Rajon Selwa

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Lage des Rajons in der Hrodsenskaja Woblasz

Der Rajon Selwa (weißrussisch Зэльвенскі раён; russisch Зельвенский район) ist eine Verwaltungseinheit im Süden der Hrodsenskaja Woblasz in Weißrussland mit dem administrativen Zentrum in der Siedlung städtischen Typs Selwa. Der Rajon hat eine Fläche von 869,69 km², umfasst 125 Ortschaften und ist in 9 Selsawets gegliedert.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Selwjanka östlich von Selwa

Der Rajon Selwa liegt im südlichen Teil der Hrodsenskaja Woblasz. Die Nachbarrajone in der Hrodsenskaja Woblasz sind im Norden Masty, im Nordosten Dsjatlawa, im Osten Slonim und im Westen Waukawysk. Im Süden grenzt der Rajon an die Breszkaja Woblasz (Verwaltungsbezirk Brest).

Landschaft und Bodennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rajon Selwa liegt in der Großlandschaft der Osteuropäischen Ebene. Sein Landschaftsbild wird größtenteils durch eine flachwellige Hügellandschaft geprägt. Von Süd nach Nord wird der Rajon von der Salwjanka durchflossen, einem linken Nebenfluss der Memel. Unmittelbar südöstlich von Selwa wurde die Salwjanka zu einem großflächigen Trinkwasserspeicher angestaut. Nördlich davon bildet der Fluss eine kleine, von zahlreichen Kanälen durchzogene Ebene.

Die Schtschara verläuft entlang der Grenze zum Nachbarrajon Dsjatlawa.

Mit 118 m über dem Meer befindet sich der tiefste Punkt des Rajons bei der Salwjanka an der Grenze zum Nachbarrajon Masty. Der höchste Punkt (239 m Meereshöhe) liegt bei der Ortschaft Madsejki.

Die Bodennutzung des Rajons ist vorwiegend agrarisch. 71 % der Fläche sind Acker- und Weideland, etwa 18 % sind von Wald bedeckt. Der Rest verteilt sich auf Sumpfgebiete, Gewässer sowie Verkehrs- und Siedlungsflächen.[1]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rajon lebten am 1. Januar 2016 15.606 Einwohner, davon 6.906 im Hauptort Selwa.[2] Rund 70 % der Einwohner sind Weißrussen, 23 % polnischer Abstammung, 5 % sind Russen und etwa 2 % haben andere Nationalitäten.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wehrkirche in Synkowitschi

Nahe der Grenze zum Nachbarrajon Slonim und etwas nördlich der Ortschaft Synkowitschi befindet sich eine Wehrkirche. Als orthodoxe Kirche Anfang des 16.Jahrhunderts in Ziegelbauweise errichtet, zählt das Bauwerk heute zum Weltkulturerbe.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem das Gebiet des Rajons bis 1939 zu Polen gehört hatte, fiel es aufgrund der Abmachungen des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes an die Sowjetunion und wurde in die Weißrussische Sozialistische Sowjetrepublik eingegliedert. Am 15.1.1940 wurde der Rajon gegründet und am 12.10.1940 in 16 Selsawets unterteilt. Er gehörte damals zur heute nicht mehr existierenden Woblasz von Baranawitschy. Mit 849 km² war der Rajon flächenmäßig etwas kleiner als heute, aber mit etwa 45 000 Einwohnern erheblich bevölkerungsreicher.

Bereits kurz nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion wurde der Rajon von deutschen Truppen besetzt (26.6.1941). In den folgenden drei Jahren der Besetzung hatte er wie ganz Weißrussland erhebliche Bevölkerungsverluste zu verzeichnen und verlor etwa ein Viertel seiner Einwohnerschaft. Am 12.7.1944 wurde das Gebiet des Rajons von den Truppen der 2. Weißrussischen Front befreit. Kurz darauf (20.9.1944) erfolgte die Eingliederung in die Hrodsenskaja Woblasz.

Am 17.4.1962 wurde der Rajon aufgelöst und sein Gebiet den Nachbarrajonen von Waukawysk und Slonim zugeschlagen. Bereits am 30.7.1966 wurde diese Auflösung rückgängig gemacht und der Rajon in seiner heutigen Form neu eingerichtet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

A.I. Lakotka u.a.: Harady i Wjoski Belarussi, Hrodsenskaja Woblasz, Kniha II. Minsk 2016, ISBN 978-985-11-0908-7

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Word-Dokument des belarussischen Katasteramtes zur Bodennutzung (russisch) Daten vom 1. Januar 2011
  2. Website der nationalen Statistikbehörde von Belarus (russisch)
  3. Portal für Stadt und Rajon Selwa (russisch/englisch)
  4. http://www.philosophy.by/belarus-eu/a_15_e.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Selwa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien