Selwa

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Selwa | Selwa
Зэльвa | Зельвa
(weißrus.) | (russisch)
Wappen
Wappen
Staat: Weißrussland Weißrussland
Woblasz: Flag of Hrodna Voblasts.svg Hrodna
Gegründet: 1258
Koordinaten: 53° 9′ N, 24° 49′ OKoordinaten: 53° 9′ N, 24° 49′ O
Höhe: 140 m
 
Einwohner: 6.678 (2018)
Zeitzone: Moskauer Zeit (UTC+3)
Telefonvorwahl: (+375) 1564
Postleitzahl: 231940
Kfz-Kennzeichen: 4
Selwa (Weißrussland)
Selwa
Selwa
Im Stadtzentrum von Selwa

Selwa (weißrussisch Зэльва, russisch Зельва) ist eine Siedlung städtischen Typs in der weißrussischen Hrodsenskaja Woblasz. Selwa ist das administrative Zentrum des Rajon Selwa und hatte am 1. Januar 2018 6678 Einwohner.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selwa liegt am Flüsschen Selwjanka, einem linken Nebenfluss der Memel in einer flachwelligen Hügellandschaft (150 bis 200 m Meereshöhe). Südlich der Stadt wurde die Selwjanka zu einem großflächigen Trinkwasserspeicher aufgestaut (Selwjenskoje wodochranilischtschje). Die nächstgelegenen Städte sind Waukawysk im Westen und Slonim im Osten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung einer Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Selwa stammt aus dem Jahr 1258. Für das Jahr 1470 ist der Baubeginn einer katholischen Kirche bezeugt. Ab der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts blühte die Siedlung langsam auf. Im Jahr 1721 erteilte August II., Staatsoberhaupt von Polen-Litauen, die Genehmigung zur Errichtung eines Handelsplatzes, welcher sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten in Polen-Litauen entwickelte. Bedingt durch seine geografische Lage im Westen Weißrusslands wechselte Selwa häufig den Besitzer. 1795 fiel es nach der dritten polnischen Teilung an Russland. Von 1915 bis 1918 und von 1941 bis 1944 stand die Kleinstadt unter deutscher Besatzung, während sie von 1921 bis 1939 zu Polen gehörte. 1940 wurde Selwa administratives Zentrum des gleichnamigen Rajons.

Sakralbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selwa besitzt zwei Kirchen, die beide der heiligen Dreifaltigkeit geweiht sind. Das ältere der beiden Kirchengebäude wurde ab 1815 zunächst als unierte Kirche errichtet und 1909 in eine orthodoxe Kirche umgewandelt. Die wesentlich größere katholische Dreifaltigkeitskirche wurde 1912/1913 im neogotischen Stil erbaut.[2]

Die Synagoge wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selwa liegt an der R99 (kyrillisch P99), einer Fernstraße, die in Hrodna beginnt und östlich von Slonim in die Magistrale 1 (M1)  mündet. Zwischen dem polnisch-weißrussischen Grenzübergang Berastawiza und der Einmündung in die M1 bildet die R99 eine wichtige Transitstraße und ist mautpflichtig.[3]

Selwa ist auch Durchgangsbahnhof an der Eisenbahnstrecke, die von Slonim nach Waukawysk führt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal für Larysa Henijusch

Die Schriftstellerin Larysa Henijusch lebte nach ihrer Entlassung aus sowjetischer Lagerhaft bis zu ihrem Tode in Selwa. An sie erinnert ein Denkmal vor der orthodoxen Kirche. Ihre Grabstätte befindet sich etwas außerhalb der Stadt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Selwa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website der nationalen Statistikbehörde von Belarus (russisch)
  2. Zelva. In: Mein Grodno. Deutschsprachiger Reiseführer zu Stadt und Gebiet Grodno
  3. Website mit Informationen zur elektronischen Mauterhebung in Belarus (auch auf deutsch)