Segelfluggelände Gedern

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Segelfluggelände Gedern
Frontansicht des Hangars aus dem Jahre 2001
Gedern (Hessen)
Gedern (50° 26′ 0″ N, 9° 11′ 53″O)
Gedern
Kenndaten
Koordinaten

50° 26′ 0″ N, 9° 11′ 53″ OKoordinaten: 50° 26′ 0″ N, 9° 11′ 53″ O

Höhe über MSL 373 m  (1.224 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1 km nördlich von Gedern
Straße vorhanden
Bahn 20 km
Nahverkehr 1 km
Basisdaten
Eröffnung 1959
Betreiber Segelfliegergruppe Gedern „Laabhanse“ e.V.
Fläche 7 ha
Start- und Landebahn
05/23 700 m × 45 m Gras

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Das Segelfluggelände Gedern befindet sich auf einer Anhöhe zwischen der Stadt Gedern und dem Tal des Gederner Sees. Das Gelände wird von der Segelfliegergruppe Gedern „Laabhanse“ e.V. (SFG-Gedern) betrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem im Jahre 1951 das Verbot für Segelflug von der alliierten Kommission aufgehoben wurde, begann die Segelflugbewegung der jungen Bundesrepublik Deutschland mit der Wiederaufnahme ihrer Freizeitbeschäftigung. Die späteren Gründungsväter des Segelfluggeländes in Gedern lernten sich bei Segelflugaktivitäten auf dem Flugplatz Merzhausen bei Usingen kennen, gingen dann nach dem Flugplatz Mainz-Finthen danach nach Langenselbold bei Gelnhausen und beschlossen danach, sich eine gemeinsame Existenz im Vogelsberg aufzubauen. Die Segelflieger des FluTV brachten dabei aus dem Rhein-Main-Gebiet die notwendige Finanzkraft mit und die Segelfliegergruppe Gedern konnte im Zuge der Flurbereinigung und der dünnen Besiedelung im Vogelsbergraum die notwendigen Flächen beschaffen und auf das heutige Flugplatzgelände umlegen lassen.

Eine Pioniereinheit der US-Armee, die 3rd Armoured Division Spearhead, konnte bereits 1959 dafür gewonnen werden, das wüste, mit dicken Hecken überwucherte Gelände in seinen heutigen Zustand zu bringen. Dazu waren schweres Gerät und sogar Sprengungen notwendig. Die Entlohnung der Armeeangehörigen erfolgte gegen Verpflegung und Unterkunft.

1966 errichteten die beiden ansässigen Vereine innerhalb einer Flugsaison eine bis heute gemeinsam genutzte Flugzeughalle, welche im Laufe der Jahre durch Anbauten erweitert wurde.

Im weiteren Verlauf der 1960er bis 1980er Jahre konnten sich beide Vereine weitestgehend auf die Erweiterung des Flugzeugparks konzentrieren, da die Infrastruktur des Flugplatzes gemessen an anderen Segelfluggeländen praktisch keine Wünsche offenließ. Einzig fließendes Wasser und Elektrizität gab es noch nicht. Elektrizität wurde mittels eines Stromerzeugungsaggregats hergestellt und Wasser wurde mittels eines landwirtschaftlichen Tankwagens herangeschafft. In dieser Zeit wurden auf den Segelfluggelände Gedern zahlreiche Segelflugwettbewerbe und Fluglager durchgeführt.

Seit den späten 1980er Jahren bis heute stellten beide ansässigen Vereine sinkende Mitgliederzahlen und steigenden Altersdurchschnitt der Vereinsstrukturen fest. Während die Segelfliegergruppe Gedern e.V. seit einigen Jahren einigermaßen stabile Mitgliederzahlen verzeichnen kann, verließ der Flugtechnische Verein Frankfurt 1909 e.V. das Segelfluggelände Gedern aus verschiedenen Gründen im Jahre 2011, um seine Aktivitäten auf dem Flugplatz Anspach im Taunus fortzusetzen.

Zugelassene Luftfahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Segelfluggelände Gedern dürfen Segelflugzeuge, selbststartende Motorsegler und Luftfahrzeuge, soweit diese bestimmungsgemäß zum Schleppen von Segelflugzeugen oder Motorseglern zugelassen sind, starten und landen. Andere Flugzeuge wie Hubschrauber und Luftsportgeräte dürfen auf dem Gelände nicht starten und landen. Die hessische Haltergemeinschaft um eine Messerschmitt Bf 108 (D-EBFW) verfügt in Absprache mit dem Flugplatzhalter und den offiziellen Stellen über eine beschränkte Außenstart- und Landeerlaubnis auf dem Gelände. Das seltene Flugzeug ist daher regelmäßig in Gedern zu sehen.

Heutige Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Segelfluggelände Gedern befindet sich am Fuße des Vogelsberges, in dessen Umgebung sich drei weitere Segelfluggelände befinden: das Segelfluggelände Nidda, Schotten (Götzen) und das Segelfluggelände Hoherodskopf. Die dort ansässigen Vereine kooperieren insbesondere bei der theoretischen Schulung von Flugschülern eng miteinander und lassen den Theorieunterricht im Winter im Wechsel auf dem Segelfluggelände Gedern und Nidda stattfinden.

Des Weiteren organisieren die Vereine regelmäßig gemeinsam Fluglager zur Förderung der Jugendausbildung und des Streckenfluges.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Segelfliegergruppe Gedern bietet die Ausbildung an, die zum Führen eines Segelflugzeuges berechtigt und ist eine anerkannte Segelflugschule.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Festschrift: 1959 - 2009, 50 Jahre Segelfliegergruppe Gedern "Laabhanse" e.V.