiten]

Nur wenige Hersteller bieten derzeit Automobile mit Zwölfzylindermotor an:

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Zwölfzylindermotor – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen